Syrien: Regierung erklärt al-Hol-Lager zur Sperrzone
Syriens Innenministerium hat das Lager al-Hol nach dem Abzug der von Kurdenmilizen angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) zu einer Sperrzone erklärt.

In einer von der staatlichen Nachrichtenagentur Sana veröffentlichten Erklärung des Ministeriums hiess es, auch andere neu übernommene Haftzentren in der Provinz gelten als Sperrgebiet.
Ziel der Massnahme sei es, die Kontrolle über das Lager zu festigen, nach entkommenen Kämpfern der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu suchen und sicherheitsrelevante Daten für die Verwaltung zu erfassen. Das Betreten der Sperrzonen sei untersagt, Verstösse würden rechtlich verfolgt.
Nachdem die syrische Armee in den vergangenen Tagen immer weiter in kurdisch kontrollierte Gebiete vorgerückt war, zogen die SDF gestern auch von dem berüchtigten al-Hol-Lager ab. Bis dahin waren die SDF für die Verwaltung und Bewachung dort zuständig. Seit gestern Abend gilt ein Waffenstillstand.
Im al-Hol-Camp sind Tausende Angehörige von IS-Kämpfern untergebracht – vor allem Frauen, Kinder und Jugendliche. Das Lager gilt zwar offiziell nicht als Gefängnis, wird von Bewohnern aber oft als solches beschrieben. Freiwillig verlassen können die Menschen das Lager nicht. Schon seit langem besteht die Sorge, dass hier eine neue Generation der Terrororganisation heranwächst. Das Lager ist isoliert von der Gesellschaft und in einer Wüstenlandschaft nahe der irakischen Grenze gelegen.
Eine kurdische Quelle, die zuvor für die Verwaltung des Lagers zuständig war, sagte der Nachrichtenagentur DPA, dass einige Bewohner geflohen seien. Um wie viele es sich handelt, ist nicht klar. Der Quelle zufolge waren jedoch immer noch Menschen dort. Seit gestern gebe es dort keine Wasserversorgung. In dem Lager waren bis zuletzt rund 23.000 Menschen untergebracht.














