Ausgesetzte Buben sollen nach Frankreich – aber nicht zum Vater
Nach dem schockierenden Fund zweier kleiner Jungen in Portugal ist klar: Sie sollen nun zurück nach Frankreich gebracht werden – nach Colmar nahe der Schweiz.

Das Wichtigste in Kürze
- Vergangene Woche wurden in Portugal zwei ausgesetzte Kleinkinder gefunden.
- Die Mutter der Kinder sowie ihr Lebensgefährte befinden sich mittlerweile in U-Haft.
- Nun sollen die Buben zurück in ihre Heimat gebracht werden – unweit der Schweizer Grenze.
Dieser Vorfall erschüttert derzeit Portugal: Ein französisches Paar steht unter Verdacht, ihre beiden kleinen Söhne nahe eines Waldgebietes in Alcácer do Sal ausgesetzt zu haben.
Z* (3) und B* (5) waren vergangene Woche mit verbundenen Augen entdeckt worden. Neben ihnen: Wenig Obst und lediglich eine Flasche Wasser. Bei Temperaturen von rund 30 Grad schien ihr Schicksal völlig ungewiss.
Die portugiesischen Behörden hielten sich nach der Festnahme der Mutter M* und ihres Lebensgefährten M* zunächst bedeckt. Inzwischen befinden sich beide in Untersuchungshaft.
Nun übernehmen die französischen Behörden die Obhut der beiden Kleinkinder. Beide Kinder haben ihren Wohnsitz in der französischen Stadt Colmar, wie das Bezirksgericht Setúbal am Dienstag mitteilte.
Die Stadt liegt nur rund eine Autostunde von der Schweizer Grenze entfernt.
Vater reiste sofort nach Portugal
Besonders emotional: Gemäss mehreren französischen Medienberichten machte sich der leibliche Vater unmittelbar nach dem Auffinden der Kinder auf den Weg nach Portugal.
Mitnehmen durfte er seine beiden Söhne allerdings nicht.
Das Sorgerecht lag bei der Mutter, Der Vater verfügt offenbar lediglich über ein eingeschränktes Besuchsrecht. Weshalb dies so ist, bleibt bislang unklar.
Damit greifen nun vorerst die französischen Sozialbehörden ein.
Wie das Bezirksgericht weiter mitteilt, wird derzeit geprüft, ob Verwandte die Betreuung der beiden Kinder übernehmen könnten.
Die Rückführung nach Colmar werde eng zwischen den portugiesischen und französischen Behörden koordiniert. Im Zentrum stehe dabei vor allem eines: Das Wohl der beiden kleinen Jungen.
* Name der Redaktion bekannt



















