Adria-Küste: Feriengäste per Schiff evakuiert
Die Waldbrände in Südwestfrankreich rücken bis auf 15 Kilometer an Bordeaux heran. Macron leitet am Montag eine Krisensitzung, eine weitere Hitzewelle droht.

Seit Mittwoch wütet in der französischen Gironde ein aussergewöhnlicher Waldbrand, der laut Behörden bereits rund 42'000 Hektar Land zerstört hat – einer der grössten Waldbrände in Frankreich seit dem Zweiten Weltkrieg.
Mehr als 220'000 Menschen mussten bereits evakuiert werden, betroffen sind vor allem Gebiete rund um das Bassin d'Arcachon. Die Waldbrände sind bereits bis auf 15 Kilometer an Bordeaux herangerückt.
Die Schweiz hat Unterstützung bei der Bekämpfung der Brände zugesagt. Auf ein Ersuchen des französischen Zivilschutzes hin sollen voraussichtlich zwei Super-Puma-Helikopter der Armee im Süden des Landes zum Einsatz kommen.
Auch in Spanien kämpfen Einsatzkräfte gegen mehrere grosse Brände, unter anderem bei Valencia und in der Region Ávila westlich von Madrid, wo rund 90'000 Menschen ihre Häuser verlassen mussten.
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Der Grossbrand in der Gironde «wird mehrere Wochen, ja sogar mehrere Monate andauern», erklärte Feuerwehr-Oberstleutnant David Annotel gegenüber «franceinfo». «Über viele Wochen und Monate hinweg müssen wir mit Verstärkung rechnen, die weiterhin aus ganz Frankreich kommen wird», sagte er.
Der Feuerwehrmann vergleicht den Brand von Saumos mit dem von Landiras, der im Sommer 2022 mehr als 13.000 Hektar Wald verwüstet hatte. Vor vier Jahren wurde der Brand Ende September für gelöscht erklärt. «Wir werden es mit denselben Entwicklungen zu tun haben», warnt David Annotel.

Zumal die Umstände gegen die Feuerwehrleute sprechen: «Während wir die Brände löschen, entstehen neue, und andere Feuerwehrleute sind in den Rettungswagen im Einsatz. Die bevorstehende Hitzewelle wird die Lage verschlimmern und die Zahl der Einsätze erhöhen», betont der Oberstleutnant.
Die Feuerwehrleute «werden durchhalten und wir werden weiterkämpfen», versichert er und fordert gleichzeitig, «die Personalstärke zu erhöhen, wenn wir langfristig durchhalten und die zahlreichen Krisen bewältigen wollen, die künftig im Zusammenhang mit dem Klimawandel auftreten werden».
Auch in Italien machen die heftigen Waldbrände den Menschen zu schaffen. Rund um die Stadt Peschici an der Adriaküste mussten Touristen mit Schiffen evakuiert werden, da die Brände entlang der Strassen zu heftig wären.
Wie die Küstenwache in Onlinediensten berichtet, seien am Sonntag über 400 Menschen evakuiert worden. Gemäss einem Sprecher müssen wohl noch rund 300 weitere in Sicherheit gebracht werden.
Um die vielen Menschen zu transportieren, standen sechs Schiffe der Küstenwache, drei Boote der italienischen Finanzpolizei und etwa zehn private Schiffe im Einsatz, so die Küstenwache. Der Bürgermeister von Peschici beschreibt die Lage laut lokalen Medien als «unter Kontrolle».
Präsident Emmanuel Macron leitet am Montagmorgen im Innenministerium eine interministerielle Krisensitzung zu den Waldbränden in Frankreich. Landesweit wurden laut Innenminister Laurent Nuñez seit Jahresbeginn bereits 115'000 Hektar Land durch Feuer zerstört – bei täglich 30 bis 40 gleichzeitig bekämpften Bränden.

Die Präfektin der Gironde, Sophie Brocas, hat in der Nacht auf Montag ein Verbot für Ferienlager, Freizeitzentren mit Übernachtung sowie Pfadfinderlager mit Übernachtung im Departement erlassen. Grund seien die andauernden Brände, die seit Mittwoch rund 42'000 Hektar Land zerstört haben.












