Sturzflut als erster Test für Nepals Gen-Z-Regierung
Nach der Sturzflut in Nepal werden fast 400 ausländische Touristen vermisst. Die Sucharbeiten dauern an. Im Nau.ch-Ticker bleibst du auf dem Laufenden.

Am Mittwoch kam es zu einer heftigen Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und China. Vermutet wird, dass eine Gletscherlawine zunächst einen Zufluss des Bhotekoshi blockiert hatte. Es bildete sich ein See, der dann über die Ufer trat.
Durch die Flut wurden ganze Dörfer und 40 Kilometer befahrbare Strassen zerstört. Auf der chinesischen Seite wurden auch die Stromzufuhr und die Kommunikationsverbindungen zum Grenzübergang abgeschnitten.
Bei dem Unglück sind in Nepal mindestens 157 Menschen gestorben, in China mindestens drei. Mindestens 391 Touristen aus dem Ausland werden vermisst. Die Such- und Bergungsarbeiten dauern an.
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Balen Shah wurde vor wenigen Monaten zum Premierminister Nepals gewählt, im März wurde er vereidigt. Zuvor war die Vorgänger-Regierung von massiven Gen-Z-Protesten zum Sturz gebracht worden. Nun steht der einstige Rapper und ehemalige Bürgermeister von Kathmandu vor seiner ersten grossen Krise.
Über Facebook bekundet der 36-Jährige sein Beileid. Die gesamte nepalesische Regierung stehe den Betroffenen bei, schreibt er.

Zur Bewältigung der Krise muss er nun wohl mit den beiden grossen Nachbarn Indien und China zusammenarbeiten. Für den eher nationalistisch eingestellten Premierminister dürfte das eine grosse Herausforderung werden.

Während seiner Zeit als Bürgermeister von Kathmandu verärgerte er den südlichen Nachbarn, als er eine Karte von Gross-Nepal im Büro aufhängen liess. Darauf sind von Indien kontrollierte Gebiete als nepalesisch eingezeichnet.
Im selben Jahr sagte er eine Reise nach China wegen einer von Peking veröffentlichten Karte ab. Diese zeigte umstrittene Regionen als chinesisch an.
Indien sagt Unterstützung zu
Während der Gen-Z-Proteste wütete er zudem in einem Post gegen Indien, China und die USA. Dabei verwendete er vulgäre Beleidigungen.
Nun also muss er von diesen Ansichten wegkommen und mit den beiden Nachbarn zusammenarbeiten. Immerhin mit Indiens Premierminister Narendra Modi sprach Shah bereits. Modi habe ihm dabei humanitäre Hilfe und Unterstützung zugesagt, teilte Shah anschliessend mit.
Die US-Erdbebenwarte meldete am Mittwochmorgen (Ortszeit) Erschütterungen der Stärke 5,2 in der Region. Zunächst wurde von einem Erdbeben ausgegangen.
Weitere Analysen deuten aber darauf hin, dass «die seismische Energie stattdessen durch einen Gletscherabbruch und Schuttfluss erzeugt wurde».
Auch Anwohner nahmen es am Anfang wie ein Beben wahr. Er habe gedacht, dass es ein Erdbeben am Morgen gegeben habe, wurde der Leiter des Hauptzollamts in Rasuwa, Rajendra Dhugana, von «The Kathmandu Post» zitiert. «Es war die Flut, die sich wie eine fast 100 Meter hohe Welle auftürmte und durch den Markt fegte.»















