Boeing Emirates lehnt erste 777X wegen Verzögerungen ab
Die Boeing 777X sorgt weiter für Probleme: Emirates verweigert die Abnahme der ersten zehn Flugzeuge des neuen Langstreckenjets.

Emirates erhöht den Druck auf Boeing im milliardenschweren 777X-Programm. Die Golfairline will die ersten zehn für sie gebauten Langstreckenjets nicht übernehmen.
Laut der «AeroTelegraph» seien die frühen Flugzeuge durch zahlreiche technische und konstruktive Änderungen stark verändert worden. Eine Anpassung an den späteren Serienstandard sei deshalb kaum noch sinnvoll.
Mit insgesamt 270 bestellten Boeing 777X ist Emirates die mit Abstand grösste Kundin des Flugzeugtyps. Entsprechend grosses Gewicht haben die Aussagen von Airline-Präsident Tim Clark.
Jahrelange Verzögerungen sorgen für Kritik
Die Boeing 777X sollte ursprünglich bereits im Jahr 2020 an Emirates ausgeliefert werden. Inzwischen wird der «MarketScreener» zufolge mit einer Auslieferung der Boeing 777-9 im zweiten Quartal 2027 gerechnet.
Clark erklärte laut der «AeroTelegraph»: «Wir nehmen diese Charge nicht ab, und damit hat es sich.» Was Boeing anschliessend mit den Flugzeugen mache, sei aus Sicht von Emirates Sache des Herstellers.
Besonders deutlich wurde der Emirates-Präsident mit einem weiteren Vergleich. Er sagte, Heinz wäre an den Flugzeugen vielleicht noch für Baked-Beans-Dosen interessiert, wie die «Bild» schreibt.
Frühe Maschinen gelten als überholt
Clark begründete die Entscheidung auch mit dem Alter der ersten Flugzeuge. Bei einer Auslieferung 2027 wären die Jets bereits rund acht Jahre alt und wirtschaftlich weniger attraktiv.
Eine erste Boeing 777X wurde der «AeroTelegraph» zufolge inzwischen bereits verschrottet. Es handelte sich um das siebte jemals gebaute Exemplar mit der Testkennung WH007, das ursprünglich für Emirates bestimmt war.
Nach Angaben von «Bild» wurde das Programm in den vergangenen Jahren mehrfach zurückgeworfen. Genannt werden unter anderem Probleme mit der Schubsteuerung, ein Zwischenfall während eines Testflugs sowie ein strukturelles Versagen bei einem Belastungstest.
Boeing hält am Programm fest
Boeing räumte laut der «Bild» ein, dass sich die frühen Flugzeuge während der Entwicklung erheblich verändert haben. Boeing-Commercial-Airplanes-Chefin Stephanie Pope erklärte, für jede frühe Maschine werde geprüft, ob die erforderlichen Umbauten wirtschaftlich sinnvoll seien.
Dem «MarketScreener» zufolge erwartet Emirates im zweiten Quartal 2027 weiterhin die Auslieferung der Boeing 777-9. Gleichzeitig forderte Clark die Flugzeughersteller auf, stärker in neue Technologien zu investieren.

Trotz seiner deutlichen Kritik sieht Clark nach Angaben von «AeroTelegraph» auch Fortschritte beim Flugzeugprogramm. Verbesserungen bei Startgewicht und Triebwerksleistung stimmen Emirates zuversichtlich, dass die Boeing 777X überzeugt.
















