Ukraine Krieg

    Ukraine-Krieg: Putin weiss wohl nicht genau über den Krieg Bescheid

    Simon Binz
    Simon Binz

    Russland,

    Laut dem US-Geheimdienst ist Wladimir Putin überrascht, dass sein Militär im Ukraine-Krieg nicht mehr erreicht hat.

    Ukraine krieg
    Es ist die grosse Frage: Wie viel weiss Wladimir Putin wirklich über das Geschehen im Ukraine-Krieg? - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der US-Geheimdienst sieht die russische Dominanz im Ukraine-Krieg schwinden.
    • Es wird zudem angenommen, dass Putin wohl nicht über alles Bescheid weiss.
    • Man sehe Knappheit bei Moral, Munition und Logistik, heiss es.

    Wie viel weiss Wladimir Putin wirklich über die Geschehnisse im Ukraine-Krieg? Es ist eine Frage, über die Experten seit einigen Monaten diskutieren. Die Antwort laut der Direktorin des nationalen US-Geheimdienstes lautet: «Er hat wohl kein vollständiges Bild vom Krieg.» Dieses Statement war am Samstag auf einem Militär-Forum in Simi Valley (Kalifornien) zu hören.

    Es sei unklar, inwiefern Putin die Schwierigkeiten im Ukraine-Krieg bewusst seien, sagte die US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines. «Ich denke, er wird zunehmend über die Herausforderungen informiert, denen das Militär gegenübersteht. Wir sind uns aber immer noch nicht sicher, dass er ganz im Bilde darüber ist, wie gross sie sind.»

    Glauben Sie, dass die Ukraine den Krieg gewinnen kann?

    Putin habe sein politisches Ziel, die Ukraine zu kontrollieren, nicht geändert. Er sei aber vom ausbleibenden Erfolg der Offensive überrascht worden, so die Expertin. Die US-Geheimdienstexperten hielten es für möglich, dass Putin seine militärischen Ambitionen zumindest temporär zurückfahren könnte. «Mit dem Gedanken, dass er zu einem späteren Zeitpunkt auf dieses Thema zurückkommen könnte, so Haines.

    Verlangsamung der Kämpfe im Ukraine-Krieg?

    Die US-Geheimdienste rechnen im Verlauf des Winters mit einer weiteren Verlangsamung vom Ukraine-Krieg. Bereits jetzt sei ein reduziertes Tempo der Kämpfe zu beobachten, erklärte Haines weiter. Beide Konfliktparteien würden demnach versuchen, sich für weitere Kämpfe im Frühjahr neu aufzustellen.

    In Geheimdienstkreise herrsche jedoch ein «gewisses Mass an Skepsis», ob die Russen für neue Kämpfe im März überhaupt gerüstet seien. Russland scheine seine militärischen Vorräte in der Ukraine «ziemlich schnell» aufzubrauchen. Derzeit verbrauche Russland etwa mehr Munition als es nachproduzieren könne.

    Die US-Geheimdienstkoordinatorin sprach von einem «wirklich aussergewöhnlichen» Tempo. Der schnelle Verbrauch veranlasse den Kreml auch dazu, Länder wie etwa Nordkorea um Hilfe zu bitten. Das sagte Haines in einem Gespräch mit der NBC-Journalistin Andrea Mitchell auf dem Reagan National Defense Forum. Neben der Nachschub-Beschaffung sah Haines auch Herausforderungen auf logistischer oder moralischer Ebene für Russland.

    Diesbezüglich sei der Blick auf die Ukrainer optimistischer, meinte die Expertin weiter. Trotz russischer Angriffe auf deren Stromnetz und andere zivile Einrichtungen sehe man zudem keine Anzeichen für einen verringerten Widerstandswillen.

    Nur noch ein Viertel der Russen unterstützt den Krieg

    Spannend: Für die Russen dürfte es auch zunehmend schwerfallen, den Ukraine-Krieg gegenüber der eigenen Bevölkerung zu erklären. Das hiess es am Sonntag im täglichen Geheimdienst-Update des britischen Verteidigungsministeriums.

    Ukraine Krieg
    Wladimir Putin verliert wegen dem Ukraine-Krieg zunehmend die Unterstützung in der Bevölkerung. - Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

    Den Briten zufolge zeigen an die Öffentlichkeit gelangte Daten russischer Behörden: Inzwischen unterstützt nur noch ein Viertel der Russen den Ukraine-Krieg. Zu Beginn der Invasion waren es demnach noch rund 80 Prozent. Die teilweise Mobilmachung im September habe den Krieg aber für viele Menschen spürbar gemacht.

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