Kardinal Zen und vier andere Personen wurden festgenommen, weil sie «sich mit ausländischen Staaten und Mächten verschworen» haben sollen.
Bischof Zen (2.v.l.) vor Gericht in Hongkong
Bischof Zen (2.v.l.) vor Gericht in Hongkong - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Zen unterstützte Bewohner Hongkongs, die während Demokratie-Protesten verhaftet wurden.
  • Eine Anklage auf Grundlage des umstrittenen Sicherheitsgesetzes erfolgte bisher nicht.

Der kürzlich in Hongkong vorübergehend festgenommene katholische Kardinal Joseph Zen ist am Dienstag vor Gericht erschienen. Dem 90-jährigen Zen und vier weiteren Beschuldigten wurde zur Last gelegt, einen Fonds zur finanziellen Unterstützung von Demonstranten nicht ordnungsgemäss angemeldet zu haben. Die fünf waren kürzlich unter dem Vorwurf festgenommen worden, «sich mit ausländischen Staaten und Mächten verschworen zu haben».

Zu den vorübergehend Festgenommenen zählten auch die Pop-Sängerin und Aktivistin Denise Ho sowie die langjährige Anwältin Margaret Ng. Die Gruppe unterstützte Bewohner Hongkongs, die während der Demokratie-Proteste vor drei Jahren festgenommen wurden, finanziell. Eine Anklage wegen einer «Verschwörung mit ausländischen Staaten» kann eine lebenslange Haftstrafe zur Folge haben. Diese Anklage auf Grundlage des umstrittenen nationalen Sicherheitsgesetzes erfolgte bislang nicht.

Seine Festnahme hatte für Kritik gesorgt

Stattdessen wurde den Gründern des Fonds zur Last gelegt, ihren inzwischen aufgelösten Hilfsfonds nicht bei der Polizei als «Gesellschaft» angemeldet zu haben. Darauf könnte lediglich eine Strafe von rund 1200 Euro stehen. Der Prozess soll am 19. September beginnen.

An der gerichtlichen Anhörung am Dienstag nahmen Diplomaten aus Deutschland, Frankreich, Schweden und Italien teil. Hongkongs Generalvikar sagte, er sei vor allem besorgt um die Gesundheit Zens, aber dem 90-Jährigen scheine es bislang gutzugehen. Die Festnahme des ranghohen asiatischen Klerikers hatte scharfe Kritik westlicher Staaten hervorgerufen.

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