Anschlag

    Anschlag in Australien überschattet jüdisches Lichterfest in Bern

    Keystone-SDA Regional
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    Bern,

    Etwa 100 Menschen haben sich am Dienstagabend auf dem Berner Rathausplatz zur Feier des jüdischen Lichterfests, Chanukka genannt, zusammengefunden. Der Anlass wurde vom Anschlag am Bondi Beach in Australien überschattet.

    Lichterfest Bern
    Etwa 100 Menschen haben sich am Dienstagabend auf dem Berner Rathausplatz zur Feier des jüdischen Lichterfests zusammengefunden. - keystone

    «Wir sind alle erschüttert über den tödlichen Anschlag auf jüdische Menschen in Sydney», sagte die Berner Stadtpräsidentin Marieke Kruit in ihrer Ansprache. Das jüdische Lichterfest stehe symbolisch für religiöse Freiheit und Hoffnung, «dass auch in dunklen Zeiten ein kleines Licht Grosses bewirken kann».

    Dies sei wichtig, denn «wir erleben, dass die Schatten länger werden», betonte Kruit. Antisemitismus nehme weltweit zu. Umso wichtiger sei es, nicht wegzusehen, sondern Haltung zu zeigen – und Licht dorthin zu bringen, wo sich Dunkelheit auszubreiten drohe.

    Polizei vor Ort

    Zur Feier auf dem Berner Rathausplatz eingeladen hatte das Rabbinat der Jüdischen Gemeinde Bern. Auch Vertreterinnen und Vertreter anderer Religionsgemeinschaften nahmen teil. Die Polizei war mit einem sichtbaren Dispositiv vor Ort.

    Auch im Wankdorf trafen sich einige dutzend Personen zum Lichterfest, darunter Repräsentanten der australischen Botschaft. Unter anderem der Berner Stadtratspräsident Tom Berger wandte sich an die Anwesenden. Er bezeichnete den Anschlag in Australien als «Akt des Hasses» gegen jüdisches Leben. Die Gräueltat betreffe jüdische Menschen überall auf der Welt. Und sie wecke Angst, auch in Bern.

    «Gerade deshalb ist es bedeutungsvoll, dass wir hier gemeinsam stehen. Jüdische Menschen, nichtjüdische Menschen. Menschen mit unterschiedlichen Biografien, Überzeugungen und Lebenswegen. Vereint durch die klare Haltung: Wir lassen Hass und Gewalt nicht das letzte Wort», sagte Berger.

    Marieke Kruit
    Stadtpräsidentin Marieke Kruit und Rabbiner Jehoschua Ahrens haben gemeinsam mit Bernerinnen und Bernern das jüdische Lichterfest gefeiert. - keystone

    Am 14. Dezember ereignete sich ein Schusswaffenangriff auf eine Chanukka-Feier am Bondi Beach in der Nähe von Sydney. 15 Menschen wurden getötet, Dutzende verletzt. Die Behörden stuften den Angriff als terroristischen Anschlag mit antisemitischer Motivation ein.

    Kommentare

    User #4901 (nicht angemeldet)

    Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Zum Beispiel im Gaza, 10'000 bis 20'000 innert drei Jahren ermordete Kinder. Kinder, keine Terroristen.

    User #4322 (nicht angemeldet)

    Gab es auch Todesopfer, die nicht jüdischen Glaubens sind?

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