In Südkorea erschüttert der Tod einer Unteroffizierin nach mutmasslicher sexueller Belästigung durch einen Vorgesetzten die Armee.
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Mitglieder der südkoreanischen Armee bei der «Büez». (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Unteroffizierin hat sich nach sexueller Belästigung mutmasslich das Leben genommen.
  • Der südkoreanische Luftwaffen-Chef trat deshalb am Freitag zurück.

In Südkorea erschüttert der Tod einer Unteroffizierin nach mutmasslicher sexueller Belästigung durch einen Vorgesetzten die Armee. Der Chef der Luftwaffe, Lee Seong Yong, trat am Freitag mit der Begründung zurück, dass er sich für die Umstände verantwortlich fühle.

Präsident Moon Jae In nahm nach Angaben seines Büros den Rücktritt an. Die 23-jährige Soldatin war im vergangenen Monat tot aufgefunden worden. Vermutet wird Suizid. Ihre Familie wirft dem Militär vor, es habe den Fall vertuschen wollen.

Hat Offizier eine Frau belästigt?

Ein Militärgericht hatte am Mittwoch Haftbefehl gegen einen Luftwaffenoffizier erlassen, der die Frau auf dem Weg zum gemeinsamen Stützpunkt in der Stadt Seosan vor drei Monaten im Auto belästigt haben soll. Die Frau im Rang eines Feldwebels hatte den Vorfall gemeldet.

Ihre Vorgesetzten drängten sie nach Medienberichten jedoch, mit dem Beschuldigten eine Einigung zu finden. Auch hätten sie das Verteidigungsministerium nicht vollständig informiert.

Am Donnerstag seien zwei ehemalige Vorgesetzte von ihren Dienstpflichten entbunden worden, berichtete Südkoreas Nachrichtenagentur Yonhap. Gegen sie soll wegen Vernachlässigung der Pflichten und Versuchs der Nötigung ermittelt werden.

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