Alice Weidel: Hacker klauen sogar private Emails von an ihre Frau
Die AfD spricht von wenigen Postfächern. Laut «Bild» sind aber 421'179 Mails im Netz, darunter private von Alice Weidel (47) an ihre Partnerin und ihre Eltern.

Das Wichtigste in Kürze
- Hacker stahlen 421'179 Mails der AfD und stellten sie ins Netz.
- Unter den gestohlenen Nachrichten sind private von Alice Weidel (47) an ihre Partnerin.
- Die AfD bestätigt den Hackerangriff, spricht aber nur von wenigen kopierten Postfächern.
Hacker haben der AfD 421'179 E-Mails gestohlen und im Netz veröffentlicht. Darunter sind laut «Bild» auch private Nachrichten von Alice Weidel an ihre Partnerin Sarah Bossard und an ihre Eltern. Die Zeitung konnte einen Teil der Daten auswerten – insgesamt sind es 281 Gigabyte.
Alice Weidel schrieb ihre privaten Nachrichten offenbar über die AfD-Adresse. An ihre Partnerin schickte sie ein «Huhu» und teilte mit, dass sie am Abend nicht «nach Hause» kommen werde. Ausserdem schlug sie ihr den Kauf einer Immobilie vor und schickte ihrer Mutter Familienfotos.
Als ihr Vater ihr zum Thema Krankenversicherung an diese Adresse schrieb, reagierte Alice Weidel derweil scharf: «Schreibe NIEMALS an eine AfD-Adresse private Angelegenheiten!!!!!!!»
AfD-Politiker verkaufte Hakenkreuzfahne
Doch auch Konflikte anderer AfD-Politiker zeigen die E-Mails. Im April 2025 machte etwa ein Funktionär in Nordrhein-Westfalen einem Parteikollegen aus Bottrop schwere Vorwürfe.
Dieser soll an einem Infostand eine Hakenkreuzfahne verkauft haben und an Parteianlässen Drogen verteilt haben. Die AfD Nordrhein-Westfalen teilte der «Bild» mit: «Wir haben den Herrn aus Bottrop aus der AfD ausgeschlossen.»
Auch der Fall des Kölner AfD-Politikers Felix H. taucht in den gestohlenen Mails auf. Anfang 2026 wurden schwere Vorwürfe gegen ihn laut. Laut Videoaufnahmen soll er Adolf Hitler imitiert haben.
Zudem soll er gefordert haben, dass linke Frauen von Migranten vergewaltigt werden müssten. Im Juli erklärte Felix H. wegen «unüberbrückbarer Streitigkeiten» seinen Austritt aus der AfD.
AfD nutzt einen Mailserver in Österreich
Die meisten Mails stammen aus den Landesverbänden in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern. Die aktuellste ist von Mitte September und betrifft eine Sicherheitsabsprache mit dem Bundeskriminalamt zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern.
Die AfD nutzt nach Recherchen der «Bild» Mailserver in Österreich. Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern arbeitet demnach mit dem Wiener IT-Unternehmen «Ganzrund» zusammen. Dieses reagierte nicht auf eine Anfrage der Zeitung.
Auch die AfD wollte nicht erklären, warum sie Server in Österreich nutzt. Nach Informationen der «Bild» soll die Partei kein deutsches Unternehmen gefunden haben, das sie als Kundin akzeptierte.
Im Netz kursieren Fake-Mails
Im Netz kursieren inzwischen auch offenbar gefälschte Mails. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Johannes Wagner (35) postete auf Linkedin das Foto einer Mail, die zu den gestohlenen Daten gehören soll. Darin soll der NRW-Landtagsabgeordnete Andreas Keith den Holocaust geleugnet haben.
Laut «Bild» ist diese Mail aber nicht in den erbeuteten Daten enthalten. Keith sagte der Zeitung: «Die Mail ist Teil einer Rufmordkampagne gegen mich. Ich habe mich nie so geäussert.» Wagner reagierte nicht auf eine Anfrage.

Die AfD hatte den Angriff gegenüber der «Bild» bestätigt. Ein Sprecher erklärte, bei einem Angriff auf einen Hosting-Dienstleister seien im September einige wenige E-Mail-Postfächer widerrechtlich kopiert worden. Die meisten davon seien seit Jahren nicht mehr genutzt worden.
Laut «Bild» ist das Ausmass aber deutlich grösser, als die Partei einräumt. Unter den Absendern sind neben Alice Weidel auch weitere bekannte AfD-Politiker: Parteichef Tino Chrupalla, Alexander Gauland, Fabian Jacobi und Leif-Erik Holm.
















