BP setzt auf US-Managerin – Ende der grünen Strategie
Der Ölkonzern BP ernennt erstmals eine Frau zur Chefin und dreht seine Klimastrategie um.

Der britische Energieriese BP vollzieht einen radikalen Kurswechsel an der Spitze. Die 55-jährige Amerikanerin Meg O'Neill übernimmt ab April 2026 die Führung des Konzerns, wie das «SRF» berichtet.
Es ist das erste Mal in der über 100-jährigen Firmengeschichte, dass eine Frau und eine externe Person den Chefposten erhält. O'Neill bringt eine klare Ausrichtung mit zum drittgrössten Energiekonzern Europas.
Laut «SRF» steht die neue Chefin für das klassische Öl- und Gasgeschäft und nicht für erneuerbare Energien. Vor ihrem Wechsel zum Ölkonzern leitete sie den australischen Konzern Woodside, den sie durch Fusionen ausbaute.
BP: Milliarden für Erdgas statt Windkraft
Unter O'Neills Führung investierte Woodside 30 Milliarden Dollar in Erdgasprojekte, berichtet das «SRF». Weniger rentable Projekte in erneuerbare Energien wurden gestoppt.

Zuvor arbeitete O'Neill mehr als 20 Jahre beim US-Ölgiganten Exxon Mobil: zeitweise an der Seite des späteren US-Aussenministers Rex Tillerson. Das «Handelsblatt» bestätigt, dass BP die Führungsspitze nach weniger als zwei Jahren austauscht.
Murray Auchincloss legt seinen Posten nieder, nachdem der Konzern nach strategischer Neuausrichtung auf erneuerbare Energien enttäuschende Renditen erwirtschaftet. Die niedrigen Rohöl preise setzen den britischen Öl- und Gasriesen zusätzlich unter Druck.
Aktionäre erhöhen den Druck
Der Konzern hatte bereits vor Monaten die Ziele für den Ausbau von Sonnen- und Windkraftwerken reduziert. Die Kehrtwende bei BP hat laut «SRF» vor allem mit dem Druck der Investoren zu tun.
An der Börse hat die Aktie mehr als 10 Prozent verloren: seit Ankündigung der Investitionen in erneuerbare Energien vor sechs Jahren. Zum Vergleich: Die Aktie von Exxon Mobil konnte im gleichen Zeitraum um 66 Prozent zulegen, wie das «SRF» meldet.
Kein Wunder wurde der Ärger der Aktionäre grösser, das Unternehmen wurde abgehängt. Der Gewinn von BP ist im vergangenen Jahr auf 381 Millionen Dollar geschrumpft, während Shell 16 Milliarden Dollar einfuhr.
Gescheiterte grüne Transformation
Der Absturz von BP begann vor rund sechs Jahren, berichtet die «Neue Zürcher Zeitung». Der damalige Chef Bernard Looney kündigte an, die Öl- und Gasförderung bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren.
Stattdessen sah Looney einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energieproduktion vor: ein Plan, der offenbar scheiterte. Laut «Al Jazeera» wird O'Neill nun BP durch einen Strategieschwenk führen, der sich wieder auf fossile Energien konzentriert.
BP hat versprochen, bis 2027 Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden Dollar zu veräussern. Die Investitionen in erneuerbare Energien wurden bereits massiv gekürzt, meldet die Nachrichtenagentur.
















