Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock hat den baltischen Staaten eine stärkere Beteiligung Deutschlands an der Verteidigung der Nato-Ostflanke versprochen.
baerbock
Aussenministerin Baerbock - POOL/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • «Wenn die Nato entscheidet, dass die Präsenz der Nato auf Brigadenstärke erhöht werden soll, dann werden wir als Bundesrepublik Deutschland dafür einen substanziellen Beitrag leisten», kündigte die Grünen-Politikerin am Freitag nach einem Treffen mit ihrem Amtskollegen Gabrielius Landsbergis in Litauens Hauptstadt Vilnius an.

«Ich habe hier verstanden, dass das nötig ist. Und dann wird Deutschland dort vorangehen.»

Eine Brigade besteht üblicherweise aus mehreren Tausend Soldaten. Baerbock versicherte, Deutschland werde sich an einer verstärkten langfristigen Nato-Präsenz im Baltikum mit zusätzlichen Beiträgen beteiligen.

Die Nato will bei einem Gipfeltreffen Ende Juni in Madrid ihr neues Verteidigungskonzept beschliessen. Baerbock sagte, auf dem Gipfel brauche es «nicht nur Lippenbekenntnisse». Angesichts des brutalen russischen Vorgehens in der Ukraine sei «Luftverteidigung und eine substanzielle Nato-Präsenz» notwendig. «Wir müssen praktisch in der Lage sein, jeden Quadratzentimeter unseres gemeinsamen Bündnisgebietes, das heisst des Baltikums, zu verteidigen. Und zwar ab der ersten Minute», sagte die Ministerin.

Zum Abschluss ihrer dreitägigen Baltikum-Visite wollte Baerbock am Nachmittag den von Deutschland geführten Nato-Gefechtsverband in der litauischen Stadt Rukla besuchen. Sie wollte sich vom Kommandeur des Bataillons, dem deutschen Oberstleutnant Daniel Andrä, über die Arbeit der Soldaten informieren lassen.

Der multinationale Verband war vor dem Hintergrund der russischen Aggression gegen die Ukraine schon vor Kriegsbeginn durch zusätzliche Kräfte aus Deutschland, Norwegen und anderen Staaten von rund 1200 auf etwa 1600 Soldatinnen und Soldaten verstärkt worden. Mit derzeit gut 1000 Soldatinnen und Soldaten stellt die deutsche Armee das grösste Kontingent.

Deutschland führt die «Enhanced Forward Presence Battle Group» (EFP), wie der Verband im Nato-Jargon heisst, seit 2017. An dem Bataillon beteiligen sich auch Soldaten aus Belgien, Frankreich, Island, den Niederlanden, Kroatien, Norwegen und Luxemburg.

Mehr zum Thema:

Schweizer Armee NATO