Frankreich, die USA und nun auch England: Sie alle fordern Beweise von China für den Verbleibt und das Wohlergehen von Tennisspielerin Peng Shuai.
Peng Shuai
Peng Shuai - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Die chinesische Tennisspielerin Peng Shuai ist immer noch verschwunden.
  • Nun fordert auch Grossbritannien «Beweise» von China für ihr Wohlergehen.

Nach Frankreich und den USA hat auch die britische Regierung China aufgefordert, «nachprüfbare Beweise» für die «Sicherheit und den Verbleib» der chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai zu liefern.

«Wir sind extrem besorgt über das Verschwinden von Peng Shuai und verfolgen die Angelegenheit genau», erklärte das britische Aussenministerium am Samstag in London. Zugleich betonte es das Recht, sich frei zu äussern.

«Jedem sollte es erlaubt sein, sich ohne Furcht vor den Auswirkungen zu äussern», hiess es in der Erklärung des Aussenministeriums. «Jeder gemeldete Fall sexueller Übergriffe, egal wo in der Welt, untersucht werden.»

Peng, frühere Doppel-Siegerin in Wimbledon und bei den French Open, wurde seit Anfang November nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Zuvor hatte sie im Onlinedienst Weibo Vorwürfe gegen den ranghohen kommunistischen Parteifunktionär Zhang Gaoli erhoben. Dem heute über 70-jährigen Ex-Vize-Ministerpräsidenten warf die 35-Jährige vor, sie in der Vergangenheit zum Sex gezwungen zu haben. Peng und Zhang hatten über Jahre eine Beziehung mit vielen Unterbrechungen geführt.

Von zahlreichen Seiten, darunter auch von den USA, Frankreich und dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, wurde Peking seitdem aufgefordert, Belege für Pengs Aufenthaltsort zu liefern. Tennisstars wie Novak Djokovic, Naomi Osaka, Serena Williams und zuletzt Roger Federer und Rafael Nadal äusserten sich besorgt.

Chinesische Staatsmedien veröffentlichten am Samstag neue Videos von Peng. Laut «Global Times»-Herausgeber Hu Xijin zeigt das zweite Video «Peng Shuai beim Abendessen mit ihrem Trainer und Freunden in einem Restaurant». Es sei eindeutig, dass es «am Samstag Pekinger Zeit aufgenommen wurde». Die per Smartphone gefilmte Unterhaltung wirkt inszeniert, Peng macht auf den Aufnahmen einen entspannten Eindruck.

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