Boeing-Beinahe-Katastrophe hätte «Hunderte Todesopfer» geben können
Eine Boeing hebt in München erst hinter der Startbahn ab. Laut einem Experten entgeht der Flughafen nur knapp einer grossen Katastrophe.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Boeing 787 hob in München erst hinter dem Ende der Startbahn ab.
- Laut einem Experten drohte ein Unglück mit Hunderten Todesopfern.
- Die Ermittler müssen nun klären, warum die Crew den Start nicht abbrach.
Der gefährliche Start einer Boeing 787 am Flughafen München hätte in einer Katastrophe enden können. Zu dieser Einschätzung kommt Luftfahrtexperte Heinrich Grossbongardt.
«Das hätte einen Feuerball mit Hunderten Todesopfern geben können, wenn die Piloten die Maschine nicht noch hochgezogen hätten.» Das sagte Grossbongardt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Nicht nur die Menschen an Bord seien gefährdet gewesen. Auch ausserhalb des Flughafengeländes hätte es laut Grossbongardt Opfer geben können.
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Wie bereits berichtet, war die Boeing 787 der Vietnam Airlines am Samstagnachmittag erst hinter dem Ende der Südbahn abgehoben. Videos zeigen mächtige Staubwolken und heftige Erschütterungen in der Kabine.
Nach Informationen des «Aviation Herald» waren vor dem Start zudem mindestens die Bremsen auf der rechten Seite des Jets blockiert.
Warum brach die Crew den Start nicht ab?
Wegen der zu geringen Geschwindigkeit setzte das Heck der Maschine beim Abheben auf dem Boden auf. Dabei wurde das Flugzeug schwer beschädigt.
Bei der späteren Rückkehr nach München wurden zudem die Reifen des Hauptfahrwerks zerfetzt. Die Passagiere blieben laut Angaben des Flughafens unverletzt.

Nun untersucht die deutsche Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung den Vorfall. Flugdatenschreiber und Stimmenrekorder sollen Aufschluss darüber geben, was sich im Cockpit abgespielt hat.
Laut Grossbongardt dürften die Untersuchungen mehrere Monate dauern. Insbesondere müsse geklärt werden, weshalb die Crew den Start nicht rechtzeitig abbrach.
Die 4000 Meter lange Startbahn hätte dafür nach seiner Einschätzung ausreichend Sicherheitsreserven geboten.
«Absolut sicheres Verkehrsflugzeug»
Grundsätzliche Zweifel an der Boeing 787 seien trotz des Vorfalls nicht angebracht. Grossbongardt war bis 2004 Deutschland-Sprecher des US-Flugzeugbauers.
«Die 787 ist ein absolut sicheres Verkehrsflugzeug», betont er.
Zuletzt war am Flughafen Frankfurt eine Boeing 787 der Lufthansa auf die Nase gekippt. Im Stand war das Bugfahrwerk eingeknickt. Als Ursache wurde damals ein Wartungsfehler festgestellt.
















