Syrien: Ausgangssperre in Hafenstadt Latakia nach Protesten

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    Nach gewalttätigen Ausschreitungen ist in der syrischen Stadt Latakia eine Ausgangssperre verhängt worden. Das Verbot solle vom frühen Dienstagabend bis Mittwochmorgen gelten, teilte die Behörde für Innere Sicherheit in der Küstenstadt mit.

    dpatopbilder - Demonstranten der alawitischen religiösen Minderheit demonstrieren zwei Tage nach einem Bombenanschlag in einer alawitischen Moschee in Homs, bei dem acht Menschen getö...
    dpatopbilder - Demonstranten der alawitischen religiösen Minderheit demonstrieren zwei Tage nach einem Bombenanschlag in einer alawitischen Moschee in Homs, bei dem acht Menschen getö... - Keystone/AP/Omar Albam

    Die Sperre gelte nicht für Notfälle, medizinisches Personal oder Rettungskräfte, hiess es vom Generalkommando der Stadt. Hintergrund der Anordnung sind die Proteste in verschiedenen Provinzen, die am Sonntag in gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern der syrischen Regierung umgeschlagen waren.

    Mindestens vier Menschen kamen nach Behördenangaben bei den Zusammenstössen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Am Montagabend kochten in Latakia während der Begräbnisfeier für eines der Opfer laut Sicherheitsbehörden erneut Proteste hoch.

    Anfang Dezember vergangenen Jahres hatte eine Rebellenallianz unter Führung der Islamistengruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) die Regierung in Damaskus gestürzt und damit eine mehr als 50-jährige Herrschaft der Assad-Familie beendet. HTS-Kopf Ahmed al-Scharaa führt heute das Land mit rund 23 Millionen Einwohnern als Übergangspräsident an.

    Die Provinz Latakia wird überwiegend von Alawiten bewohnt – eine schiitische Minderheit, der auch die Familie des ehemaligen Präsidenten Baschar al-Assad angehört. Unter der neuen, sunnitischen Regierung fürchten Mitglieder der Glaubensgemeinschaft eine Verfolgung, auch wenn al-Scharaa Minderheiten Schutz versprochen hat.

    Seit dem Sturz von Assad wurde Syrien von mehreren Fällen religiös motivierter Gewalt gegen Minderheiten mit teils Hunderten Toten erschüttert. Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London waren die Proteste eine Reaktion auf einen Aufruf des prominenten alawitischen Führers Ghasal Ghasal, das Recht auf Selbstbestimmung einzufordern.

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    Kommentare

    User #1643 (nicht angemeldet)

    Syrien braucht jetzt die Fachkräfte, welche bei uns verweilen zum Wiederaufbau!

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