Fast jeder vierte Bewohner des ostafrikanischen Landes sei von Hunger bedroht, erklärten die Vereinten Nationen am Montag.
Klima-Flüchtlinge in Somalia
Klima-Flüchtlinge in Somalia - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Dreimal in Folge ist in Somalia die Regenzeit weitgehend ausgeblieben.
  • Wegen der anhaltenden Dürre werden nun Nahrung, Wasser und Weideland knapp.
  • Bis Mai könnten bis zu 4,6 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen sein.

In Somalia droht nach drei weitgehend ausgebliebenen Regenzeiten eine humanitäre Katastrophe. Fast jeder vierte Bewohner des ostafrikanischen Landes sei von Hunger bedroht, erklärten die Vereinten Nationen am Montag. Bis Mai könnten demnach bis zu 4,6 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen sein.

In Somalia sei es in den vergangenen 30 Jahren nicht vorgekommen, dass die Regenzeit dreimal in Folge ausblieb, erklärte die UNO. Wegen der anhaltenden Dürre werden demnach nun Nahrung, Wasser und Weideland knapp. Rund 169'000 Menschen hätten in der Folge bereits ihre Heimat aufgegeben, in den kommenden sechs Monaten könnten daraus 1,4 Millionen Klima-Flüchtlinge werden.

Eines der ärmsten Länder der Welt

Somalia gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und war in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Schauplatz blutiger Konflikte. Zuletzt waren Naturkatastrophen jedoch der treibende Faktor für Flucht und Verbreibung. «Da zieht ein perfekter Sturm auf», sagte der UN-Verantwortliche für das Land, Adam Abdelmoula, der Nachrichtenagentur AFP.

In den kommenden fünf Monaten seien rund 300.000 Kinder von Unterernährung bedroht. «Sie werden umkommen, wenn wir ihnen nicht rechtzeitig helfen», sagte Abdelmoula. Die UNO beziffert den Bedarf zur Bewältigung der Krise auf knapp 1,5 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro).

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