«Klingt gut»: Netanjahu soll Trump in Iran-Krieg gelockt haben
Benjamin Netanjahu soll am 11. Februar einen Plan für einen Angriff auf den Iran in den USA präsentiert und so Donald Trump vom Krieg überzeugt haben.

Das Wichtigste in Kürze
- Am 11. Februar waren Benjamin Netanjahu und der Mossad-Chef im Weissen Haus zu Besuch.
- Dort sollen sie einen Vier-Phasen-Plan für einen Angriff auf den Iran vorgestellt haben.
- «Das klingt gut», soll der US-Präsident danach dazu gesagt haben.
- Mitglieder aus Trumps Kabinett waren laut einem Bericht aber skeptisch.
Kurz vor Ende eines US-Ultimatums haben sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenpause geeinigt. Das gibt Donald Trump ein bisschen mehr Zeit, einen Ausweg aus dem Ende Februar begonnenen Iran-Krieg zu finden.
Ein neuer Bericht legt nun nahe, dass Israel die USA im Februar überhaupt erst in den Krieg gelockt hat. Dies sei bei einem Besuch von Benjamin Netanjahu im Weissen Haus am 11. Februar passiert, wie die «New York Times» berichtet.
Die US-Zeitung bezieht sich dabei auf anonyme Hinweisgeber. Demnach habe Israels Premier an diesem Tag zusammen mit dem Chef des Auslandsgeheimdienstes Mossad einen Vier-Phasen-Plan im «Situation Room» vorgestellt.
Netanjahus Vier-Phasen-Plan
Anwesend sollen neben Trump auch die wichtigsten Mitglieder seines Kabinetts gewesen sein. Mit Ausnahme von Vize JD Vance. Dieser gilt als offener Gegner eines grossangelegten Kriegs.
Folgende vier Phasen soll Netanjahu sachlich für einen Angriff auf den Iran präsentiert haben: Zunächst die Beseitigung der Regimeführung und die Zerstörung von Irans Raketenprogramm in nur wenigen Wochen.
Anschliessend würden Aufstände und eine kurdische Streitmacht aus dem Nordwesten das Regime ins Wanken bringen. Und als letzte Phase würde man einen nicht-kirchlichen Führer installieren. Zum Beispiel den in den USA befindlichen Prinzen und Schah-Sohn Reza Pahlavi.
«Das klingt gut», hat Donald Trump nach der Vorstellung des Plans dem Bericht zufolge geantwortet. Einige der Anwesenden im Raum hätten diesen kurzen Satz bereits als Entscheidung für einen Iran-Angriff verstanden.
Mehrere Führungskräfte warnten
Doch bereits am Tag danach sei Netanjahus Vier-Phasen-Plan von Trumps Führungsteam infrage gestellt worden. CIA-Direktor John Ratcliffe etwa habe die Idee eines Regimewechsels als «lächerlich» bezeichnet. «Mit anderen Worten, das ist Bullshit», habe Aussenminister Marco Rubio hinzugefügt.
In den Tagen danach hat demnach Generalstabschef Dan Caine gewarnt, dass es enorm schwierig sein werde, die Strasse von Hormus im Fall einer Blockade durch den Iran zu sichern. Dies hat sich dann im Verlauf des Kriegs auch bewahrheitet.
Selbst die Stabschefin von Donald Trump, Susie Wiles, habe betont: Ein allfälliger Angriff auf den Iran habe das Potenzial, die Gaspreise so kurz vor den Midterm-Wahlen (Anfang November) in die Höhe zu treiben. Auch dies hat sich mittlerweile bewahrheitet.
Laut dem Politikwissenschaftler Carlo Masala hat Donald Trump geglaubt, dass er einen Krieg im Iran schnell gewinnen könne. Dies erklärt er gegenüber «Focus». Das erkenne man auch daran, dass sich Trump über Warnungen aus seinem Führungsteam hinweggesetzt habe.





















