Anschlag

    Pager-Anschlag auf Hisbollah: Was ist genau passiert?

    Peter Müller
    Peter Müller

    Libanon,

    Im Libanon detonierten hunderte Pager und rissen fast ein Dutzend Hisbollah-Anhänger in den Tod. Was genau ist passiert und was sind mögliche Folgen?

    Mann wird nach Angriff auf Hisbollah in Ambulanz gebracht
    Bei den Explosionen im Libanon wurden zahlreiche Mitglieder der schiitischen Hisbollah-Miliz verletzt. - dpa

    Die Explosion hunderter Pager im Libanon sorgt für Aufsehen. US-Medien berichten über die Hintergründe und Folgen dieses mutmasslichen Anschlags auf die Hisbollah. Ein Überblick über die wichtigsten Meldungen. Willst du die neusten Updates, gelangst du hier zum News-Ticker.

    Bereitet dir der Nahostkonflikt Sorgen?

    Die «New York Times» berichtet, dass der israelische Geheimdienst Mossad hinter der Aktion stecken soll. «Dem Geheimdienst sei es gelungen, eine Lieferung von Pagern abzufangen und in den Geräten einige Gramm Sprengstoff zu platzieren».

    Die Pager wurden laut «New York Times» beim taiwanischen Hersteller Gold Apollo bestellt. Der Gründer des Unternehmens, Hsu Ching-Kuang, weist jedoch Vorwürfe zurück. «Das Produkt war nicht von uns. Es trug nur unseren Markennamen», zitiert ihn die Zeitung.

    Kartenausschnitt vom Libanon
    Der Anschlag fokusierte sich auf Kämpfer im Libanon, insbesondere in Beirut. - OpenStreetMap

    Ausmass und Folgen des Anschlags

    Die «Washington Post» berichtet von verheerenden Folgen für die Hisbollah. Bei den Detonationen kamen demnach mindestens neun Menschen ums Leben. «Fast 3000 wurden verletzt – darunter zahlreiche Hisbollah-Kämpfer sowie der iranische Botschafter in Beirut».

    Das US-Nachrichtenportal «Axios» geht noch weiter. «Die Explosionen legten auch einen wesentlichen Teil des militärischen Kommando- und Kontrollsystems der Hisbollah lahm», heisst es dort. Die Hisbollah kündigte daraufhin Vergeltungsschläge gegen Israel an.

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    Dieses Video einer Überwachungskamera in einem Supermarkt in Libanon zeigt den Moment, als die Pager explodieren. Nun reagiert die Airline Emirates und verbannt die Handy-Vorläufer aus den F - X@metal00008

    Die «Los Angeles Times» berichtet, dass die Pager als sicheres Kommunikationsmittel galten. «Die Kämpfer der Hisbollah benutzen Pager, um der Ortung durch Israel auf Smartphones zu entgehen», schreibt die Zeitung. Mehr dazu erfährst du hier: Darum nutzt die irantreue Miliz die 90er-Jahre-Pager.

    Reaktionen und Hintergründe

    Das «Wall Street Journal» zitiert einen hochrangigen libanesischen Sicherheitsbeamten. Dieser erklärt: «Der Mossad hat eine Platine mit Sprengstoff und einem Code in das Gerät eingeschleust. Es ist sehr schwierig, das mit irgendwelchen Mitteln zu entdecken». Zunächst wurde noch eine Cyberattacke in Erwägung gezogen.

    Nahostkonflikt - Libanon
    Es ist fraglich, ob der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon noch diplomatisch gelöst werden kann. (Archivbild) - dpa

    Die «USA Today» berichtet, dass die modifizierten Geräte bereits Anfang des Jahres ins Land gelangt seien. «Sie blieben monatelang unbemerkt», schreibt die Zeitung unter Berufung auf Insider.

    Das israelische Militär hat sich laut «CNN» zu den Vorfällen noch nicht geäussert. Die Spannungen in der Region nehmen jedoch zu. Die Hisbollah feuerte laut israelischer Armee «etwa 40 Geschosse von Libanon aus auf Israel».

    Kommentare

    User #3995 (nicht angemeldet)

    Der Pager-Angriff hat die Hisbollah an empfindlicher Stelle getroffen und ist auch deshalb ein Meisterstück psychologischer Kriegsführung

    Contamination

    Grossartige Aktion des israelischen Geheimdienstes. Zeigt auch, wie unfassbar gross der Technologie- und Intelligenzabstand zwischen Israel und seinen muslimischen Feinden ist

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