Streit um Fussballclubs: Mann ersticht seine Frau
Ein Geschäftsmann aus São Paulo wurde zu über 13 Jahren Haft verurteilt: Er erstach seine Frau nach einem Streit ums Fussball-Derby Corinthians gegen Palmeiras.

Das Wichtigste in Kürze
- Leonardo Ceschini erstach seine Frau Érica achtmal, vor den Augen ihrer Zwillinge.
- Auslöser war ein Streit, weil er Corinthians- und sie Palmeiras-Fan war.
- Das Geschworenengericht verurteilte ihn wegen Femizids zu 13 Jahren und 24 Tagen Haft.
Dieser Fussball-Streit zwischen einem Ehepaar in São Paulo endete tödlich!
Der Geschäftsmann Leonardo Souza Ceschini (39) wurde von einem Geschworenengericht zu 13 Jahren und 24 Tagen Haft verurteilt, weil er seine Frau Érica Fernandes Alves Ceschini (34) mit acht Messerstichen getötet hatte. Darüber berichtet unter anderem «Globo TV».
Die Tat ereignete sich bereits am 31. Januar 2021 – einen Tag, nachdem Palmeiras das Finale der Copa Libertadores gegen Santos mit 1:0 gewonnen hatte. Ceschini war Corinthians-Fan, seine Frau unterstützte den Rivalen Palmeiras.

Laut seiner eigenen Aussage kam es deswegen zum Streit, der eskalierte. Die zweijährigen Zwillinge des Paares befanden sich zum Tatzeitpunkt in der gemeinsamen Wohnung im Norden São Paulos und wurden laut einem psychologischen Gutachten Zeugen des Mordes.
Nachbarn alarmierten nach Schreien aus der Wohnung die Militärpolizei, die Érica blutüberströmt auf dem Küchenboden fand. Ceschini war ebenfalls verletzt.
Zunächst hatte er behauptet, seine Frau habe ihn mit einem Messer angegriffen und sich anschliessend selbst getötet – später gestand er die Tat. Er habe ihr drei Stiche in die Brust, vier in den Rücken und einen ins Bein zugefügt und sich dabei auf Notwehr berufen.

Schwester von Opfer: «Wunsch nach Gerechtigkeit»
Nach der Festnahme kam Ceschini im Februar 2021 gegen richterliche Anordnung wieder auf freien Fuss. Erst im Juli 2021 erhob die Staatsanwaltschaft offiziell Anklage wegen Mordes, im Februar 2024 ordnete Richterin Marcela Raia de Sant'Anna schliesslich das Geschworenenverfahren an.
Der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand am Strafgerichtshof Barra Funda im Westen der Stadt statt. Die sieben Geschworenen erkannten neben der Tat selbst auch die erschwerenden Umstände der Grausamkeit, des Femizids sowie der Anwesenheit der Kinder beim Mord an.
Unmittelbar nach der Urteilsverkündung wurde Ceschini in Handschellen abgeführt und inhaftiert. Seine Verteidigung kündigte Berufung an.

Éricas Schwester Aline Oliveira sagte nach dem Urteil, sie hoffe, dass die Jury den Schmerz der Familie nachempfinden und den «Wunsch nach Gerechtigkeit für Érica und für die vielen Frauen, die durch Gewalt zum Schweigen gebracht werden» teilen könne. Die beiden Söhne des Paares leben heute bei ihrer Grossmutter mütterlicherseits, die auch das Sorgerecht hat.












