Vogelstation Kreuzlingen wird überrannt
Nicht jeder gefundene Vogel braucht Hilfe. Der Tierschutzverein Kreuzlingen bittet Spaziergängerinnen und Spaziergänger, vor einem Eingreifen genau hinzusehen.

Immer wieder werden Vögel von Spaziergängerinnen und Spaziergängern gefunden und mitgenommen. «In vielen Fällen brauchen diese Tiere jedoch keine Hilfe», sagt Alice Elgnerova vom Tierschutzverein Kreuzlingen und bittet deshalb darum, vor einem Eingreifen genau hinzusehen.
Im Frühling und Frühsommer werden häufig Jungvögel in Gärten oder auf einem Spazierweg gefunden und vorschnell mitgenommen. Der Tierschutzverein Kreuzlingen und Umgebung weist darauf hin, dass viele sogenannte Ästlinge – etwa Amseln, Krähen oder Elstern – das Nest bereits vor dem Fliegen verlassen und weiterhin von ihren Eltern versorgt werden.
In solchen Fällen soll nicht eingegriffen werden. «Das Team der Vogelstation Kreuzlingen wird aktuell regelrecht überrannt mit Fundvögeln. Wir befinden uns am Anfang der Hauptsaison und fast täglich werden neue Vögel in die Station gebracht», berichtet Alice Elgnerova.

Die Volieren seine bereits gut mit Jungvögeln belegt. Kritisch werde es im Juni und Juli, wenn die Mai-Vögel noch in der Station aufgepäppelt werden und viele neue dazukämen. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 997 Vögel von der Station aufgenommen.
Hilfe benötigen Jungvögel nur, wenn sie verletzt, geschwächt oder von Katzen oder Hunden gebracht wurden. Hingegen dürfen nackte Nestlinge oder Tiere an gefährlichen Orten gesichert werden.
Die Tiere gehören in eine kleine, gut belüftete Schachtel an einen ruhigen, warmen Ort. Füttern oder Wasser eingeben sei dabei jedoch unbedingt zu vermeiden, da dies lebensgefährlich sein könne.
Der Verein empfiehlt, hilfsbedürftige Tiere rasch in die Wildvogelstation Kreuzlingen-Sägenösch zu bringen und nicht selbst aufzuziehen. Fehler bei Pflege und Fütterung führten immer wieder zu schweren Schäden oder zum Tod der Tiere.
Tag der offenen Tür
Die Wildvogel- und Reptilienpflegestation lädt am 13. Juni von 11 bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Die Wildvogel- und Reptilienpflegestation kann besichtigt werden und das Team beantwortet Fragen rund um die Arbeit der Station.
Zudem bereichern verschiedene Partnerorganisationen das Programm: Die SIGS Ostschweiz informiert über die artgerechte Haltung von Schildkröten, die Imkerei Hablützel über die Umsiedlung von Bienen, Wespen und Hornissen, die Stiftung Tierschutzzentrum Thurgau stellt das geplante Tierschutzzentrum vor und Sandra Kneubühler vom Tierschutzverein Kreuzlingen berichtet über Amphibienrettung in der Region.
Hinweis
Angelina Rabener ist Redaktionsleiterin bei den «Kreuzlinger Nachrichten».








