Gesundheit Aargau: Schutzmassnahmen gegen Zecken im Frühling
Im Frühling steigt das Risiko, von Zecken gebissen zu werden, deutlich. Doch wie kann man sich schützen, gegen die kleinen Spinnentiere?

Das Wichtigste in Kürze
- Zecken sind im Frühling aktiv und können die Krankheiten FSME und Borreliose übertragen.
- Schutz, Kontrolle und Impfung helfen dabei, das Risiko deutlich zu verringern.
Mit den steigenden Temperaturen im Schweizer Mittelland erwacht nicht nur die Natur, sondern leider auch ein winziger, aber ernstzunehmender Mitbewohner.
Er hält sich gerne in Wäldern oder Wiesen auf. Sobald es wärmer wird, tauchen sie wieder auf: Zecken. Und mit ihnen das ungute Gefühl nach jedem Spaziergang im Grünen.

Diese kleinen Spinnentiere sind keine Akrobaten, die sich von Bäumen stürzen; vielmehr warten sie geduldig im hohen Gras oder im dichten Unterholz darauf, dass wir sie im Vorbeigehen unbewusst abstreifen.
Das Bundesamt für Gesundheit verzeichnete jährlich mehrere tausend Fälle von Borreliose und zahlreiche FSME-Erkrankungen. Besonders tückisch ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Es handelt sich hierbei um eine virale Infektion, gegen die es keine direkte medikamentöse Behandlung gibt.
So beginnt alles: Starke Müdigkeit und Fieber
Oft beginnt die Krankheit schleichend mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber und Müdigkeit. Sie kann aber in einer zweiten Phase das zentrale Nervensystem angreifen und zu schweren Entzündungen der Hirnhaut führen.
Bei der Borreliose verhält es sich etwas anders, da diese durch Bakterien ausgelöst wird. Hier gibt es zwar keine Impfung, doch eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika ist meist sehr erfolgreich.

Ein wichtiges Warnsignal ist die sogenannte Wanderröte, eine ringförmige Hautveränderung, die nach einem Stich auftreten kann. Sie muss sofort ärztlich abgeklärt werden.
Kleidung als Schutzmassnahme
Die richtige Kleidung macht einen riesigen Unterschied. Lange Hosen und helle Stoffe sind ideal, da man die dunklen Parasiten darauf viel schneller entdeckt.

Was viele vergessen: Nach dem Spaziergang sollte man sich wirklich kurz absuchen, auch wenn man keine Lust hat. Auch wenn es oft nervig ist, diese 3–4 Minuten können entscheidend sein. Wenn die Zecke sich nämlich erst in die Haut eingebohrt hat, ist es meist schon zu spät.
Besonderes Augenmerk sollten Sie auf warme und geschützte Stellen wie Kniekehlen, Achseln oder den Nacken legen. Auch wenn unangenehm, auch der Intimbereich sollte gründlich geprüft werden.
Wer mit Hund oder Katze zusammenlebt, kennt das: Unsere Haustiere bringen aus dem Gebüsch oft mehr mit nach Hause, als uns lieb ist. Zecken nutzen das dichte Fell gerne als Mitfahrgelegenheit und wandern dann ungeniert auf uns Menschen über.

Da man die winzigen Viecher leicht übersieht, ist der «Check» nach dem Gassigehen quasi Pflicht. Ein passender Zeckenschutz sorgt zusätzlich dafür, dass die Tierchen nicht in die Wohnung kommen.
Wenn die Zecke zugebissen hat
Sollten Sie trotz aller Vorsicht eine Zecke entdecken, ist schnelles Handeln gefragt. Mit einer feinen Pinzette lässt sich das Tier hautnah greifen und langsam herausziehen. Eine anschliessende Desinfektion der Einstichstelle ist wichtig, weil sie das Infektionsrisiko weiter senkt.

Besser ist es, schnell einen Arzt aufzusuchen, der die Zecke fachgerecht entfernen kann. Auch hier ist Schnelligkeit gefragt. Der Arzt kann die Zecke entfernen und die Stelle nach Bedarf weiter behandeln.















