In Israel sorgen Berichte über die Aktivierung israelischer SIM-Mobilfunkkarten durch palästinensische Terroristen kurz vor ihrem Massaker in Israel.
Isreaelische Soldaten besuchen die Stelle, an der am 7. Oktober bei einem Angriff der Hamas auf dem Nova-Musikfestival in Re'im Feiernde getötet wurden.
Isreaelische Soldaten besuchen die Stelle, an der am 7. Oktober bei einem Angriff der Hamas auf dem Nova-Musikfestival in Re'im Feiernde getötet wurden. - Leo Correa/AP/dpa

Das israelische Militär sah sich laut der «Times of Israel» in Reaktion auf entsprechende Medienberichte gezwungen, klarzustellen, dass der Geheimdienst zwar Anzeichen hatte, dass «einige» israelische SIM-Karten in Gaza aktiviert worden seien. Aber diese seien auch schon früher benutzt worden, ohne dass etwas passiert sei. Berichte, wonach 1000 Karten kurz vor dem Angriff gleichzeitig aktiviert worden seien, seien falsch.

Der Vorgang brachte am Montag auch das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Erklärungsnot. Zunächst habe es bestritten, Netanjahu habe vom Wechsel der Terroristen auf israelische SIM-Karten gewusst, meldeten israelische Medien. Dann habe das Büro des Regierungschefs klargestellt, dass Netanjahu von der Zahl von angeblich Hunderten oder Tausend aktivierten Karten, wie es in Berichten hiess, nichts gewusst habe. Von Details über einige wenige Karten habe er nach dem 7. Oktober erfahren, schrieb die Zeitung «Haaretz».

Terroristen der islamistischen Hamas sowie anderer extremistischer Gruppen hatten am 7. Oktober vergangenen Jahres ein beispielloses Massaker in Israel verübt. Sie ermordeten dabei mehr als 1200 Menschen und verschleppten 250 weitere in den Gazastreifen. Eine grosse Frage ist bis heute, wie Geheimdienst, Militär und politische Führung derart überrascht werden konnten. Der israelische Generalstabschef Herzi Halevi hatte eine gründliche Untersuchung der Reaktion der Streitkräfte auf den beispiellosen Überfall angekündigt. In Israel gibt es massive Kritik an Regierungschef Netanjahu, der bisher keine direkte Verantwortung für das politische und militärische Versagen am 7. Oktober übernommen hat.

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