Aleppo: Syrische Übergangsregierung verkündet Waffenruhe
Nach tagelangen Kämpfen hat Syriens Übergangsregierung eine Waffenruhe für mehrere Stadtteile Aleppos ausgerufen.

Syriens Übergangsregierung hat nach heftigen Gefechten eine Waffenruhe für Aleppo verkündet. Die Feuerpause betrifft die Viertel Scheich Maksud, Aschrafijeh und Bani Seid, berichtet die «taz».
Die Waffenruhe trat am Freitagmorgen um 3 Uhr Ortszeit in Kraft, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Kurdischen Kämpfern wurde eine Frist bis 9 Uhr gesetzt, um die umkämpften Stadtteile zu verlassen.
Bei den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften starben mindestens 21 Menschen. Etwa 16'000 Zivilisten flohen aus den umkämpften Vierteln, berichtet die «taz» unter Berufung auf das Staatsfernsehen.
Zehntausende Vertriebene in Aleppo
Die «Zeit» spricht von bis zu 50'000 Vertriebenen in Aleppo. Die Auseinandersetzungen gelten als schwerste Kämpfe seit dem Sturz von Baschar al-Assad Ende 2024.

Das syrische Verteidigungsministerium erklärte laut «Spiegel», die Waffenruhe solle eine «erneute militärische Eskalation» verhindern. Den abziehenden Kämpfern sei es gestattet, persönliche leichte Waffen mitzuführen, wie die «taz» berichtet.
Die USA begrüssten die Waffenruhe ausdrücklich, berichtet «Al Jazeera». US-Gesandter Tom Barrack dankte allen Beteiligten für ihre Zurückhaltung und ihren guten Willen.
Abkommen von 2025 als Konfliktauslöser
Hintergrund der Eskalation ist ein im März 2025 geschlossenes Abkommen zwischen der Übergangsregierung und den Kurden. Die kurdischen Einheiten sollten bis Ende 2025 in die syrische Armee integriert werden, erklärt die «taz».
Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, die Angriffe initiiert zu haben, wie das «SRF» berichtet. Die Kurden fordern eine dezentrale Regierung für ihre Gebiete, was bisher nicht umgesetzt wurde.















