Autofahrer werden von den Taliban angewiesen, keine Musik abzuspielen, Pausen zum Gebet einzulegen und nur Frauen mit Hidschab zu transportieren.
Eine afghanische Frau, die eine Burka trägt, verlässt einen kleinen Laden in Kabul. Bislang haben die Islamisten seit der Machtübernahme Mitte August die Rechte von Frauen wieder deutlich eingeschränkt. Foto: Petros Giannakouris/AP/dpa
Eine afghanische Frau, die eine Burka trägt, verlässt einen kleinen Laden in Kabul. Bislang haben die Islamisten seit der Machtübernahme Mitte August die Rechte von Frauen wieder deutlich eingeschränkt. Foto: Petros Giannakouris/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Petros Giannakouris

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Taliban verordneten für Autofahrer in Afghanistan neue Regeln.
  • Diese dürfen keine Musik mehr im Auto abspielen.
  • Ausserdem sollten sie Pausen zum Gebet einlegen und sich Bärte wachsen lassen.

In Afghanistan haben die regierenden militant-islamistischen Taliban Autofahrer angewiesen, im Fahrzeug keine Musik abzuspielen. Ausserdem ordneten sie Beschränkungen für die Mitnahme von Frauen als Passagierinnen an.

Frauen ohne islamischen Hidschab sollten nicht mitgenommen werden. Diess hiess es in einem Schreiben des Ministeriums zur Erhaltung der Tugend und Unterdrückung des Lasters. Dieses wurde an Autofahrer verteilt. Der Sprecher des Ministeriums, Mohammed Sadik Asif, bestätigte am Sonntag die Direktive.

Die Taliban verstehen darunter in der Regel nicht die Bedeckung von Haaren und Hals. Gemeint ist ein Umhang von Kopf bis Fuss.

Bärte und Gebete

In der Direktive wurden Fahrer ausserdem angehalten, keine Frauen mitzunehmen, die ohne männliche Begleitperson weiter als 72 Kilometer reisen wollten. In dem Schreiben, das auch in sozialen Medien kreiste, wurden Autofahrer unter anderem dazu angewiesen, Pausen zum Gebet einzulegen. Sie sollten Menschen dazu raten, sich Bärte wachsen zu lassen, hiess es weiter.

Die Islamisten haben seit der Rückkehr an die Macht die Rechte von Frauen merklich beschnitten. Sie können in vielen Fällen nicht mehr zurück an ihre Arbeitsplätze. Die meisten weiterführenden Schulen für Mädchen sind geschlossen.

Strassenproteste von Aktivistinnen wurden gewaltsam unterdrückt. Viele flohen aus dem Land.

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