Donald Trump

    Wahl «schrecklich»: Donald Trump befürwortet Bolsonaros Einreise

    Keystone-SDA
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    Brasilien,

    US-Präsident Donald Trump stellt sich hinter Flávio Bolsonaro: Trotz Wahlniederlage und laufender Ermittlungen darf der rechte Senator auf ein US-Visum hoffen.

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    US-Präsident Donald Trump (rechts) findet es «in Ordnung», wenn der unterlegene Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro in die USA einreist. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die USA stellen dem Wahlverlierer Flávio Bolsonaro (45) und seiner Familie Visa aus – Trump befürwortet seine Einreise.
    • Brasiliens Oberstes Gericht verbot Bolsonaro aber wegen Geldwäscheverdachts die Ausreise.
    • Laut Medienberichten ist Bolsonaro trotz des Verbots auf dem Weg nach Florida.

    US-Präsident Donald Trump befürwortet eine Einreise des unterlegenen brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro in die USA. «Die Wahl war wirklich seltsam, und ich fand sie schrecklich», sagte Trump am Dienstagabend vor Reportern.

    Für ihn sei es «in Ordnung», sollte Bolsonaro in die USA kommen, so Trump weiter.

    Der US-Präsident hatte zuvor ohne Angabe von Gründen Zweifel an der Legitimität des Wahlergebnisses angemeldet. Und sich damit auf Bolsonaros Seite geschlagen. Einem US-Beamten zufolge sagte die Regierung in Washington Bolsonaro und seiner Familie Visa zu.

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    US-Präsident Donald Trump hat nichts dagegen, wenn in die USA kommt. - keystone

    Bolsonaros Bruder lebt bereits in den USA. Der zu einer langen Haftstrafe verurteilte Vater der beiden Brüder, Brasiliens Ex-Präsident Jair Bolsonaro, gilt als ideologischer Verbündeter Trumps.

    Der rechte Kandidat Flávio Bolsonaro hatte die Präsidentschaftswahl am Sonntag gegen den linken Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva verloren. Die brasilianische Justiz ermittelt in anderer Sache gegen Bolsonaro und hatte ihm nach der Wahl die Ausreise verboten. Bolsonaro floh über Argentinien ausser Landes.

    Findest du es gut, dass die USA ein Visum an Flávio Bolsonaro ausstellen?

    Wo genau sich der rechte Senator nach seiner Wahlniederlage gegen den linken Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva derzeit aufhält, ist unklar. Jedoch mehren sich Medienberichte über eine Ausreise des Sohnes von Ex-Präsident Jair Bolsonaro über Argentinien in die USA.

    Flucht trotz gerichtlichen Verbots?

    Bolsonaro war einer Anordnung des Obersten Gerichts in Brasilien nicht nachgekommen, seine Reisepässe binnen 24 Stunden abzugeben. Der in rechten Kreisen geradezu verhasste Richter Alexandre de Moraes hatte Bolsonaros Reisepässe ungültig machen lassen und ihm untersagt, das Land zu verlassen.

    Die Verfügung erging im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens gegen Bolsonaro und den Anwalt Willer Tomaz. Dabei geht es um mutmassliche Geldwäsche im Zusammenhang mit Unternehmen und Online-Sportwetten.

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    Wo genau sich Bolsonaro momentan befindet, ist unbekannt. - keystone

    Die Bundespolizei fand nach eigenen Angaben Hinweise auf eine Verbindung Bolsonaros zu einem Bankkonto der Firma eines ebenfalls beschuldigten Anwalts. Bolsonaro weist jegliches Fehlverhalten zurück.

    Sein früherer Wahlkampfkoordinator Rogério Marinho sagte bei einer Pressekonferenz, er wisse nicht, wo Bolsonaro sei. «Wir haben noch keine Informationen über seinen Aufenthaltsort.»

    Am Montag hätten sie noch bis zum späten Nachmittag zusammengesessen. Am Dienstagmorgen habe er dann eine Textnachricht von ihm erhalten, in der ihm der Senator mitgeteilt habe, sich an diesem Tag eine Auszeit nehmen und später wieder mit seinen Parteikollegen sprechen zu wollen.

    «Das war's. Das war die einzige Mitteilung, die ich von ihm erhalten habe», sagte Marinho. Auch Bolsonaros Anwalt Frederick Wassef hatte vor der Presse gesagt, dass er nichts zu den Berichten sagen könne.

    Ausreise über Argentinien?

    Die «New York Times» hatte zuvor unter Berufung auf drei US-Beamte berichtet, Bolsonaro sei in die USA ausgereist. Die Zeitung «Folha de S. Paulo» schrieb unter Berufung auf Personen aus dem Umfeld der Bolsonaro-Familie, diese hätten die Information erhalten, dass der Senator nach Argentinien ausgereist sei und von dort in die USA weiterreisen wolle. Der genaue Reiseweg und das Ziel waren zunächst nicht unabhängig bestätigt.

    Flavio Bolsonaro
    Der Präsidentschaftskandidat der Opposition, Senator Flavio Bolsonaro, hält bei einer Wahlkampfveranstaltung im Vorfeld der Stichwahl um das Präsidentenamt eine Rede (Archiv). - keystone

    Auch die argentinische Zeitung «La Nación» berichtete über den angeblichen Flug in die USA. Argentiniens Einwanderungsbehörde teilte demnach mit, dass keine Einreise Bolsonaros registriert sei. Der ultralibertäre argentinische Präsident Javier Milei pflegt gute Verbindungen zu Trump und der Bolsonaro-Familie.

    Bolsonaro hatte jegliche Ausreisepläne bestritten

    Bolsonaro hatte nach seiner Wahlniederlage erklärt, er werde seine Pässe abgeben und sich gegen die aus seiner Sicht ungerechtfertigte Massnahme wehren. Er bestritt jegliche Ausreisepläne.

    Der 45-Jährige führte die Anordnung des Gerichts auf eine Äusserung seines in den USA lebenden Bruders Eduardo zurück. Dieser hatte vor der Wahl eine Ausreise Flávios im Fall einer Niederlage gegen Amtsinhaber Lula befürwortet, dem die Rechte in Brasilien eine Politisierung der Justiz vorwirft.

    Gegen Eduardo Bolsonaro liegt in Brasilien ein Haftbefehl vor. Er hatte während des Strafprozesses gegen seinen Vater Jair Bolsonaro wiederholt auf Sanktionen Washingtons gegen Richter des Obersten Gerichts gedrängt. Jair Bolsonaro verbüsst derzeit im Hausarrest eine 27-jährige Haftstrafe, zu der er wegen Beteiligung an einem versuchten Staatsstreich verurteilt worden war.

    Lula: «Wer nichts zu verbergen hat, muss nichts fürchten»

    Präsident Lula kritisierte die mutmassliche Ausreise seines Rivalen. «Ich frage mich, welche Schuld ein Bürger auf dem Gewissen hat, der gerade die Wahl verloren hat und aus seinem Land flieht», sagte er bei einer Feier zu seinem 81. Geburtstag im Präsidentenpalast.

    «Wer nichts zu verbergen hat, muss nichts fürchten.» Bolsonaro fehle es an Respekt seinen Wählern und der Demokratie gegenüber.

    Die Stichwahl am Sonntag hatte Bolsonaro laut Wahlgericht mit 48,2 Prozent der Stimmen gegen Lula verloren, der dem offiziellen Ergebnis zufolge 51,8 Prozent erhielt. Anders als Bolsonaro selbst hat seine rechte Partei den Wahlsieg Lulas ausdrücklich anerkannt.

    Der unterlegene Kandidat teilte am Montag mit, er wolle Lulas Wahlkampfführung juristisch prüfen lassen. So will er erreichen, dass der Präsident und sein Vize Geraldo Alckmin wegen angeblichen Missbrauchs politischer und wirtschaftlicher Macht im Wahlkampf nicht vereidigt werden dürfen.

    Trump springt Bolsonaro bei

    Auch US-Präsident Donald Trump schürte Zweifel am Ablauf und Ergebnis der Abstimmung. «Ich habe zwar keine Partei ergriffen, aber es wirkte wie eine weitere manipulierte Wahl», sagte der US-Präsident vor Journalisten. «Wissen Sie, Wahlen müssen unanfechtbar sein, und für mich sah es sehr schlecht aus.»

    Auf welcher Grundlage Trump das offizielle Wahlergebnis anzweifelt, liess er offen. Seine eigene Niederlage bei der US-Präsidentenwahl 2020 will der Republikaner bis heute nicht anerkennen, obwohl seine Betrugsvorwürfe seither zigfach widerlegt wurden.

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    Donald Trump hat Flávio Bolsonaro seine Unterstützung zugesagt. - keystone

    Trump hatte sich im Konflikt des Bolsonaro-Lagers mit Brasiliens Justiz klar hinter Flávios Vater Jair gestellt. Dessen Verurteilung zu einer langjährigen Haftstrafe kritisierte Trump scharf. Obwohl er und der Ex-Militär Jair Bolsonaro politisch weitgehend auf einer Linie liegen, hielt sich der US-Präsident im Wahlkampf mit öffentlicher Unterstützung für dessen Sohn Flávio zurück.

    Kommentare

    User #5658 (nicht angemeldet)

    Seid unbesorgt sobald ein Demokrat Präsident wird ist es vorbei mit Flavio in den USA der wird dann abgeschoben nach Brasilien. Wird sich dann verantworten müssen vor Gericht.

    User #3062 (nicht angemeldet)

    Will Trump nun allen Freunden Asyl gewähren?

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