Regierung

Deutsche Regierung beschliesst Ende des Bürgergelds

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Deutschland,

Die deutsche Regierung hat das Ende der Bürgergeld genannten Grundsicherung für Erwerbsfähige in heutiger Form beschlossen.

ARCHIV - Menschen stehen in einem deutschen Jobcenter (Archivbild). Foto: Jens Kalaene/dpa
ARCHIV - Menschen stehen in einem deutschen Jobcenter (Archivbild). Foto: Jens Kalaene/dpa - Keystone/dpa/Jens Kalaene

Das Kabinett von Kanzler Friedrich Merz gab grünes Licht für einen Gesetzentwurf der sozialdemokratischen Arbeitsministerin Bärbel Bas und beschloss damit das neue Grundsicherungsgeld.

Auf die rund 5,5 Millionen Bezieherinnen und Bezieher von Bürgergeld kommen damit deutlich verschärfte Regeln zu. Mit dem Kabinettsbeschluss soll das Gesetzgebungsverfahren im Bundestag – dem deutschen Parlament – und dem Bundesrat – der Kammer der Bundesländer – weitergehen. An der Basis der sozialdemokratischen SPD – der Koalitionspartnerin von Merz' christdemokratischer Union (CDU und CSU) – gibt es grosse Widerstände gegen die Reformpläne.

In der Regierung waren bis zuletzt Details beim geplanten kompletten Wegfall von Leistungen umstritten gewesen. Dieser soll möglich werden, wenn Beziehende des staatlichen Gelds nicht erreichbar sind: Bei drei versäumten Einladungen zu Terminen sollen Jobcenter die Überweisungen einstellen. Auch der Verlust der Wohnkostenübernahme droht.

Allerdings müssen die Behörden den Betroffenen den Plänen zufolge Gelegenheit zur persönlichen Anhörung geben – etwa durch einen Telefonanruf oder einen Besuch. Psychisch Kranke sollen vor einem Wegfall der Leistungen geschützt werden.

Härter vorgehen soll der Staat künftig auch beim Vermögen der Betroffenen. So sieht der Gesetzentwurf die Abschaffung einer festen Karenzzeit für Schonung von Vermögen vor. Vorrangig soll eigenes Einkommen und Vermögen eingesetzt werden, bevor Grundsicherung fliesst. Künftig richtet sich die Höhe von Schonvermögen nach dem Lebensalter. Kosten der Unterkunft sollen in geringem Mass anerkannt werden.

Vorrangiges Ziel der Jobcenter soll Vermittlung in Jobs sein. Wenn eine Weiterbildung erfolgversprechender erscheint, soll dem weiter der Vorzug gegeben werden. Angebote an die Betroffenen sollen sie in einem gemeinsamen Kooperationsplan zusammenstellen.

Ursprünglich vor allem seitens der Union erhoffte grossen Einsparungen werden nicht erwartet. 2026 sollen bei Bund, Ländern, Kommunen und Bundesagentur für Arbeit unterm Strich 86 Millionen Euro (rund 80 Millionen Franken) weniger fällig werden, dann 70 Millionen. Dagegen sollen in den Folgejahren sogar 11 beziehungsweise 9 Millionen mehr anfallen.

Kommentare

User #1190 (nicht angemeldet)

Gewisses ist gut, Gewisses ist wie gewohnt, einfach nur daneben. Es soll gerecht sein, aber Gerechtigkeit ist eine Anschauung und hat mit Gutdünken und Bewertung zu tun. Aber so oder so sind Kürzungen eher ungerecht, da das Bürgergeld eh kaum zum Leben genügt und die Menschen noch mehr "an die Wand" stellt. Das man dort herumschraubt und nicht an eigenen Gehältern, die nicht mal versteuert werden müssen, die man auch nicht verliert, wenn man ein absolutet Versager war und abtreten musste, steht hier nicht im Geringsten im Verhältnis dazu, wie schwer man es den "Randständigen" machen möchte, überhaupt am Leben zu bleiben.

User #3915 (nicht angemeldet)

D, oder die unendliche Geschichte des totalen Abstiegs. (Morgen kommt dann: weitere 60 mia für Ukraine)

Weiterlesen

Ali Chamenei Terror
Iran-Krieg
Dubai
Video zeigt

MEHR IN POLITIK

3 Interaktionen
Washington
12 Interaktionen
Tel Aviv/Teheran
fc zürich
4 Interaktionen
Gefährlich
23 Interaktionen
Skopje

MEHR REGIERUNG

luchse
5 Interaktionen
Nach Fehl-Abschüssen
Frauen Militär
3 Interaktionen
«Andere Prioritäten»
Polizei Aargau
5 Interaktionen
Aargau

MEHR AUS DEUTSCHLAND

Mönchengladbach
Jimi Blue Ochsenknecht
8 Interaktionen
Offene Rechnungen
reichsbürgre
10 Interaktionen
Mühlhausen
Flüge
11 Interaktionen
Frankfurt/Dubai/Berlin