Mücken eingeflogen: So gross ist Malaria-Gefahr

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Deutschland,

    In Frankfurt starben zwei Flughafen-Mitarbeiter an Malaria. Die Gefahr durch eingeflogene Anopheles-Mücken ist aber sehr gering.

    malaria
    Eingeflogene Mücken infizierten in Frankfurt sechs Flughafen-Angestellte mit Malaria. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Immer wieder kommt es zu Malaria-Infektionen durch eingeflogene Mücken.
    • Die Gefahr wird aber als «sehr, sehr gering» eingestuft.
    • Der Flughafen Frankfurt hat nun Mückenfallen aufgestellt.

    In Frankfurt sind zwei Personen an Malaria gestorben, vier weitere wurden ebenfalls infiziert. Alle sechs sind Angestellte des Flughafens.

    Dort steckten sie sich auch an: Anfang Juli wurde mindestens eine Anopheles-Mücke als blinde Passagierin nach Deutschland eingeflogen. Anschliessend stach sie die sechs Personen.

    Das deutsche Bundesamt stuft die Gefahr von Malaria trotz der sechs Fälle als «sehr, sehr gering» ein. Infektionen durch eingeflogene Mücken sind demnach extrem selten.

    Hinzu kommt, dass sich die blinden Passagierinnen in Deutschland oder auch in der Schweiz nicht weiterverbreiten können. Anopheles-Mücken sind nicht an das hiesige Klima gewöhnt.

    Auch Ansteckungen von Mensch zu Mensch sind äusserst selten. Einzig durch Bluttransfusionen oder durch Übertragungen von der Mutter auf das ungeborene Kind sind sie möglich.

    Folglich besteht in Deutschland oder der Schweiz praktisch kein Risiko von Malaria-Ansteckungen. Laut dem Robert-Koch-Institut handelt es sich bei den meisten Infizierten in Europa um Reisende, die aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind.

    Flughafen Frankfurt stellt Mückenfallen auf

    Zu Ansteckungen durch eingeflogene Mücken kommt es aber immer wieder. Laut einer 2024 publizierten Studie gab es zwischen 2018 und 2022 in Europa über 140 Fälle von Flughafen-Malaria. Am stärksten betroffen waren Frankreich, Belgien und Deutschland.

    Machst du dir wegen Malaria Sorgen?

    Die Forschenden appellierten damals an die Airlines, die Desinfektionsverfahren der Weltgesundheitsorganisation einzuhalten. Zudem sollten Ärzte Malaria auch dann in Betracht ziehen, wenn die Patienten keine Reisegeschichte haben.

    Der Flughafen Frankfurt hat auf die neusten Fälle reagiert und Mückenfallen aufgestellt. Die gefangenen Mücken wurden in einem Labor untersucht.

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