Russen-Soldaten überleben auf Schlachtfeld keine 35 Minuten

    Aaron Studer
    Aaron Studer

    Russland,

    Im Ukraine-Krieg sterben pro ukrainischem Soldat acht russische Soldaten an der Front. Aber die Verluste sind auf beiden Seiten enorm.

    ukraine
    Der Krieg zwischen der Ukraine und Russland fordert Opfer in hunderttausendfacher Höhe. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach Angaben von russischen Militärbloggern verliert Russland 30`000 Soldaten pro Monat.
    • Wer von Russland eingezogen wird, überlebt nur rund 20 bis 35 Minuten an der Front.
    • Kampf-Drohnen verändern den Krieg nachhaltig.

    Russlands Armee verliert im Ukraine-Krieg derzeit rund 30'000 Soldaten pro Monat. Dies nach Angaben russischer Militärblogger und des russischen unabhängigen Nachrichtenprojekts «Astra»

    russen
    ASTRA ist ein russischsprachiges unabhängiges Nachrichtenprojekt. Der Telegram-Kanal hat mehrere hunderttausend Abonnenten und veröffentlicht Recherchen zu russischen Militärstrukturen. - Telegram/@Astra

    Wer eingezogen wird, soll an der Front im Schnitt nur 20 bis 35 Minuten überleben. Zwischen Einberufung und Tod vergehen demnach oft nur zehn Tage bis drei Wochen.

    Als Hauptgrund für diese Entwicklung gilt der Wandel der modernen Kriegsführung. Drohnen haben die Art, wie Krieg geführt wird, grundlegend verändert.

    Das erklärt der britische Historiker und Oxford-Professor Peter Frankopan in einem Beitrag für das Magazin «Foreign Policy».

    Frankopan geht davon aus, dass Russland derzeit etwa acht Soldaten für jeden gefallenen ukrainischen Soldaten verliert. Um die hohen Ausfälle zu ersetzen, setzt Moskau auf finanzielle Anreize. Freiwillige erhalten Antrittsprämien von bis zu 70'000 Euro.

    Russland erreicht seine Kriegsziele nicht

    Trotz dieser Massnahmen verzeichnet Russland kaum Geländegewinne. Der ukrainische Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj erklärte, seine Truppen hätten in diesem Jahr bereits rund 600 Quadratkilometer zurückerobert. Das entspricht in etwa der Fläche des Kantons Schaffhausen.

    Auch aus den USA kommen Einschätzungen, die Kiew stärken. Robert Ashley, ehemaliger Chef des US-Militärgeheimdienstes DIA, einer zentralen Nachrichtendienstbehörde des US-Militärs, äusserte sich gegenüber dem Sender CBS. Er sagte, die Ukraine sei «dabei, zu gewinnen».

    Russlands Präsident Wladimir Putin zeigte sich davon unbeeindruckt. Im Staatsfernsehen bekräftigte er, die russische Armee werde ihre Ziele weiterverfolgen.

    Ausserdem behauptete er, die Ukraine leide unter einem dramatischen Mangel an Soldaten. Berichte über eine mögliche Waffenruhe wies er zurück.

    Verluste auf beiden Seiten enorm

    Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 sind die Verluste auf beiden Seiten hoch. Nach westlichen Schätzungen sollen bis Juni 2026 zwischen 325'000 und fast 500'000 russische Soldaten gefallen sein.

    Auf ukrainischer Seite gehen Schätzungen von rund 100'000 bis 140'000 getöteter Soldaten aus.

    Belastbare Zahlen gibt es nicht. Beide Seiten halten ihre tatsächlichen Verluste geheim.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #2785 (nicht angemeldet)

    Moralethik bei diesem Artikel fehlt überhaupt aus.

    User #2785 (nicht angemeldet)

    Russland zahlt einen enormen Preis und wird die Ukraine garantiert nicht abgeben, auch wenn sie dafür den Westen vernichten muss.

    Weiterlesen

    16 Interaktionen
    Peking/Moskau
    Wladimir Putin
    105 Interaktionen
    Moskau
    Wolodymyr Selenskyj
    111 Interaktionen
    Selenskyj wirft vor

    MEHR IN NEWS

    Hunger
    Millionen Betroffene
    Glück
    5 Interaktionen
    Neue Umfrage
    istanbul
    1 Interaktionen
    Schulen zu
    1 Interaktionen
    Istanbul

    MEHR AUS RUSSLAND

    öl
    7 Interaktionen
    Moskau
    putin
    47 Interaktionen
    Moskau
    ukraine.
    122 Interaktionen
    Bots
    fsb ukraine-krieg
    8 Interaktionen
    Moskau