Russland will tausende Soldaten länger als geplant in Belarus belassen. Die Nato wirft dem Land nun vor, seine Truppen aufzustocken, statt abzuziehen.
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OSZE-Beobachter beim Truppenabzug. - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • An der Grenzregion zur Ukraine werden seit längerem russische Truppen stationiert.
  • Russland versprach, diese Truppen abzuziehen, doch belässt tausende Soldaten in Belarus.
  • Nun wirft die Nato dem Land vor, seine Truppen in Wahrheit aufzustocken.

Die Nato reagiert besorgt auf die Entscheidung Russlands, länger als ursprünglich geplant Tausende Soldaten in Belarus zu belassen. Russland habe versprochen, Truppen aus der Grenzregion zur Ukraine abzuziehen, stocke sie aber tatsächlich auf. Es seien mehr Soldaten nahe der Grenze. Das sagte der Generalsekretär der Militärallianz, Jens Stoltenberg, am Sonntagabend im ARD-«Bericht aus Berlin».

«Risiko eines Angriffs steigt»

Zudem gebe es offensichtlich Bemühungen, in der Ostukraine einen Vorwand für einen russischen Einmarsch zu inszenieren. Stoltenberg sagte weiter, es sei nicht zu spät für einen Kurswechsel Russlands. «Aber das Risiko eines Angriffs steigt.»

Der Westen hatte mit einem Abzug russischer Soldaten aus Belarus nach dem Ende eines Manövers am Sonntag gerechnet. Russland hat nach westlichen Angaben etwa 150 000 Soldaten an der Grenze zum Nachbarland Ukraine zusammengezogen, streitet aber Angriffspläne ab.

Seit 2014 stehen sich die ukrainische Armee und die von Russland unterstützten Separatisten im Osten der Ukraine gegenüber. Die Aufständischen kündigten nun eine allgemeine Mobilmachung an.

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