Beheshta Arghand arbeitete als TV-Journalistin in Afghanistan. Doch aus Angst vor den Taliban ist sie nun geflohen.
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Zwei Wochen nach dem Interview mit dem Taliban-Sprecher hat die TV-Journalistin Beheshta Arghand das Land verlassen. - Twitter /@TOLOnews

Das Wichtigste in Kürze

  • Beheshta Arghand hat als erste Frau einen Taliban-Sprecher im TV interviewt.
  • Doch nun ist die 24-jährige Journalistin aus dem Land geflohen.
  • Wegen der Machtübernahme durch die Taliban hat ihr Sender einen Mitarbeiter-Mangel.

Vor zwei Wochen schrieb sie TV-Geschichte: Als erste Frau überhaupt interviewte Beheshta Arghand einen Taliban-Sprecher. Doch nun ist sie aus dem Land geflohen, wie «CNN» berichtet.

Am 17. August, wenige Tage nach der Übernahme Kabuls durch die Taliban, empfing Arghand einen Sprecher der Islamisten. Die Journalistin vom afghanischen News-TV-Sender «ToloNews» stellte ihm live Fragen. Doch nun sei sie geflohen, schrieb sie «CNN»: «Ich habe wie Millionen anderer Menschen das Land aus Angst vor den Taliban verlassen.»

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Taliban-Kämpfer patrouillieren in Kabul.
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Menschen bemühen sich, die Begrenzungsmauer des internationalen Flughafens Hamid Karzai zu überqueren, um aus Afghanistan zu fliehen.
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Ein Hubschrauber des US-Militärs von Typ Chinook fliegt über der US-Botschaft in Kabul.
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Taliban-Kämpfer stehen Wache vor dem internationalen Flughafen Hamid Karzai in Kabul, Afghanistan, Montag, 16. August 2021.
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Taliban-Kämpfer sitzen in einem Raum des Präsidentenpalastes.

Die erst 24-Jährige habe erst seit etwas mehr als zwei Monaten für den Sender gearbeitet. Zuvor habe sie Journalismus in Kabul studiert und anschliessend für Radio-Stationen und News-Agenturen gearbeitet.

Arghands Abgang ist nicht der erste bei «ToloNews», wie der Besitzer gegenüber «CNN» sagte. «Fast alle unsere bekannten Reporter und Journalisten sind geflohen. Wir arbeiten hart daran, sie mit neuen Leuten zu ersetzen.»

Reporterinnen und Moderatorinnen im TV zu sehen, war in den letzten Jahren keine Seltenheit in Afghanistan. Doch seit der Machtübernahme der Taliban häufen sich Zweifel, dass das auch in Zukunft so sein wird. Die Islamisten haben zwar angekündigt, Frauen weiterhin das Arbeiten zu erlauben. Doch ob dies dann auch der Wahrheit entspricht, ist unklar.

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Mit 15 Jahren überlebte Malala Yousafzai einen Anschlag von Kämpfern der Taliban. Foto: Brendan Esposito/AAP/dpa - dpa-infocom GmbH

Nur zwei Tage nach ihrem Interview mit dem Taliban-Sprecher hat Arghand nochmals afghanische TV-Geschichte geschrieben. Sie interviewte Malala Yousafzai zum ersten Mal im afghanischen Fernsehen. Die Kinderrechtsaktivistin aus Pakistan hat 2012 ein Attentat der Taliban überlebt.

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