Dusch-Gebühr sorgt in Südspanien für Empörung

Vivian Balsiger
Vivian Balsiger

Spanien,

Sonne, Strand, Meer – und danach zur Kasse: An einem Strand in Südspanien ist die Dusche neuerdings kostenpflichtig.

wassersparen
Ein Pilotprojekt zum Wassersparen sorgt am Strand von Matalascañas in Südspanien für mächtig Wirbel. - keystone / X

Das Wichtigste in Kürze

  • An einem Strand in Südspanien kostet eine Stranddusche 30 Cent pro Minute.
  • Die Gemeinde testet das Pilotprojekt, um den Wasserverbrauch zu senken.
  • Badegäste kritisieren die QR- und Münzpflicht als umständlich und teuer.

Ein Pilotprojekt gegen die Wasserknappheit sorgt in Südspanien für hitzige Diskussionen.

Am Strand von Matalascañas, rund eine Autostunde von Sevilla entfernt, müssen Badegäste neuerdings fürs Abduschen bezahlen. Und das kommt gar nicht gut an.

Wer sich nach dem Sprung ins Meer das Salzwasser abspülen will, muss jetzt 30 Cent (rund 30 Rappen) zahlen. Und das für weniger als 60 Sekunden Wasser.

Spanische Medien berichten, dass die kostenpflichtige Stranddusche zunächst testweise installiert wurde.

Teuer und kompliziert

Für zusätzlichen Frust sorgt die Bezahlung: Entweder mit Bargeld oder per QR-Code auf dem Handy.

Der Haken: Der Automat akzeptiert nur zwei Münzsorten und gibt kein Wechselgeld heraus. Wer sein Smartphone nutzt, muss es mit an die Dusche nehmen. Viele fürchten Wasserschäden oder sogar Diebstahl.

Findest du die Massnahme sinnvoll, um Wasser zu sparen?

Die Kritik der einheimischen Badegäste ist deutlich. Besonders Familien ärgern sich über die zusätzlichen Kosten. «Mit der ganzen Familie muss man gleich mehrere Duschen bezahlen», klagt eine Spanierin.

Andere stören sich daran, dass viele gar kein Bargeld an den Strand mitnehmen wollen. Ein weiterer Strandgast klagt: «Ich habe keine Lust, Geld für eine Dusche auszugeben.»

Auch das Argument der Steuern fällt: «Die Dusche sollte gratis sein – dafür zahlen wir doch Steuern!», beschwert sich eine Strandbesucherin.

Gegen Wassermangel

Entwickelt wurde das System von zwei Ingenieuren aus der Region. Die erste kostenpflichtige Dusche steht auf Höhe eines Vier-Sterne-Hotels am mehr als vier Kilometer langen Sandstrand. Die Gemeinde Almonte testet die Anlage vorerst auf unbestimmte Zeit.

Hinter dem umstrittenen Projekt steckt ein ernstes Problem: Spanien leidet seit Jahren unter anhaltender Dürre. Immer wieder mussten Ferienorte die Strandduschen komplett abschalten.

An der Costa del Sol floss zeitweise nur noch Wasser aus den Fussduschen. Um den Verbrauch möglichst gering zu halten.

Kommentare

User #5705 (nicht angemeldet)

Eine gute Gelegenheit Gebühren einzufordern

Wilhelm Tell aus Altdorf

Es geht wohl wie überall nur ums Geld.

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