Schweiz griff durch – nun warnen Deutsche vor Vandalen in Bergen

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Deutschland,

Deutschland klagt über Vandalismus und Partygästen in Winterräumen von Berghütten. Viele Schweizer Unterkünfte ergriffen aus dem gleichen Grund Massnahmen.

berghütten
Viele Berghütten lassen einen Winterraum unverschlossen. Einige Bergsteiger nutzen das schamlos aus. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Schweizer Hütten haben wegen Vandalismus Massnahmen ergriffen.
  • Auch in Deutschland und Österreich kommt es zu Zerstörung in den Winterräumen.
  • Der Alpenverein mahnt, die Schutzräume dennoch unverschlossen zu lassen.

Die Schweiz hat bereits durchgegriffen: In vielen Berghütten ist im Winter bloss der Winterraum als Schutzunterkunft offen. Wie SRF berichtet, werden die Küchen in vielen Fällen abgeschlossen, Öfen verbarrikadiert. Grund dafür sind Bergsteiger, die das Inventar beschädigen und Abfall liegen lassen.

Nicht nur die Schweiz hat mit Vandalen in den Bergen zu kämpfen. Die vom Alpenverein München Oberland betriebene Stüdlhütte in Osttirol wurde verwüstet. Bilder auf Instagram zeigen eingeschlagene Fenster, zerstörte Lichtschalter, eine aufgebrochene Türe und viel Abfall. Es ist die Rede von einer «mutwilligen Zerstörung» des Winterraums.

Dieser ist als Notraum gedacht und soll Berggängern im Notfall eine Übernachtung in einer Unterkunft ermöglichen. In den Kommentaren wird gefragt, wie verbittert man sein müsse. Es sei traurig, was in der Gesellschaft abgehe, findet eine weitere Person. «Nur noch Deppen in den Bergen», schreibt eine dritte.

Auch andere Hütten melden ähnliche Probleme, wie der «Bayerische Rundfunk» (BR) berichtet. Möbel würden beschädigt, Türen aufgebrochen, Müll hinterlassen. Der Deutsche Alpenverein warnt deshalb, dass Winterräume «kein Partyraum, kein Gratis-Schlafplatz und schon gar keine Müllhalde» seien.

Party im Winterraum – und dann abhauen

Doch genau als solche würden sie betrachtet, glaubt DAV-Sprecher Markus Block. Denn in einer Hütte seien billige Schlafsäcke, Alkoholflaschen und Partymüll gefunden worden. Man gehe davon aus, dass die Leute hergekommen seien, um Fotos zu machen, zu feiern und dann wieder abzuhauen.

Es wird ein Social-Media-Trend dahinter vermutet: Junge Leute würden die Winterräume aufsuchen, um «Micro-Adventures» zu inszenieren.

Hast du schon einmal in einer Berghütte übernachtet?

Michael Fracaro von der DAV-Sektion Allgäu-Immenstadt sagt gegenüber der «Allgäuer Zeitung», dass der Vandalismus nicht neu sei. In den vergangenen zehn bis 15 Jahren habe er zunehmenden Egoismus und schwindenden Respekt beobachtet.

Der Alpenverein mahnt trotz der zunehmenden Zerstörung, die Winterräume als Schutzräume unverschlossen zu lassen. Betont wird zudem, dass die grosse Mehrheit der Bergsteiger respektvoll mit den Unterkünften umgehe.

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Kommentare

User #5344 (nicht angemeldet)

Wiso wissen viel das es Junge waren? Ich bin kurz nach einer Gruppe in der Hütte angekommen die ich zwischen 30-45 schätze. Die Gruppe war auf dem Abstig es wurde gekichert und knapp gegrüsst und meine Stimmung bei der Ankunft fiel auf den Gefrierpunkt. Nichts zerstört aber eine Hinterlassenschaft die man immer öfter auch in unserer Natur findet.

User #5184 (nicht angemeldet)

Und wieder heisst es "99% aller Berggänger halten sich an die Regel" um die Volksseele nicht zum Kochen zu bringen und keine Nachahmung zu fördern. Wären es wirklich nur 1%, die Probleme machen - gäbe es kein Problem.

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