In Ägypten kam es zu mehreren tödlichen Hai-Angriffen. Jetzt handeln die Behörden – und raten Badegästen davon ab, Parfüm zu tragen.
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In Ägypten kamen zwei Frauen ums Leben, nachdem sie von einem Hai angegriffen wurden. (Symbolbild) - Pexels
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Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei europäische Touristinnen kamen in Ägypten bei Hai-Angriffen ums Leben.
  • Jetzt geben die Behörden Tipps, wie sich Schwimmer vor den Raubfischen schützen können.
  • Unter anderem empfehlen sie, kein Parfüm zu tragen.

Tausende zieht es jährlich an Ägyptens Rotmeer-Küste. Anfang Juli dann die Schocknachricht: In eine Bucht nahe der beliebten Feriendestination Hurghada werden zwei Touristinnen bei Hai-Angriffen getötet. Auch eine Einheimische soll laut Informationen von Nau.ch getötet worden sein.

Brisant: Nur wenige Minuten, bevor eine Österreicherin (†68) starb, wurden die Bademeister Berichten zufolge von anderen Badegästen vor Haien gewarnt. Sie sollen die Bedenken weggelacht haben: «Es gibt hier keine Haie und gab nie welche.»

Behörden verteilen Liste mit Don'ts

Jetzt – nach der Tragödie – nimmt man in Ägypten die Bedrohung durch Haie anscheinend ernster. Um die Touristen zu schützen, haben die lokalen Behörden eine Reihe von Massnahmen ergriffen, wie «Middle East Eye» berichtet.

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Helfer werfen der Österreicherin von einer Brücke aus ein Seil zu.
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Die Partei verabschiedet sich von der 68-jährigen österreichischen Lokalpolitikerin.
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Die Österreicherin kämpft gegen den Hai, das Wasser ist blutrot.

Unter anderem wird jetzt eine schriftliche Anleitung an Schwimmer und Taucher verteilt. Darin ist aufgelistet, was man im Meer angesichts der Hai-Gefahr besser nicht tun sollte. So sollte man beispielsweise davon absehen, Lebensmittel ins Meer zu werfen. Auch vor dem Tragen von Parfüm wird gewarnt.

Nach den Hai-Attacken wurde der betroffene Strandabschnitt für drei Tage gesperrt – jetzt sind entsprechende Untersuchungen im Gange.

Hai-Angriffe «neues Phänomen»

Hai-Angriffe seien in Hurghada selten, wie ein Beamter der Stadt gegenüber der Zeitung sagt. Ein Mitglied des Ausschusses für Tourismus und Zivilluftfahrt im Repräsentantenhaus erklärt: «Dies ist ein neues Phänomen, das es notwendig macht, dass die Behörden Massnahmen zum Schutz der Touristen ergreifen.»

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Am Strand von Hurghada in Ägypten sind zwei Frauen nach Hai-Attacken gestorben. (Symbolbild)
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Ein Strandabschnitt wurde daraufhin für drei Tage gesperrt. (Archiv)
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Die ägyptischen Behörden haben ausserdem eine Liste mit Dingen verfasst, die Schwimmerinnen und Schwimmer im Meer nicht tun sollten. (Symbolbild)
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Dazu zählt das Tragen von Parfüm. (Symbolbild)

Eine mögliche Lösung: «Ich denke, wir müssen Pufferzonen einrichten, in denen Touristen sicher schwimmen und tauchen können.»

Fürchten Sie sich vor Haien?

Der Tourismus ist für die ägyptische Wirtschaft extrem wichtig. Fast zehn Prozent der Erwerbstätigen des Landes arbeiten in der Branche, die fast zwölf Prozent des BIP ausmacht. Hai-Attacken sind allerdings keine gute Werbung für ägyptische Strände.

Der Tourismussektor ist aufgrund des Ukraine-Kriegs ohnehin schon angeschlagen. Es fehlen die Touristen aus Russland und der Ukraine, die in Spitzenjahren ein Drittel der Touristen ausmachten.

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