Menschenrechte

    Menschenrechte: Thailand schiebt 40 Uiguren nach China ab

    Sandra Morgenroth
    Sandra Morgenroth

    Deutschland,

    Trotz internationaler Kritik hat Thailand 40 uigurische Männer nach China abgeschoben. Menschenrechtsorganisationen zeigen sich besorgt.

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    Uiguren kämpfen auch in der Schweiz für ihre Rechte. (Archivbild) - keystone

    In der Nacht zum Donnerstag wurden 40 uigurische Männer von Thailand nach China abgeschoben. Die Aktion erfolgte unangekündigt und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen.

    Mehrere LKWs mit abgeklebten Fenstern verliessen ein Anhaltezentrum in Bangkok, berichtet «Der Standard».

    Menschenrechtslage in Xinjiang

    Die Männer wurden mit einem Sonderflug der China Southern Airlines in die Stadt Kashgar in der chinesischen Provinz Xinjiang gebracht. Diese Region gilt als Heimat der muslimischen Minderheit der Uiguren.

    Dort werden der chinesischen Führung seit Jahren schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

    Internationale Reaktionen

    Die Abschiebung löste scharfe Kritik aus. Die Bundesregierung und Menschenrechtler kritisieren die Abschiebung einer Gruppe von Uiguren aus Thailand zurück nach China.

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    40 uigurische Männer wurden unangekündigt aus Thailand nach China ausgeflogen. (Symbolbild) - keystone

    «Die Abschiebung verstösst gegen den völkerrechtlich verankerten Grundsatz der Nichtzurückweisung von Personen, denen schwere Menschenrechtsverletzungen drohen.» So bezeichnete ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin die Aktion.

    Verstoss gegen internationale Verpflichtungen

    Auch die USA verurteilten laut «Zeit Online» das Vorgehen Thailands. US-Aussenminister Marco Rubio kritisierte das Vorgehen der Regierung in Bangkok.

    Er warnte vor möglicher Verfolgung, Zwangsarbeit und Folter der Abgeschobenen in China. Das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR sieht in der Abschiebung einen klaren Verstoss gegen internationale Verpflichtungen.

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    Menschen demonstrieren zur Unterstützung der Uiguren vor dem europäischen Hauptsitz der Vereinten Nationen in Genf. (Archivbild) - keystone

    «Die thailändische Regierung hätte diese Männer schützen müssen», zitiert «Der Standard» aus einer Mitteilung von Amnesty International.

    Chinas Reaktion

    Chinas Aussenamt bestätigte die Rückführung. Sprecher Lin Jian sagte, diese stehe im Einklang mit chinesischem, thailändischem und dem Völkerrecht.

    Laut chinesischen Angaben diene die Aktion der Bekämpfung von Menschenschmuggel und grenzüberschreitenden Verbrechen. Die chinesische Regierung wies Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen zurück.

    China spricht von «Lügen». Peking versicherte, die Rechte der Abgeschobenen zu respektieren.

    Hintergrund der Abschiebung

    Die nun abgeschobenen Männer waren Teil einer grösseren Gruppe von Uiguren, die 2013 und 2014 illegal nach Thailand eingereist waren.

    Sollte Thailand Uiguren vor der Abschiebung nach China schützen?

    Die Männer sind bereits seit über zehn Jahren in Thailand in Haft. Sie hatten 2013 und 2014 die Grenze nach Thailand illegal übertreten.

    Frühere Abschiebungen

    Während Frauen und Kinder der Gruppe 2015 in der Türkei Asyl erhielten, wurden die Männer in Thailand festgehalten.

    Bereits 2015 hatte Thailand über hundert Uiguren nach China abgeschoben, was damals ebenfalls internationale Kritik auslöste. Die jüngste Abschiebung erfolgte trotz früherer Zusicherungen Thailands.

    Noch vor wenigen Wochen hatte das UNHCR die Zusicherung der thailändischen Regierung erhalten, dass keine Abschiebungen erfolgen. Laut eigenen Angaben wurde diese Vereinbarung jedoch nicht eingehalten.

    Kommentare

    User #2409 (nicht angemeldet)

    Thailand kann das, warum wir nicht?

    User #1005 (nicht angemeldet)

    Öhm, ich behaupte einmal, dass ist Thailand so ziemlich egal.....

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