Bei einem Selbstmordanschlag in seinem Büro ist ein Taliban-Gouverneur getötet worden. Hinter dem Angriff steckt die Terrorgruppe Islamische Staat (IS).
Strassensperre in Masar-i-Scharif nach dem Angriff
Strassensperre in Masar-i-Scharif nach dem Angriff - AFP
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Das Wichtigste in Kürze

  • In Afghanistan ist ein Taliban-Gouverneur bei einem Anschlag getötet worden.
  • IS-Dschihadisten bekennen sich zu der Tat.

Der Taliban-Gouverneur der afghanischen Provinz Balch ist bei einem Selbstmordanschlag in seinem Büro getötet worden.

Gouverneur Mohammed Dawud Musammil und ein weiterer Mensch seien durch die Explosion im Gouverneursamt der Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif getötet worden, sagte der regionale Polizeisprecher Asif Wasiri der Nachrichtenagentur AFP.

«Es war ein Selbstmordanschlag», fügte der Sprecher hinzu. Es sei noch unklar, wie der Täter in das Gebäude gelangt war.

IS bekennt sich zu Anschlag

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu dem Anschlag. Ein Selbstmordattentäter der Gruppe habe auf Musammil vor seinem Büro gewartet, sei auf ihn zugestürmt und habe seinen Sprengstoffgürtel gezündet, erklärte der IS in seinem Propagandakanal Amaq laut dem US-Unternehmen Site, das auf die Beobachtung extremistisch-islamistischer Plattformen spezialisiert ist. Seit dem Abzug der US-Armee und der Machtübernahme durch die Taliban verübt der IS regelmässig Anschläge in Afghanistan.

Musammil ist einer der hochrangigsten Taliban-Vertreter, die bei einem Anschlag getötet wurden, seit die radikalislamischen Taliban im August 2021 in Afghanistan wieder an die Macht gelangt waren. Ursprünglich war Musammil Gouverneur der östlichen Provinz Nangarhar, wo er den Kampf gegen den IS anführte. Im vergangenen Jahr wurde er nach Balch im Norden des Landes versetzt.

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