Coronavirus

    Aktivisten bestätigen Freilassung von Corona-Reporterin in China

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    China,

    Nach vier Jahren Haft wurde Zhang Zhan aus der Haft in China entlassen. Die Journalistin wurde eingesperrt, da sie über das Coronavirus aus Wuhan berichtete.

    Zhang Zhan in einem Youtube-Video (Archivbild)
    Zhang Zhan in einem Youtube-Video (Archivbild) - YOUTUBE/AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Vier Jahre lang verbrachte Zhang Zhan hinter Gittern in einem chinesischen Gefängnis.
    • Laut Aktivisten wurde die 40-Jährige nun offiziell aus der Haft entlassen.
    • Die chinesische Journalistin und Anwältin berichtete über das Coronavirus aus Wuhan.

    Nach vier Jahren Haft haben Chinas Behörden eine Bürgerreporterin aus dem Gefängnis entlassen, die aus der abgeriegelten Stadt Wuhan über den Ausbruch der Corona-Pandemie berichtet hatte und später von einem Gericht dafür verurteilt wurde. Unterstützer der früheren Anwältin veröffentlichten in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) auf der Plattform X ein Video von ihr. Darin sagt sie: «Hallo, ich bin Zhang Zhan. Am 13. Mai um 5.00 Uhr morgens hat mich die Polizei zurück in die Wohnung meines Bruders nach Shanghai gebracht.»

    Die heute 40 Jahre alte Chinesin war im Mai 2020 festgenommen und im Dezember 2020 zu vier Jahren Haft verurteilt worden, weil sie über den Virusausbruch in der zentralchinesischen Stadt berichtet hatte.

    Glaubst Du, dass Du nochmals eine Pandemie erleben wirst?

    Ein Gericht in der ostchinesischen Metropole Shanghai befand sie für schuldig, Streit gesucht und Aufruhr provoziert zu haben. Am 13. Mai war ihr Entlassungstermin angesetzt, doch seitdem fehlte jede Spur von der Chinesin. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) zeigte sich erleichtert über die Bestätigung der Freilassung Zhang Zhans, betonte jedoch, dass sie nicht wirklich frei sei und weiterhin unter strenger Überwachung stehe. Ausserdem könnten die Behörden ihr trotz verbüsster Strafe eine Reise ins Ausland verwehren.

    Zhang trat nach Haft in den Hungerstreik

    Zhang war eigentlich Anwältin. Nach ihren Berichten als Bürgerreporterin entzogen ihr die Behörden die Lizenz. Sie hatte ihre Erlebnisse unter anderem auf der in China gesperrten Videoplattform Youtube und dem Online-Netzwerk X publik gemacht, das damals noch Twitter hiess. Berichten zufolge trat sie nach ihrer Festnahme im Mai 2020 in einen Hungerstreik, wurde zeitweise zwangsernährt und wog zwischenzeitlich nur noch 40 Kilogramm. Reporter ohne Grenzen und die Menschenrechtsaktivisten von Amnesty International forderten mehrfach ihre Freilassung und internationalen Druck auf die chinesische Regierung.

    Ende 2019 war die damals noch unbekannte, verheerende Viruserkrankung Covid-19 in Wuhan aufgetreten und zunächst weitgehend vertuscht worden. Erst Wochen später folgten ein Lockdown und die rigide Null-Covid-Strategie Chinas mit harten Massnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens, die sich Anfang 2022 kaum noch aufrechterhalten liess. Im Dezember 2022 gab die Regierung die viel kritisierte Strategie überraschend auf. Die Folge war eine massive Corona-Welle bis Anfang des vergangenen Jahres.

    Kommentare

    User #3571 (nicht angemeldet)

    Zieht euch mal den Lanz von anfang April rein… Corona-Pandemie: Was lief falsch? Kommentare vernichtend

    Amanda Power

    Und schon wieder wird eine Verschwörungstheorie zur Realität. In dem Labor im chinesischen Wuhan, das als Brutstätte des Covid-19-Erregers ist (keine Fledermäuse), ist offenbar doch mit amerikanischen Steuergeldern die gefährliche Virenforschung betrieben worden. Dies gab der stellvertretende Direktor der National Institutes of Health (NIH), Lawrence Tabak, vor dem US-Kongress zu. Mit US-Hilfe sei am Wuhan Institute of Virology Gain-of-function-Forschung finanziert worden. Diese risikobehaftete Forschung, mit der die Ansteckungsgefahr von Erregern erhöht wird, hat bis kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie stattgefunden, berichtet die New York Post. Die Untersuchung des Sonderausschusses des Repräsentantenhauses zur Coronavirus-Pandemie geht zum Glück weiter. Und bei uns?

    Weiterlesen

    Brüssel
    bloggerin zhang zhan
    2 Interaktionen
    Haft in China
    3 Interaktionen
    Brüssel

    MEHR IN NEWS

    journalist
    Istanbul
    cassis
    Cassis in Eriwan
    1 Interaktionen
    New York

    MEHR CORONAVIRUS

    204 Interaktionen
    Erkältungssaison
    Biontech
    34 Interaktionen
    Covid-Impfung
    Sportler
    40 Interaktionen
    Xhaka-Hammer
    Impfung Covid
    50 Interaktionen
    Covid-19

    MEHR AUS CHINA

    ColorOS 17
    1 Interaktionen
    Rollout
    China Aussenhandel
    Aussenhandel
    Alexander Zverev Boris Becker
    12 Interaktionen
    Becker-Lob
    Carlos Alcaraz Alexander Zverev
    12 Interaktionen
    ATP-Tour