KI nutzen ist nicht gleich KI können: Diese Kompetenzen zählen jetzt
KI nutzen ist nicht gleich KI können. Welche Fähigkeiten im Berufsalltag wirklich weiterhelfen und wie du sie gezielt aufbaust, zeigt dieser Überblick.

Das Wichtigste in Kürze
- Obwohl viele Berufstätige Künstliche Intelligenz (KI) nutzen, sind nur wenige dafür geschult.
- Gefragt sind klare Aufträge, kritisches Prüfen und ein verantwortungsvoller Umgang.
- Eine KI-Weiterbildung ist die Grundlage für eine effektive Arbeit mit KI im Berufsalltag.
In der Schweiz ist Künstliche Intelligenz (KI) im Beruf für viele Fach- und Führungskräfte ein fester Bestandteil der Arbeit. Gemäss dem «EY European AI Barometer» setzen 77 Prozent der befragten Schweizer:innen in ihrem beruflichen Umfeld KI ein.
Eine häufige Nutzung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Ergebnisse besser oder verlässlicher werden. Eine internationale Studie von KPMG und der Universität Melbourne aus dem Jahr 2025 zeigt eine Lücke zwischen Selbsteinschätzung und Weiterbildung.

Knapp die Hälfte der Befragten hat eine formale oder informelle Schulung zum Umgang mit KI besucht. 57 Prozent der Befragten halten ihre Kenntnisse für ausreichend, um KI-Tools effektiv zu nutzen.
Genau hier liegt der Unterschied zwischen KI nutzen und KI beherrschen. Wer die Werkzeuge bewusst einsetzt, kann Zeit sparen und gewinnt Spielraum für Aufgaben, die Fachwissen und Erfahrung verlangen. Eine Schulung kann dabei helfen, Anfragen besser zu stellen und somit bessere Ergebnisse zu erzielen.
Klare Aufträge der KI übergeben
Damit die KI auch richtig arbeitet, muss sie von uns mit Inhalt gefüttert werden. Wie hilfreich die Antwort einer KI ausfällt, hängt davon ab, wie verständlich und konkret die Aufgabe formuliert wird.
Wer nur «Mach mir eine Präsentation» eintippt, erhält möglicherweise allgemeine Inhalte ohne erkennbaren Bezug zum eigenen Projekt oder Publikum. Hilfreicher ist ein Auftrag, der das Ziel, die Zielgruppe, das gewünschte Format und wichtigen Rahmenbedingungen klar benennt.
Dieses sogenannte Prompting ähnelt dem Briefing einer neuen Kollegin, die zwar sehr schnell arbeitet, deinen Kontext aber noch nicht kennt. Dazu gehört auch, grosse Aufgaben in kleinere Schritte zu zerlegen und die Ergebnisse im Dialog mit dem Tool gezielt nachzuschärfen.
Oft bedarf es auch hier spezieller Prompts oder einer KI-Weiterbildung, damit die passenden Aufträge bearbeitet werden können.
Ergebnisse kritisch prüfen
KI-Systeme formulieren flüssig und überzeugend. Doch genau hier liegt das Problem. Diese flüssige Formulierung erlaubt es nicht immer, auch gleich mögliche Fehlerquellen zu finden.
Die KI erfindet mitunter Quellen, verwechselt Zahlen oder gibt veraltete Informationen als aktuellen Stand wieder, ohne darauf hinzuweisen. Deshalb ist das kritische Prüfen eine der wichtigsten Kompetenzen, wenn du KI im Beruf sinnvoll einsetzen möchtest.

Hilfreich ist eine feste Prüfroutine, deren Umfang sich nach der Bedeutung und dem Risiko der jeweiligen Aufgabe richtet. Gleiche Fakten mit verlässlichen Quellen ab, rechne wichtige Zahlen nach und hinterfrage die Plausibilität jeder zentralen Aussage.
Achte zudem darauf, ob ein Text einseitig argumentiert, Vorurteile wiedergibt oder wichtige Perspektiven auslässt. Wenn du KI-Ergebnisse an Kundschaft, Team oder Vorgesetzte weitergibst, gehört die sorgfältige Kontrolle weiterhin zu deinen Aufgaben. Diese Routinen lassen sich wie oben erwähnt, in einer passenden Weiterbildung gezielt üben.
KI-Weiterbildung: Praxisnah lernen an der HWZ
Diese Kompetenzen lassen sich gezielt erlernen, auch ohne vertieften technischen Hintergrund. Eine KI-Weiterbildung ist besonders hilfreich, wenn sie direkt an den eigenen Berufsalltag anknüpft und anwendbares Wissen vermittelt.

Die HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich bietet im Bereich «Data Science, AI & Technology» kompakte Seminare für Berufstätige an. Die Themen reichen von ChatGPT und Prompt Engineering für Einsteiger:in über die Umsetzung von KI-Projekten bis zur digitalen Ethik.
Ergänzend stehen Seminare zu Datensicherheit, Regeln für den KI-Einsatz und den psychologischen Grundlagen der Mensch-KI-Interaktion zur Auswahl. Damit greift das Angebot zentrale Fragen auf: Wie formulierst du wirksame Aufträge, beurteilst Ergebnisse kritisch und setzt KI verantwortungsvoll ein?
Wer bestimmte Anwendungen vertiefen möchte, findet auch Angebote zur KI-Bildproduktion oder zum Einsatz von KI im Marketing und Innovationsprozess. Die HWZ verbindet wissenschaftlich fundierte Inhalte mit aktuellen Anforderungen aus der Praxis.
Erkenntnisse aus der angewandten Forschung und aus Praxisprojekten fliessen dabei in die Lehre ein. So kannst du passend zu deiner beruflichen Rolle jene Fähigkeiten ausbauen, die du im Arbeitsalltag benötigst. Eine Übersicht findest du bei den KI-Seminaren der HWZ.
Verantwortung für Daten
Mit dem Einsatz von KI im Beruf wachsen auch die Anforderungen an Datenschutz, Sorgfalt und einen bewussten Umgang mit Informationen.
Das Hochladen sensibler Firmendaten in frei zugängliche Anwendungen kann beispielsweise problematisch sein. Kundendaten, Personalinformationen oder vertrauliche Strategiepapiere solltest du nur in Anwendungen eingeben, die von deinem Unternehmen für diesen Zweck freigegeben wurden.

Dabei müssen Datenschutz, Vertraulichkeit und die Bedingungen der Datenverarbeitung geklärt sein. Das Schweizer Datenschutzgesetz gilt auch für die Bearbeitung von Personendaten mit KI. Es reicht deshalb nicht, die Regeln zu kennen: Entscheidend ist, sie im konkreten Arbeitsablauf einzuhalten.
Für Führungskräfte kommt eine weitere Aufgabe hinzu, die im hektischen Arbeitsalltag oft unterschätzt wird. Sie schaffen klare Spielregeln, fördern den Austausch im Team und ermöglichen es, neue Anwendungen in einem geschützten Rahmen auszuprobieren. Wenn offen besprochen wird, wo KI zum Einsatz kommt und welche Grenzen gelten, kann Vertrauen entstehen.
Mit den HWZ-Seminaren KI-Kompetenzen stärken
Die HWZ bietet praxisnahe Seminare zu Prompt Engineering, KI-Projekten, Datensicherheit und digitaler Ethik. Entdecke die KI-Seminare der HWZ und finde die passende Weiterbildung für deinen Berufsalltag.






