Korruption

Nach Trump-Brief: Netanyahu ersucht Präsidenten um Begnadigung

Nikolaus Führmann
Nikolaus Führmann

Israel,

Israels Ministerpräsident Netanyahu steht wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht und bittet schon jetzt um Begnadigung. Rückendeckung erhält er aus Washington.

Benjamin Netanyahu
Benjamin Netanyahu würde mit Blick auf die Korruptionsvorwürfe gern begnadigt werden, bevor ein rechtskräftiges Urteil gefallen ist. (Archivbild) - Keystone

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (75) hat Staatspräsident Izchak Herzog am Sonntag offiziell um Begnadigung gebeten. Die laufenden Korruptionsverfahren würden seine Regierungsarbeit behindern, so die Begründung laut der Nachrichtenagentur «Reuters».

Der Politiker muss sich in mehreren Fällen wegen Bestechlichkeit, Betrugs und Vertrauensbruch verantworten. Er selbst bestreitet die Vorwürfe und spricht laut dem «ZDF» von einer «Hexenjagd».

Das Begnadigungsverfahren wird nun vom Justizministerium geprüft, bevor Herzog eine Empfehlung erhält. Die Bitte sei eine aussergewöhnliche und weitreichende Entscheidung, teilt das Präsidialamt laut «ABC News» mit.

Trump fordert Begnadigung von Netanyahu

Auch Donald Trump (78) hatte Herzog zuvor in einem Brief zur Begnadigung Netanyahus gedrängt. Der US-Präsident hatte die Anklage bereits in der Vergangenheit wiederholt als politisch motiviert und ungerechtfertigt bezeichnet.

Brief Trump Begnadigung Netanyahu
Im November forderte US-Präsident Trump seinen israelischen Amtskollegen Herzog auf. Netanyahu zu begnadigen. (Archivbild) - Israel President's Office

Beobachter erinnert Netanyahus Vorgehen an das des US-Präsidenten, der bei eigenen Verfahren ähnliche Strategien angewendet habe. So sieht unter anderem die «New York Times» Parallelen beider Machthaber in der Diskreditierung der Justiz.

Begnadigungen erfolgen üblicherweise erst nach rechtskräftigen Urteilen, im Falle der von Netanyahu geforderten Begnadigung käme es erst gar nicht dazu. Die Opposition fordert derweil eine transparente Aufarbeitung und Netanyahus Rückzug aus der Politik.

Proteste gegen Ersuchen

Das aktuelle Vorgehen von Benjamin Netanjahu gilt als historischer Präzedenzfall in Israel und spaltet das Land. Der Antrag auf Begnadigung wirft Fragen zur Balance von Recht und Politik auf, die weiter für Debatten sorgen.

Netanyahu Proteste Tel Aviv
Demonstranten protestieren am Montag vor einem Gericht in Tel Aviv gegen das Begnadigungsersuchen von Benjamin Netanyahu. - Keystone

Der Ausgang des Begnadigungsverfahrens bleibt bis auf Weiteres offen. Die Folgen für Israels Innenpolitik und internationale Beziehungen dürften in jedem Fall weitreichend sein.

Kommentare

User #5019 (nicht angemeldet)

Der Zweck heiligt also die Mittel. Wenn das Schule macht...

User #5384 (nicht angemeldet)

Bibi ist ein Kämpfer für eine gerechte Sache

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