Französische Stadt jagt Grüsel-Hündeler mit DNA

    Bettina Zanni
    Bettina Zanni

    Frankreich,

    Hündeler, die den Kot ihrer Tiere liegen lassen, fliegen auf. Die Stadt Saint-Omer in Frankreich greift zu DNA-Proben.

    Hunde
    Hundekot, den die Besitzer nicht einsammeln, sorgt regelmässig für Ärger. - pixabay

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Stadt Saint-Omer sagt mit DNA-Proben dem Hundekot den Kampf an.
    • Mittels DNA-Proben identifiziert die Gemeinde Hundehalter, die Häufchen liegenlassen.
    • Die Massnahme zeigt Erfolg.

    Bei Ywan Schürmann dampfte die Kacke. Regelmässig liess ein Hundehalter die Exkremente seines Vierbeiners auf einer landwirtschaftlich genutzten Wiese liegen.

    An der Gemeindeversammlung in Egerkingen SO setzte er sich 2024 deshalb für eine Datenbank ein. In dieser sollten DNA-Proben von Hundekot gespeichert werden. Damit könnten Grüsel-Hündeler zur Rechenschaft gezogen werden.

    Sollen Gemeinden DNA-Tests für Hunde einführen?

    Schürmanns Antrag scheiterte an der Gemeinderversammlung kläglich. Abgesehen von ihm stimmte kein einziger Stimmbürger für die Datenbank.

    Tatsächlich gibt es aber Gemeinden, die mit DNA-Proben Grüsel-Hündelern den Kampf ansagen.

    Busse von 250 Franken

    In der nordfranzösischen Stadt Saint-Omer müssen Hündeler ihr Tier seit sechs Monaten einem Gen-Test unterziehen. Dies berichtet «Le Parisien».

    Wird Hundekot liegengelassen, entnimmt die Gemeinde eine Kotprobe und schickt diese ins Labor. Das identifiziert den Hund und damit dessen Halterin oder Halter. In der Folge kassiert die Person eine Busse von knapp 250 Franken.

    Stadtpräsident François Decoster bezeichnet die Massnahme als letztes Mittel. Reinigungsdienste, Sensibilisierungskampagnen oder das Verteilen von gratis Hundesäckli hätten keinen Erfolg gebracht, erklärt er.

    40 Prozent weniger Hundekot

    Die DNA-Proben haben die Situation deutlich verbessert.

    Seit Juni registriert die Gemeinde rund 40 Prozent weniger Hundekot auf dem getesteten Gebiet – rund 20 Prozent des Stadtgebiets.

    Doch die Anti-Kack-Massnahme hat auch ihren Preis. 42'000 Franken kostet sie über zwei Jahre.

    Die Kosten reuen den Stadtpräsidenten nicht. Im Vergleich zum Jahresbudget für die Stadtreinigung von knapp 800'000 Franken sei dies relativ wenig, sagt François Decoster.

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    Kommentare

    User #2648 (nicht angemeldet)

    Wieso kommt jemand psychisch an den Anschlag, wenn er den Hundekot richtig entsorgt ? Müsste eigentlich glücklich machen.

    User #2648 (nicht angemeldet)

    Ganz klar obligatorisch DNA einführen. Aber nicht jede Gemeinde etwa wursteln, sondern schweizweit. Nur so werden die Arroganten von den Hundehalter zur Rechenschaft gezogen. Der grösste Teil von ihnen sind sehr pflichtbewusst und werden trotzdem in die gleiche Ecke gestellt. Aber bis in der Schweiz etwa geschieht, vergehen wieder Jahre, leider.

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