Nach Himalaya-Sturzflut: 291 ausländische Touristen werden vermisst
In Nepal kam es am Mittwoch zu einer grossen Sturzflut. Man befürchtet viele Todesopfer.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach einer Sturzflut im Himalaya sind mindestens acht Todesopfer bekannt – viele weitere werden befürchtet.
- Betroffen ist die Grenzregion von Nepal und Tibet, wo mehrere Dörfer verwüstet wurden.
- Von 291 ausländischen Touristen fehlt jede Spur.
Eine heftige Sturzflut zerstörte in Nepal mehrere Dörfer sowie Strassen, Brücken und Kraftwerke. Die Verwüstung tritt entlang des Flusses Bhotekoshi auf, der im Hochland von Tibet entspringt und die nepalesische Provinz Bagmati durchfliesst.
Mindestens acht Todesopfer sind bislang bekannt, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die Behörden berichtet. Laut der Tourismusbehörde Nepals werden 291 ausländische Touristen vermisst. Zudem fehle auch von 93 nepalesischen Touristen jede Spur.
Ein Sprecher der nepalesischen Polizeibehörde meldet zudem 26 vermisste Polizeibeamte.
Menschen werden dazu aufgerufen, in höheren Gebieten Schutz zu suchen.

Auf der anderen Seite der Grenze beklagt auch Tibet «zahlreiche Opfer» und Vermisste. Eine Schlammlawine hatte zuvor einen Landgrenzübergang zwischen China und Nepal getroffen, meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.
291 ausländische Touristen vermisst
In Nepal konnten Helikopter aufgrund des hohen Wassers zunächst nicht landen.
«Es kam alles aus dem Nichts», zitiert «Onlinekhabar» einen Zeugen aus dem betroffenen Gebiet. «Wir hörten ein lautes Geräusch, als würde ein Vulkan ausbrechen. Leute begannen zu schreien und rannten weg.»

Nepals Regierungschef Balendra Shah kündigte den Einsatz der Armee und weiterer Sicherheitskräfte für die Rettungsmassnahmen an. Die Behörden gaben für die flussabwärts gelegenen Gebiete in dem Himalaya-Staat eine Katastrophenwarnung heraus.
Unklar war zunächst, was die Sturzflut ausgelöst hat. Nicht ausgeschlossen wurde, dass ein sogenannter Gletscherseeausbruch dazu geführt haben könnte. Dabei entleert sich plötzlich ein Gletschersee in Form von Flutwellen.
Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping forderte, die Vermissten mit allen Mitteln zu suchen und Menschen in der Region in Sicherheit zu bringen, wie Xinhua meldete. Zudem mahnte er demnach, das Frühwarnsystem zu stärken.
Xi gibt solche Anweisungen in der Regel nur bei besonders schweren Unglücken. Zudem schickte er mit Zhang Guoqing einen ranghohen Kader der Kommunistischen Partei in die betroffenen Region, um die Rettungsmassnahmen zu überwachen.












