«Merkwürdig»: Mysteriöses Schweigen um neuen Iran-Machthaber
Der Iran-Krieg dauert bereits seit drei Wochen. Mehrere hochrangige Politiker und Militärs wurden von Israel und den USA getötet.

Das Wichtigste in Kürze
- Am 28. Februar griffen Israel und die USA den Iran an und starteten den Krieg.
- Der Iran schlägt grossflächig zurück und attackiert auch Ziele in den Golfstaaten.
- Im Ticker von Nau.ch verpasst du keine Entwicklung im Nahen Osten.
Am 28. Februar griffen die USA und Israel den Iran an. Seither wurden mehrere hochrangige Militärs und Politiker, darunter der Oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei, getötet. Zudem greift Israel wieder Stellungen der Hisbollah im Libanon an.
Der Iran schlägt grossflächig zurück und attackiert auch die Golfstaaten sowie deren Energieinfrastruktur. Zudem blockiert das Land die für den Ölhandel wichtige Strasse von Hormus, was zu starken Preisanstiegen und grossen Unsicherheiten führt.
Wie lange der Krieg noch dauern wird, ist unklar. Donald Trump sagte am Freitag, er erwäge, die Angriffe zurückzufahren, man stehe kurz davor, die Ziele zu erreichen. Gleichzeitig sind aber Tausende weitere US-Soldaten auf dem Weg in den Nahen Osten.
Mysteriöses Schweigen um Irans neuen Machthaber
17.14: Seit fast zwei Wochen ist Modschtaba Chamenei neuer oberster Führer im Iran, öffentlich gezeigt hat er sich bislang nicht. Das nährt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, seinen Aufenthaltsort und seine tatsächliche Rolle im Krieg.
«Axios» zitierte einen US-Beamten mit den Worten: «Das ist mehr als seltsam. Wir glauben nicht, dass die Iraner sich all diese Mühe gemacht hätten, um einen Toten zum obersten Führer zu ernennen, aber gleichzeitig haben wir keinen Beweis dafür, dass er das Ruder übernommen hat.»

Das israelische Nachrichtenportal «ynet» wiederum beruft sich auf einen Sicherheitsbeamten, dem zufolge Chamenei am Leben, aber womöglich verletzt sei.
Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass er zwar bei Bewusstsein sei, aber nicht öffentlich auftreten könne. Die Revolutionsgarden würden Mitteilungen in seinem Namen verbreiten. «Dort geschieht etwas sehr Merkwürdiges», so der Beamte.
USA hat bereits 8000 iranische Ziele angegriffen
15.26: Das US-Militär hat bei seiner mittlerweile dreiwöchigen Offensive gegen den Iran nach eigenen Angaben mehr als 8000 Ziele angegriffen.
Darunter befänden sich auch 130 iranische Schiffe, sagte der Befehlshaber des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), Brad Cooper, in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video.

«Dies ist die grösste Zerschlagung einer Marine innerhalb eines Zeitraums von drei Wochen seit dem Zweiten Weltkrieg», fügte er hinzu.
Irans Revolutionsgarden kündigen neue Strategie an
14.12: Drei Wochen nach Kriegsbeginn zeigt sich der Iran weiterhin kämpferisch.
Nach Angaben der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews erklärte der Geheimdienst der Revolutionsgarden, man habe die «verwundbaren Punkte des Feindes» analysiert und bereite eine neue Angriffswelle «mit neuen Strategien und moderneren Systemen» vor.
Die Garden erneuerten ihre Drohung mit Vergeltung für Angriffe auf die Infrastruktur des Landes.

Ali-Akbar Welajati, der aussenpolitische Berater des obersten Führers, sagte laut der Nachrichtenagentur Isna, Washington und Tel Aviv redeten «so sehr von Sieg, als wollten sie sich selbst davon überzeugen».
Die Welt werde «nach dieser Krise» eine andere sein – «multipolar und mit dem Iran als Hauptachse des islamischen Pols».
Im Ticker von Nau.ch bleibst du auf dem Laufenden:
Israel will Intensität der Angriffe erhöhen
12.46: Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat für die kommenden Tage eine weitere Verstärkung der Angriffe Israels und der USA im Iran angekündigt.

Ziele seien dabei die iranische Führung und die Infrastruktur, auf die sie sich stütze, sagte Katz nach Angaben seines Büros nach einer Beratung mit ranghohen Militärs im Armeehauptquartier in Tel Aviv.
«In dieser Woche wird die Intensität der Angriffe (...) deutlich zunehmen», sagte er. In Israel beginnt die neue Woche jeweils sonntags.
Laut Iran: Atomanlage Natans angegriffen
10.25: Der Iran hat einen weiteren Angriff auf seine Atomanlage Natans gemeldet.
Die unterirdische Urananreicherungsanlage ist eine der wichtigsten im Land.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim trat kein radioaktives Material aus.
Nach Angaben des Weissen Hauses besteht ein Hauptziel des derzeitigen Krieges darin, zu verhindern, dass der Iran jemals in den Besitz von Atomwaffen gelangt.
Israel wiederum sieht im iranischen Atom- und Raketenprogramm seine grösste existenzielle Bedrohung. Iranische Politiker hatten in der Vergangenheit immer wieder dem jüdischen Staat mit Vernichtung gedroht.
Die USA und Israel hatten bereits im Juni 2025 Irans Atomanlagen bombardiert und stark beschädigt.
Asien leidet unter Blockade der Strasse von Hormus
10.15: Die Blockade der Strasse von Hormus trifft weite Teile Asiens besonders schwer. Das geht aus einer Analyse von Germany Trade & Invest (GTAI) hervor.

Demnach stammt ein grosser Teil der Öl- und Gasimporte in Asien aus der Golfregion. Auch die Luftfrachtkosten auf der Europa-Asien-Route sind dem Bericht zufolge zuletzt um bis zu 60 Prozent gestiegen.
Stark betroffen sind energieabhängige Volkswirtschaften wie Japan, das nahezu sein gesamtes Rohöl aus der Golfregion bezieht.
Neue gegenseitige Angriffe Israels und des Irans
10.00: Drei Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs setzen Israel und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe fort.
In der Nacht und am Morgen gab es nach israelischen Militärangaben Raketenangriffe aus dem Iran auf Israel.
Die israelische Armee griff in der Nacht erneut Ziele im Iran und im Libanon an. Am Morgen teilte das Militär mit, israelische Bodentruppen hätten im Südlibanon mehrere bewaffnete Mitglieder der proiranischen Hisbollah-Miliz beschossen. Ein Hisbollah-Mitglied sei bei einem Schusswechsel getötet worden.
Trump nennt Nato-Partner «Feiglinge»
07.25: Trump bezeichnete die Nato-Verbündeten auf der Plattform Truth Social als «Feiglinge», weil sie den USA nicht bei der Sicherung der Strasse von Hormus geholfen hätten.

Ohne die USA sei das Verteidigungsbündnis ein zahnloser Tiger, schrieb der Republikaner. Jetzt, da der Kampf militärisch «GEWONNEN» sei, beschwerten sie sich über die hohen Ölpreise, würden aber nicht dabei helfen, die Strasse von Hormus zu öffnen.
«Das wäre für sie so einfach und mit nur geringem Risiko verbunden. FEIGLINGE, das werden wir uns MERKEN!», schrieb Trump weiter.
USA lockern Sanktionen auf iranisches Öl auf Schiffen
03.00: Die USA lockern im Iran-Krieg vorübergehend Sanktionen auf iranisches Öl, das sich derzeit auf Schiffen befindet. Das US-Finanzministerium teilte mit, Verkauf und Lieferung seien bis zum 19. April erlaubt.

Mit der Aufhebung von Sanktionen auf Erdöl versuchen die USA, die steigenden Preise für den Rohstoff unter Kontrolle zu bekommen.
Jüngst hatten die USA bereits mitgeteilt, dass russisches Öl, das sich bereits auf Schiffen befinde, vorerst wieder straflos verkauft werden dürfe. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten.
Iran warnt Grossbritannien nach Kurswechsel
02.45: Die iranische Führung hat den britischen Premierminister Keir Starmer gewarnt, sein jüngster Kurswechsel bei der Nutzung britischer Militärstützpunkte durch die USA werde nicht ohne Folgen bleiben.
Die grosse Mehrheit der Briten wolle mit dem israelisch-amerikanischen Krieg nichts zu tun haben, schrieb Irans Aussenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X. Starmer bringe seine eigenen Landsleute in Gefahr, indem er zulasse, «dass britische Stützpunkte für Angriffe gegen den Iran genutzt werden». Der Iran werde «sein Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen».












