Alice Weidel kritisiert AfD-Position zu Homo-Beziehungen
Das AfD-Wahlprogramm von Sachsen-Anhalt hält am traditionellen Familienbild fest. Parteichefin Alice Weidel muss sich distanzieren – aus privaten Gründen.

Das Wichtigste in Kürze
- AfD-Chefin Alice Weidel lebt in einer Regenbogenfamilie.
- Ausgerechnet ein Wahlprogramm ihrer Partei definiert eine Familie bestehend aus Mutter und Vater als intakt.
- «Da gehe ich nicht mit», sagt Alice Weidel.
AfD-Chefin Alice Weidel wird zur Abweichlerin ihrer eigenen Partei. Im Weg stehen ihr Formulierungen im Partei-Wahlprogramm.
«Nur aus der Verbindung von Mann und Frau gehen Kinder und damit kommende Generationen hervor.» Dies hält das AfD-Wahlprogramm von Sachsen-Anhalt fest.
«Da gehe ich nicht mit», sagt Weidel zu RTL und NTV. Sie begründet ihr Ausscheren damit, deutlich gesellschaftlich liberaler aufgestellt zu sein. «Weil ich es auch lebe. Ich lebe es.»
Sie ist der Ansicht, dass die Partei diese Zweiteilung hinter sich lassen sollte.

Chefin lebt komplettes Gegenteil
Das AfD-Wahlprogramm der laut Bundesamt für Verfassungsschutz rechtsextremen Partei definiert eine Familie bestehend aus Mutter und Vater als intakt. Eine solche sei «erwiesenermassen die beste Voraussetzung für eine gute und gesunde Kindesentwicklung».
Auch ist für die AfD Sachsen-Anhalt klar, warum die Abtreibungsraten steigen und die Geburtenraten sinken. Sie macht das offensive Bewerben von «sexuellen Abweichungen und nicht-reproduktiven Lebensweisen» verantwortlich.
Alice Weidel, die am AfD-Parteitag am Samstag zur Chefin wiedergewählt wurde, lebt dagegen das komplette Gegenteil.
Seit 2007 ist sie mit der Schweizerin Sarah Bossard liiert. Die beiden Frauen sind verheiratet und ziehen gemeinsam zwei Söhne auf. Diese sind die leiblichen Kinder von Bossard und stammen von zwei verschiedenen Vätern. Alice Weidel adoptierte sie.
«Leben in ganz einer anderen Realität»
Alice Weidel findet klare Worte gegen die Formulierungen. «Wir leben mittlerweile in einer ganz anderen Realität», sagt sie. Gleichgeschlechtliche Beziehungen seien gleichwertig zu behandeln.
Politiker könnten sich auch für die «traditionelle Familie» als «gesellschaftliches Zielbild» einsetzen, hält sie fest. Dies sei «kein Widerspruch». Andere Lebensformen seien jedoch als gleichwertig zu betrachten. Sie bezieht sich dabei auf das Steuerrecht und Erbrecht.
Zudem schwärmt Weidel von ihrem Familienmodell. Ihre Kinder hätten die beste Erziehung, die besten Voraussetzungen, sagt sie.





















