Neuer Gletscher in Blatten VS steht unter strenger Beobachtung
Knapp ein Jahr nach dem Abbruch des Kleinen Nesthorns ist Blatten im Walliser Lötschental erneut in Alarmbereitschaft. Diesmal droht der Oigschtchummun-Gletscher teilweise abzubrechen. Eine genauere Einschätzung soll Ende Mai möglich sein.

Der Oigschtchummun-Gletscher liegt südlich der Fafleralp unterhalb des Breitlauijochs. Seine Gletscherfront befindet sich auf einer Höhe von etwa 2600 Metern. In den letzten Monaten wurden dort vereinzelte Steinschläge beobachtet. Er wird nun verstärkt überwacht, wie die Gemeinde Blatten seit Montag auf ihrer Website mitteilt.
Derzeit scheine es wahrscheinlicher, dass die Zunahme von Steinschlag sowohl am Oigschtchummun-Gletscher als auch am Birch-Gletscher ausschlaggebend für das Vorrücken der Gletscherfront ist, erklärte die Walliser Dienststelle Naturgefahren (DNAGE) der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Dienstag.
Die DNAGE gibt sich zuversichtlich: Die ersten Erkenntnisse würden keinen Abgang auf dem darunter liegenden Gletscher erwarten lassen.
Zahlreiche Beobachtungen und Analysen von Satellitenbildern haben allerdings Anomalien aufgezeigt. Am 9. Mai wurde der Gletscher mit Hilfe eines Lasers kartiert. Auf der Grundlage dieser Daten wird derzeit ein detailliertes Modell erstellt. Seit dem 13. Mai ist eine Spezialkamera installiert, die eine kontinuierliche Überwachung des Gebietes ermöglicht.
Die gesammelten Daten werden nun laufend von Fachleuten analysiert. Die Ergebnisse werden bis Ende Mai vorliegen und eine genaue Einschätzung der Lage ermöglichen, wie die Behörden der Gemeinde Blatten schrieben.
Bis dahin bleiben die Kantonsstrasse zwischen Stampbach und Fafleralp sowie der Wanderweg Eisten (ab Geriin) – Kühmatt – Fafleralp aus Sicherheitsgründen gesperrt.






