USA entern zweiten Öltanker in der Karibik

Keystone-SDA
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Grossbritannien,

Nach der Festsetzung eines russischen Öltankers im Nordatlantik berichten die US-Behörden über die Beschlagnahmung eines zweiten Tankers in der Karibik.

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US-Behörden haben in der Karibik einen zweiten Öltanker beschlagnahmt. - x/@Southcom

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA haben im Atlantik einen russischen Öltanker festgesetzt.
  • Dieser soll sich auf dem Weg nach Venezuela einer Kontrolle entzogen haben.
  • Nun bestätigte das US Southern Command die Beschlagnahmung eines zweiten Tankers.
  • Die neusten Entwicklungen findest du in diesem Live-Ticker.

Nach dem Militäreinsatz der US-Behörden in Venezuela hat die US-Küstenwache zwei Öltanker festgesetzt.

Die amerikanischen Behörden erklären die Beschlagnahmung der beiden Schiffe damit, dass sie sich der Kontrolle entzogen hätten.

Für sanktionierte Öltanker, die Richtung Venezuela steuern oder einen Hafen des rohstoffreichen Landes verlassen, läuft derzeit eine Seeblockade.

Die neuesten Entwicklungen liest du im folgenden Ticker:

USA: Tanker transportierte auch Öl aus dem Iran

22.55: Der unter russischer Flagge fahrende, beschlagnahmte Tanker transportierte laut US-Justizministerin Pam Bondi auch Erdöl aus dem Iran.

Pam Bondi
Pam Bondi ist die Justizministerin der USA. - keystone

Das Schiff sei wegen seiner Rolle «in einem Netzwerk zur Umgehung von Sanktionen, das für die Unterstützung ausländischer terroristischer Organisationen verantwortlich ist», in das Visier der USA geraten, schrieb Bondi. Gegen die Besatzungsmitglieder des Schiffs werde umfassend ermittelt. Sie hätten den Anweisungen der Küstenwache nicht Folge geleistet und versucht zu fliehen. Gegen alle schuldigen Akteure würden strafrechtliche Schritte eingeleitet.

Das Justizministerium überwache zudem mehrere andere Schiffe im Hinblick auf ähnliche Durchsetzungsmassnahmen. «Jeder, der sich auf einem Schiff befindet und den Anweisungen der Küstenwache oder anderer Bundesbeamter nicht Folge leistet, wird überprüft und mit der ganzen Härte des Gesetzes verfolgt.»

Ukraine begrüsst Beschlagnahmung

20.05: Die Ukraine begrüsst die Beschlagnahmung des Tankers unter russischer Flagge durch die USA. Aussenminister Andrij Sybiha schreibt, die Tat unterstreiche die «entschlossene» Führungsrolle der USA und Donald Trumps.

Es sei der «richtige Ansatz im Umgang mit Russland: Handeln, anstatt Angst zu haben». So solle man auch im Friedensprozess vorgehen.

ukraine tanker usa
Die USA haben den unter russischer Flagge fahrenden Tanker Bella 1 beschlagnahmt. Die Ukraine begrüsst das. - keystone

Russland hingegen bezeichnet den Akt als «Piraterie des 21. Jahrhunderts». Leonid Slutsky, Vorsitzender des Duma-Komitees für internationale Angelegenheiten, sagt gegenüber der Staats-Agentur Tass, die USA verletzten See-Recht und die UN-Konvention. Das Aussenministerium fordert, dass die USA sofort alle russischen Staatsangehörigen an Bord der «Bella 1» freiliessen.

Moskau fordert freie Heimkehr für Tanker-Besatzung

18.03: Das russische Aussenministerium fordert eine ungehinderte Heimkehr der Seeleute auf dem von der US-Marine im Nordatlantik aufgebrachten Öltanker. Man verfolge die Lage auf der «Marinera» aufmerksam, teilte das Ministerium in Moskau nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen mit. Das US-Militär benutzt für den Tanker den Namen «Bella-1», so hiess es vor einer Umbenennung.

«Angesichts der Berichte, dass russische Bürger zur Besatzung gehören, verlangen wir von der amerikanischen Seite, ihre humane und würdige Behandlung sicherzustellen, ihre Rechte und Interessen strikt zu wahren und eine schnellstmögliche Rückkehr in die Heimat nicht zu behindern», hiess es.

Das russische Verkehrsministerium kritisierte das US-Vorgehen unter Verweis auf die UN-Seerechts-Konvention von 1982. Demnach habe kein Staat das Recht, in internationalen Gewässern die freie Fahrt ordnungsgemäss registrierter Schiffe zu behindern. Der Tanker habe am 24. Dezember eine vorläufige Erlaubnis erhalten, unter russischer Flagge zu fahren, hiess es. Diese sei ordnungsgemäss und nach internationalem Recht erteilt worden.

Grossbritannien hat US-Behörden militärisch unterstützt

16.55: Das britische Verteidigungsministerium hat bekanntgegeben, die durch die US-Behörden durchgeführte Beschlagnahmung des Öltankers im Nordatlantik unterstützt zu haben.

Briten
Bei der Festsetzung des Öltankers im Nordatlantik haben die USA militärische Unterstützung der Briten erhalten. (Archivbild) - keystone

Unter anderem wurden dafür Flugzeuge der Royal Air Force eingesetzt.

«Dieses Schiff mit seiner ruchlosen Geschichte ist Teil einer russisch-iranischen Achse zur Umgehung von Sanktionen, die Terrorismus, Konflikte und Elend vom Nahen Osten bis zur Ukraine schürt», sagte der britische Verteidigungsminister John Healey.

Russland hat Kontakt zu Schiffen verloren

16.43: Gemäss Angaben der «BBC» hat das russische Verkehrsministerium gegen 15 Uhr Moskauer Zeit die Verbindung mit den Schiffen verloren.

Laut dem Ministerium habe die Bella 1/Marinera am 24. Dezember eine «vorübergehende Genehmigung» erhalten, unter russischer Flagge zu fahren.

US-Behörden beschlagnahmen zweiten Öltanker

16.15: Die US-Behörden haben gemäss Angaben des US Southern Command einen zweiten Öltanker beschlagnahmt. Die Aktion sei vor Tagesanbruch in der Karibik durchgeführt worden.

Noem
Kristi Noem, Ministerin für Heimatschutz, informierte heute darüber, dass beide besetzten Schiffe kürzlich in Venezuela angelegt hätten oder auf dem Weg dorthin gewesen seien. (Archivbild) - keystone

«Das gestoppte Schiff, M/T Sophia, operierte in internationalen Gewässern und führte illegale Aktivitäten in der Karibik durch», teilte das US-Militär mit. Die US-Küstenwache habe das Schiff in die USA eskortiert.

Weiter informierte Kristi Noem, Ministerin für Heimatschutz, dass beide durch das US-Militär beschlagnahmten Tanker kürzlich in Venezuela angelegt hätten oder auf dem Weg dorthin gewesen seien.

Öltanker unter russischer Flagge vor Island festgesetzt

15.24: Am Nachmittag haben US-Truppen den in Verbindung zu Venezuela stehenden russischen Öltanker Bella 1/Marinera festgesetzt.

Dies bestätigte ein US-Beamter am Mittwoch gegenüber NBC News. Weiter bestätigen auch ein Beamter aus den USA und einer aus Europa gegenüber «Politico» die Festsetzung.

Wie es weiter heisst, leitet das US-Heimatschutzministerium die Mission. Sie wird vom US-Militär unterstützt.

Schiff wurde zwei Wochen lang verfolgt

Die Vereinigten Staaten hatten zuvor nach Angaben aus US-Regierungskreisen eine Operation zur Beschlagnahmung eines russischen Öltankers eingeleitet. Das Schiff war über mehr als zwei Wochen hinweg über den Atlantik verfolgt worden.

Der mutmasslich vor einer US-Kontrolle geflohene Öltanker sorgt seit Tagen für Spannungen zwischen Russland und den USA.

Kristi Noem informierte zudem, dass der Tanker die Flagge gewechselt und einen neuen Namen auf den Rumpf gemalt habe, um sich der amerikanischen Justiz zu entziehen.

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Das Video soll die Festsetzung des russischen Öltankers durch das US-Militär zeigen. - x/@poesdec

Das Frachtschiff «The Marinera» soll sich unter russischer Flagge fahrend derzeit im Nordatlantik zwischen Island und Schottland befinden.

Zuvor soll es – noch mit anderem Namen auf dem Weg nach Venezuela – plötzlich den Kurs geändert haben. Mit dem Ziel, der Durchsuchung durch die US-Küstenwache zu entgehen. Dies berichteten das «Wall Street Journal» und der Sender CBS.

Bereiten dir die Spannungen zwischen Russland und den USA im Atlantik Sorgen?

Russland soll den Berichten zufolge ein U-Boot und weitere Schiffe zum Schutz des Tankers entsendet haben. Die Nachrichtenagentur PA berichtete, ein britisches Aufklärungsflugzeug soll entlang der Route des Schiffes unterwegs gewesen sein.

Weder das Weisse Haus noch die britische Regierung antworteten konkret auf Nachfragen. «Die USA sind der wichtigste Verteidigungs- und Sicherheitspartner des Vereinigten Königreichs», sagte ein Sprecher des britischen Premierministers Keir Starmer.

Öltanker soll Sanktionen umgangen haben

Für sanktionierte Öltanker, die Richtung Venezuela steuern oder einen Hafen des rohstoffreichen Landes verlassen, läuft eine Seeblockade. US-Präsident Donald Trump hatte diese bereits vor der militärischen Operation in Venezuela mit der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro angeordnet.

Donald Trump
US-Präsident Donald Trump hat eine Seeblockade für Sanktionierte Öltanker verhängt, die sich Venezuela nähern oder in Venezuela losfahren. - keystone

«The Marinera» soll den Berichten zufolge zuvor als «Bella 1» Öl aus Venezuela und dem Iran transportiert haben. Russland wird von den westlichen Alliierten beschuldigt, alte Tanker zu nutzen, um Sanktionen zu umgehen.

Das Aussenministerium in Moskau teilte der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit, Russland betrachte die aussergewöhnliche Situation mit Besorgnis.

Das Schiff befahre derzeit unter der Flagge der Russischen Föderation. In Übereinstimmung mit den Normen des internationalen Seerechts die Gewässer des Nordatlantiks.

Kreml hält Verfolgung von Öltanker für unangemessen

Aus unverständlichen Gründen schenkten das US-Militär und die Nato seinem zivilen Status nicht angemessene erhöhte Aufmerksamkeit, hiess es. Schon seit einigen Tagen folge dem Tanker ein Schiff der US-Küstenwache. Dies, obwohl er ungefähr 4000 Kilometer von der US-Küste entfernt sei.

Dem «Wall Street Journal» zufolge wollte der Tanker ursprünglich in Venezuela anlegen und soll derzeit ohne Fracht unterwegs sein.

Nach der Kursänderung soll die US-Küstenwache dem Schiff gefolgt sein. Erst dann soll die Besatzung die russische Flagge auf die Seite des Schiffes gemalt und die Registrierung geändert haben.

Das Southern Command der USA schrieb am Dienstag auf der Plattform X, sich sanktionierten Schiffen und Akteuren entgegenzustellen.

Kommentare

User #5608 (nicht angemeldet)

Die USA wird ab 2027 mehr als 3 x soviel fürs Militär ausgeben wie China und Russland zusammen.

User #2696 (nicht angemeldet)

Dass man die USA immer noch als Freund/Partner betrachtet ist unbegreiflich. Jedes Land ist in Gefahr das mit USA handelt, kooperiert oder militärisch agiert. Scorched Earth.

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