Iran-Machtwechsel? Netanjahu: «Das Regime ist schwächer denn je»
Im Nahen Osten tobt der Krieg weiter. Die USA haben einen Friedensplan vorgelegt, den der Iran abgelehnt und mit einem eigenen Vorschlag gekontert hat.

Das Wichtigste in Kürze
- Seit einem Monat tobt im Nahen Osten ein Krieg.
- Die USA haben einen Friedensplan vorgelegt, den Teheran gekontert hat.
- Im Ticker erfährst alles zu den neusten Entwicklungen rund um den Iran-Krieg.
Seit einem Monat bekriegen sich die USA zusammen mit Israel und dem Iran. Mehrere hohe Militärs und Politiker in Teheran wurden getötet. Der Iran seinerseits greift auch die Golfstaaten an und blockiert die Strasse von Hormus. Das hat zu höheren Ölpreisen geführt.
Donald Trump hat zuletzt von einer Waffenruhe, Gesprächen und einem vorgelegten Friedensplan gesprochen. Doch der US-Präsident droht dem Iran auch mit Angriffen auf Energieanlagen, sollte die Strasse von Hormus nicht freigegeben werden. Das Ultimatum wurde aber verlängert.
Teheran dementiert, dass es Gespräche gibt. Der 15-Punkte-Plan für ein Kriegsende wurde zurückgewiesen, dafür ein eigener 5-Punkte-Plan vorgelegt. Gespräche zwischen dem Iran und den USA werden diese Woche erwartet.
Sorgen macht Beobachtern derweil das Eingreifen der Huthi-Miliz in den Krieg. Die vom Iran unterstützte Miliz im Jemen feuerte am Samstag innerhalb von kurzen Abständen Drohnen auf Israel ab.
Im Ticker von Nau.ch bleibst du zu den neusten Entwicklungen rund um den Iran-Krieg auf dem Laufenden.
Papst: Hoffentlich sucht Trump nach «Ausweg» aus Iran-Krieg
22.09: Papst Leo XIV. hat die Hoffnung geäussert, dass US-Präsident Donald Trump nach einem «Ausweg» aus dem Iran-Krieg sucht. «Hoffentlich sucht er einen Ausweg», sagte der Pontifex auf die Frage eines Journalisten vor seiner Residenz in Castel Gandolfo bei Rom.
«Hoffentlich sucht er nach einer Möglichkeit, das Ausmass der Gewalt und der Bombardierungen zu verringern.» Der 70-Jährige ist das erste Oberhaupt der katholischen Kirche aus den USA.

Der Papst war gefragt worden, ob er angesichts des Iran-Kriegs einen Appell an Trump richten wolle. Leo antwortete: «Mir wurde gesagt, dass Präsident Trump kürzlich erklärt hat, er würde den Krieg gern beenden.»
Anschliessend äusserte er seine Hoffnung auf einen Ausweg aus dem Krieg. Ein Ende der Feindseligkeiten wäre ein «bedeutender Beitrag dazu, den entstehenden Hass abzubauen, der ständig zunimmt – im Nahen Osten und anderswo», sagte Leo.
Nordisrael am Abend unter Dauerbeschuss der Hisbollah
21.43: Die libanesische Hisbollah feuert weiterhin Raketen und Drohnen auf Israel – in mehreren Gebieten im Norden des Landes haben am Abend immer wieder die Warnsirenen geheult.
Betroffen war auch die Küstenstadt Haifa. Im westlichen Teil Galiläas gab es laut der Zeitung «Haaretz» innerhalb einer Stunde sechsmal Raketenalarm. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom meldete mehrere Verletzte in Nordisrael, darunter ein Kind, das leicht verletzt worden sei.

Israels Armee teilte auf Anfrage mit, die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz habe im Laufe des Tages Dutzende Drohnen und Raketen auf Israel gefeuert. Die Hisbollah reklamierte mehrere Angriffe auf Israel für sich.
Netanjahu glaubt an iranischen Regime-Sturz
21.40: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass Irans Regierung früher oder später stürzen wird.
«Das Ayatollah-Regime im Iran ist schwächer denn je», sagte er in einer am Abend ausgestrahlten Videobotschaft und fügte hinzu: «Und ich sage Ihnen, früher oder später wird es stürzen.» Wann und wie genau sich ein Machtwechsel vollziehen könnte, liess er offen.

Der Kampf gegen die iranische Führung sei noch nicht vorbei, sage Netanjahu zugleich. Der Iran kann demnach Israel noch immer bedrohen, allerdings nicht mehr seine Existenz gefährden.
Teheran sei inzwischen etwa nicht mehr in der Lage, Zehntausende ballistische Raketen und Marschflugkörper auf Israel zu feuern.
Länder im UN-Sicherheitsrat verurteilen Tod von UN-Soldaten
21.29: Mehrere Mitgliedsländer des UN-Sicherheitsrats haben die tödlichen Zwischenfälle mit Blauhelmsoldaten im Libanon verurteilt.
Unter anderem Frankreich, Grossbritannien, China und Russland missbilligten während einer Sitzung in New York die Vorfälle, bei denen drei indonesische UN-Soldaten durch Explosionen getötet worden waren.

Die Vereinten Nationen haben Ermittlungen aufgenommen, um die Hintergründe zu den Explosionen herauszufinden.
Am Sonntag wurde zunächst ein laut UN-Angaben 28-jähriger Soldat bei der Explosion eines Geschosses in einer Stellung der UN-Friedenstruppen tödlich verletzt. Am Montag kamen zwei Soldaten im Alter von 33 und 26 bei einer Explosion ums Leben.
US-Börsen legen wegen möglichem Iran-Deal zu
19:41: Die US-Börsen haben am Dienstag zur Tagesmitte (Ortszeit) kräftig zugelegt. Berichte über eine mögliche Entspannung im Iran-Konflikt sorgten für eine deutliche Erholungsrally, nachdem die Märkte zuletzt stark unter Druck gestanden hatten.

Der Dow Jones gewann im Verlauf rund 2,1 Prozent oder zeitweise fast 1000 Punkte. Der technologielastige Nasdaq sprang um mehr als 3,3 Prozent nach oben, während der breite S&P 500 etwa 2,5 Prozent zulegte.
Auslöser waren Medienberichte, wonach sowohl der Iran als auch die USA Bereitschaft zu einer Beendigung der Kampfhandlungen signalisiert hätten. Marktteilnehmer sprachen von einer klassischen Erleichterungsrally.
Angriffe auf Golfstaaten gehen weiter
19.33: Auch gut vier Wochen nach Beginn des Iran-Krieges gehen die Angriffe auf die Golfstaaten weiter.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Saudi-Arabien und Kuwait meldeten am Dienstag erneut, Dutzende Raketen, Marschflugkörper und Drohnen abgefangen zu haben.
In Dubai wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM durch herabstürzende Trümmerteile vier Menschen leicht verletzt, in Saudi-Arabien nach Angaben des Verteidigungsministeriums zwei. Darüber hinaus seien Gebäude und Autos beschädigt worden.
Trump wettert wegen Luftraumnutzung gegen Frankreich
19.23: Im Streit um die Nutzung von Luftraum für den Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump Frankreich attackiert.
«Frankreich hat Flugzeugen, die mit Militärgütern beladen nach Israel fliegen wollten, den Überflug über französisches Hoheitsgebiet verweigert», teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Frankreich habe sich in Bezug auf den Iran-Krieg sehr unkooperativ verhalten, fügte er hinzu. «Die USA werden sich daran ERINNERN.»

Eine Sperrung des Luftraums für Flugzeuge, die mit dem Iran-Krieg in Verbindung stehen, gibt es in Frankreich aber nicht, wie aus einer Reaktion des Élysée-Palasts und Recherchen der Zeitung «Le Monde» hervorgeht.
«US-Flugzeuge dürfen unter Einhaltung der internationalen Vorschriften für den Überflug von Staatsluftfahrzeugen französisches Hoheitsgebiet überfliegen», sagte eine diplomatische Quelle der Zeitung.
340 tote Kinder im Iran-Krieg
19.20: Gut einen Monat nach Beginn des Iran-Kriegs sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef in der Nahost-Region bereits mehr als 340 Kinder getötet und Tausende verletzt worden.
Demnach starben im Iran 216 Kinder, im Libanon 124, in Israel 4 Kinder, in Kuwait kam ein Kind ums Leben, wie die Organisation mitteilte. Verletzt wurden im Iran demnach mehr als 1700 Kinder, im Libanon mehr als 400, in Israel mehr als 850. Auch in Bahrain und Jordanien wurden Kinder verletzt.

Unicef forderte ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten. Alle Konfliktparteien sollten grösstmögliche Zurückhaltung üben. Die Zivilbevölkerung – insbesondere Kinder – sowie zivile Einrichtungen müssten jederzeit geschützt werden.
«Alle Konfliktparteien müssen dringend handeln, um das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen und die Rechte von Kindern zu wahren», sagte Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell.
Briten schicken weitere Luftabwehrsysteme in den Nahen Osten
18.22: Zur Abwehr iranischer Angriffe auf Verbündete schickt die britische Regierung weitere Truppen und Luftabwehrsysteme in den Nahen Osten.
Grossbritannien wird das Luftabwehrsystem Sky Sabre in Saudi-Arabien stationieren und den Einsatz von Kampfflugzeugen vom Typ Eurofighter in Katar verlängern, wie Verteidigungsminister John Healey während einer Reise in die Golfstaaten bekanntgab. Zusätzliche Luftabwehrteams und -systeme seien ausserdem in Bahrain und Kuwait eingetroffen.

«Meine Botschaft an die Partner in der Golfregion lautet: Die Besten Grossbritanniens werden euch helfen, euren Luftraum zu verteidigen», sagte Healey der Nachrichtenagentur PA zufolge.
Die «aggressiven Angriffe» aus Teheran würden «unsere Verbündeten und Interessen im Nahen Osten» weiter bedrohen. «Deshalb fliegt Grossbritannien seit dem ersten Tag dieses Konflikts defensive Missionen», sagte Healey weiter.
Pakistan und China stellen Forderungen für Frieden im Nahen Osten vor
17.19: Nach einem Treffen der Aussenminister Chinas und Pakistans in Peking stellen die Länder gemeinsame Forderungen in Bezug auf den Krieg im Nahen Osten vor.
«China und Pakistan fordern eine sofortige Einstellung der Kampfhandlungen und grösstmögliche Anstrengungen, um eine Ausweitung des Konflikts zu verhindern», hiess es in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Humanitäre Hilfe solle in die vom Krieg betroffenen Gebiete vorgelassen werden und Friedensverhandlungen sollten so schnell wie möglich beginnen, hiess es weiter. Zudem forderten die Länder den «Verzicht auf die Anwendung oder Androhung von Gewalt während Friedensgesprächen».
Das Passieren der Strasse von Hormus solle so schnell wie möglich wieder normal ermöglicht werden. Weiter hiess es, ein gemeinsamer Frieden solle auf Grundlage der UN-Charta und internationalen Rechts verhandelt werden.
Iran verschärft Todesstrafe
16.52: Die iranische Justiz will die Todesstrafe künftig für mehr Delikte als bisher «ohne Gnade und Nachsicht» vollstrecken. Das sagte Justizsprecher Asghar Dschahangir dem staatlichen Sender Irib. Zudem sollen die Behörden das gesamte Vermögen der Betroffenen im Land einziehen.
Laut Dschahangir betreffen die Massnahmen nicht mehr nur Spionage für die USA, Israel oder andere «feindliche Staaten».

Auch Terrorhandlungen, die Zerstörung staatlicher Einrichtungen sowie Taten, die «Angst und Schrecken» in der Bevölkerung auslösten, sollen mit der Todesstrafe geahndet werden.
Personen, die durch Fotos oder Videos dem Feind Zielhinweise gäben, würden auch mit der Todesstrafe und der Einziehung ihres gesamten Vermögens bestraft.
Schweiz lehnte mehrere US-Überflugsgesuche ab
16.35: Seit Beginn des Irankonflikts sind beim Bundesamt für Zivilluftfahrt zwölf Überfluggesuche der USA oder anderer vom Iran-Konflikt tangierter Staaten eingegangen. Ein Drittel davon wurde genehmigt.
Gesuche für Überflüge werden laut Bazl genehmigt, wenn sie «nachvollziehbar nicht im Zusammenhang mit dem Konflikt stehen» und wenn es sich um Flüge handelt, die für humanitäre und medizinische Zwecke einschliesslich des Transports von Verwundeten durchgeführt werden.

Abgelehnt würden die Gesuche im Sinne des Neutralitätsrechts, wenn sie im Zusammenhang mit kriegerischen Auseinandersetzungen erfolgten, den «courant normal» überstiegen, wenn sich der Zweck nicht eruieren lasse und wenn die Gesuche aufgrund ihrer Komplexität nicht rechtzeitig bearbeitet werden könnten.
Katar warnt vor Destabilisierung durch US-Truppen
16.30: Katar warnt vor einer weiteren Destabilisierung der Region, sollte es zu einer Bodeninvasion im Iran durch US-Truppen kommen.
«Wir sind gegen jede Eskalation, die die Stabilität der Region weiter gefährden könnte», sagte der Sprecher des katarischen Aussenministeriums, Madschid al-Ansari, in Bezug auf entsprechende Berichte.

Vor Journalisten sagte er weiter: «Wir müssen einen Ausweg für diese Krise finden, denn die verschärfende Eskalation wird von Tag zu Tag schlimmer.»
Eigene Gegenschläge Katars auf den Iran wollte al-Ansari nicht besprechen, der Golfstaat behalte sich Vergeltung dennoch vor.
Hegseth: «In der Zwischenzeit werden wir mit Bomben verhandeln»
16.10: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sieht die kommenden Tage im Krieg mit dem Iran als entscheidend an.
«In nur einem Monat haben wir die Bedingungen festgelegt – die kommenden Tage werden entscheidend sein», sagte er bei einer Pressekonferenz in Washington.

Hegseth betonte, er bevorzuge es, den Krieg mit einem Abkommen zu beenden. «In der Zwischenzeit werden wir mit Bomben verhandeln.»
Hegseth sagte, die neue iranische Führung solle sich klüger verhalten als die alte und einem Abkommen zustimmen. US-Präsident Donald Trump sei dazu bereit. «Wenn der Iran nicht bereit ist, wird das US-Kriegsministerium mit noch grösserer Intensität weitermachen.»
EU-Ratspräsident mahnt Kriegsparteien
15.51: EU-Ratspräsident António Costa hat nach eigenen Angaben von Irans Präsident Massud Peseschkian in einem Telefonat einen Stopp der Angriffe und mehr diplomatische Bemühungen verlangt.
«Um die Lage zu deeskalieren, habe ich Iran aufgefordert, die inakzeptablen Angriffe auf Länder in der Region einzustellen», schrieb Costa in den sozialen Medien.

Costa rief zudem alle Parteien zur Achtung des Völkerrechts auf. «Der Verlust unschuldiger Menschenleben, unter anderem in der Schule von Minab, ist zutiefst bedauerlich», beklagte er.
Bei dem Angriff in Minab am Persischen Golf waren Ende Februar mindestens 168 Schülerinnen, 26 Lehrerinnen sowie 4 Eltern ums Leben gekommen.
Iran bestätigt Angriffe auf Militäreinrichtungen in Isfahan
12.44: Der Iran hat nächtliche Bombardierungen auf Militäreinrichtungen in der Provinz Isfahan bestätigt.
«Derzeit liegen noch keine Informationen über das Ausmass der Schäden oder die Zahl der Toten und Verletzten dieser Angriffe vor», zitierte die iranische Nachrichtenagentur Isna den Vizegouverneur der Provinz, Akbar Salehi.
Die USA hatten einem Medienbericht zufolge einen massiven Angriff auf ein grosses Munitionsdepot in Isfahan ausgeführt. Dafür hätten sie in der Nacht eine grosse Menge bunkerbrechende Bomben mit einem Gewicht von jeweils rund 2.000 Pfund (etwa 900 Kilogramm) eingesetzt, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf einen US-Beamten.
Mehrere Einschläge nach iranischem Raketenangriff auf Israel
09.30: Nach einem neuen iranischen Raketenangriff auf Israel hat es nach Polizeiangaben mehrere Einschläge im Grossraum Tel Aviv gegeben. Polizei und Sprengstoffexperten arbeiteten an der Absicherung der Einschlagsorte, hiess es in der Mitteilung der Polizei.
Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden sechs Menschen verletzt. Gebäude und Fahrzeuge seien beschädigt worden, berichteten israelische Medien. Das Nachrichtenportal «ynet» berichtete, Teheran habe erneut Streumunition eingesetzt.
Im Umkreis der Stadt Tel Aviv hatte es zuvor Raketenalarm gegeben, Einwohner berichteten von Explosionsgeräuschen. Auch der staatliche Rundfunk im Iran berichtete von einer neuen Welle von Raketenangriffen auf Israel.
Bericht: Trump will Krieg beenden – auch ohne Öffnung der Strasse von Hormus
08.25: US-Präsident Donald Trump erwägt laut einem Bericht des «Wall Street Journal», den Krieg gegen den Iran auch dann zu beenden, wenn die Strasse von Hormus nicht wieder geöffnet wird.
Demnach habe er diesen Gedanken in den vergangenen Tagen gegenüber seinen Beratern geäussert.

Seine Sorge sei, dass eine militärische Operation zur Öffnung der Meerenge länger dauern könnte als die vorgesehenen vier bis sechs Wochen.
Stattdessen wolle er den Fokus darauf legen, die iranische Marine und deren Raketenarsenal zu zerstören, um das Regime so zu Verhandlungen zu bewegen und eine Wiederöffnung zu erreichen.
Sollte dies nicht gelingen, ziehe Trump in Betracht, Europa und die Golfstaaten dazu zu drängen, sich um die Öffnung der Strasse von Hormus zu kümmern.
Netanjahu will keinen Zeitplan für Ende des Krieges geben
05.30: Nach Auffassung des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu sind im Iran-Krieg mehr als die Hälfte der Ziele erreicht worden. «Wir haben definitiv die Hälfte hinter uns», sagte Netanjahu am Montag in einem Interview mit dem konservativen US-Sender «Newsmax».

Zugleich betonte er, der Krieg sei mehr als zur Hälfte erledigt – «im Hinblick auf die Missionen, nicht unbedingt im Hinblick auf die Zeit». Er wolle keinen Zeitplan für den restlichen Verlauf des Krieges aufstellen, sagte Netanjahu.
Iran meldet Explosionen und Stromausfälle in Teheran
04.55: In Teilen der iranischen Hauptstadt Teheran ist Staatsmedien zufolge nach Explosionen der Strom ausgefallen.
Die iranische staatliche Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, einige Bewohner im Osten Teherans seien ohne Strom, und die Behörden arbeiteten daran, die Versorgung wiederherzustellen.
Bericht: Massiver US-Angriff auf Munitionsdepot in Isfahan
04.27: Die USA haben einem Medienbericht zufolge einen massiven Angriff auf ein grosses Munitionsdepot in der iranischen Stadt Isfahan durchgeführt. Dafür hätten sie in der Nacht eine grosse Menge bunkerbrechende Bomben mit einem Gewicht von jeweils rund 2'000 Pfund (etwa 900 Kilogramm) eingesetzt, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf einen US-Beamten.
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Trump postete am Montagabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social einen Videoclip, der Explosionen zeigte. Er nannte dazu allerdings keinerlei Kontext. Der Zeitung zufolge handelte es sich dabei um ein Video des Angriffs in Isfahan. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Der 31 Sekunden lange Videoclip zeigt eine Reihe von Explosionen. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass nach dem ursprünglichen Angriff dort gelagerte Munition explodierte.
Rubio: Strasse von Hormus wird «so oder anders» offen sein
02.40: US-Aussenminister Marco Rubio hat sich überzeugt gezeigt, dass die Strasse von Hormus wieder für den Schiffsverkehr geöffnet wird – «so oder anders». Entweder werde sich der Iran bereiterklären, «sich an internationales Recht zu halten» und die Meerenge nicht zu blockieren, sagte Rubio dem Sender Al Jazeera.
«Oder eine Koalition von Nationen aus der ganzen Welt und der Region wird mit Beteiligung der Vereinigten Staaten dafür sorgen, dass sie offen ist». Rubio äusserte sich nicht weiter dazu, was genau er mit «dafür sorgen» meinte. Falls der Iran die Meerenge weiter blockieren sollte, drohten Teheran «wirkliche Konsequenzen, nicht nur seitens der Vereinigten Staaten, sondern von Ländern in der Region und der Welt», sagte Rubio.

Zugleich nannte er als zentrale Ziele der Kampfhandlungen die Zerstörung der Luftwaffe und Marine des Irans sowie eine erhebliche Reduzierung der Zahl der Raketen-Abschussrampen. Diese Ziele werde man in «Wochen und nicht Monaten» komplett erreichen – und dann vor der Frage der Meerenge von Hormus stehen, sagte der US-Aussenminister.
Beschuss von Golfstaaten geht weiter – Iran warnt
01.59: Der Iran setzt seinen Beschuss benachbarter Golfstaaten fort. Das Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien meldete in der Nacht wiederholte Angriffe mit ballistischen Raketen. Die Geschosse seien von der Luftabwehr abgefangen und zerstört worden, hiess es.
Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi schrieb kurz zuvor auf der Plattform X, sein Land betrachte das Königreich als brüderliche Nation. Es sei aber für Saudi-Arabien «höchste Zeit, die US-Streitkräfte des Landes zu verweisen».
Derweil meldete auch Kuwait Beschuss durch Raketen und Drohnen. Ebenso heulten in Bahrain in der Nacht wieder die Sirenen, wie das Innenministerium auf X mitteilte.
In Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten trafen Trümmer nach einem Einsatz der Luftabwehr ein leerstehendes Gebäude und lösten einen Brand aus, wie die Behörden mitteilten. Vier Menschen in der Umgebung seien leicht verletzt worden.
Kuwait-Öltanker Ziel eines «direkten und kriminellen» iranischen Angriffs
01.27: Bei dem Tanker, der vor der Küste Dubais angegriffen wurde, handelt es sich um ein unter kuwaitischer Flagge fahrendes Schiff. Die Kuwait Petroleum Corporation (KPC) vermeldet, dass der Tanker einem «direkten und kriminellen» iranischen Angriff ausgesetzt war.
Laut einer von der kuwaitischen Nachrichtenagentur verbreiteten Erklärung des Unternehmens war der Tanker zum Zeitpunkt des Vorfalls voll beladen. Der Angriff verursachte Sachschäden am Schiffsrumpf und löste einen Brand an Bord aus.
KPC wies ausserdem auf die Möglichkeit einer Ölverschmutzung der umliegenden Gewässer infolge des Einschlags hin. Das Unternehmen bestätigte, dass es bei dem Vorfall keine Opfer gab. Offizielle Stellen gaben an, dass derzeit an einer genauen Schadensbewertung gearbeitet wird.
Zuvor hatte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschiffahrt (UKMTO) mitgeteilt, dass ein Tanker vor der Küste unter Beschuss geraten war. Von wo und von wem das Geschoss abgefeuert wurde, war zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.
Saudi-, Katar- und Jordanien-Regierung warnen vor «gefährlicher Eskalation»
01.00: Die Regierungen von Saudi-Aragien, Katar und Jordanien haben an einem Gipfel in Dschidda vor den iranischen Angriffen gewarnt. Die Länder sprechen von einer «gefährliche Eskalation», die die regionale Sicherheit bedroht.
Bei dem Gipfel in Saudi-Arabien betonten die Führer die Risiken für Schifffahrt, Energieversorgung und Weltwirtschaft und riefen zu gemeinsamer Koordination für Stabilität auf.
Tanker vor der Küste von Dubai beschossen
00.50: Ein Tanker ist im Persischen Golf unter Beschuss geraten. Wie die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) mitteilte, traf ein nicht näher beschriebenes Projektil das Schiff rund 57 Kilometer nordwestlich von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten und löste einen Brand aus.

Die Besatzung sei in Sicherheit, die Behörden ermittelten. Von wo und von wem das Geschoss abgefeuert wurde, war zunächst nicht bekannt. Zuvor hatten nach Angaben der Behörde zwei Geschosse im Persischen Golf vor Saudi-Arabien ein Containerschiff verfehlt.
«Kein Schiff passiert Hormus-Strasse ohne iranische Genehmigung»
00.25: Ein iranischer Beamter teilte «Al Jazeera Arabic «mit, dass kein Schiff die Strasse von Hormuz ohne ein Abkommen mit dem Iran und eine gründliche Überprüfung seiner Dokumente passieren könne.
«Bisher hat noch kein Schiff mit Fracht für ein feindseliges Land die Strasse von Hormuz überquert, und auch in Zukunft wird dies nicht geschehen», fügte der Beamte hinzu.
Trump könnte arabische Länder um Kriegskosten-Anteil bitten
00.01: Das Weisse Haus signalisiert, dass US-Präsident Donald Trump den Ländern am Persischen Golf eine Beteiligung an den Kosten des Iran-Krieges nahelegen will. Sie wolle Trump nicht vorgreifen, aber sie wisse, dass er diese Idee habe und gehe davon aus, dass er sich dazu noch äussern werde, sagte Sprecherin Karoline Leavitt.
Ein Journalist sprach in Leavitts Pressekonferenz in Washington an, dass im Golfkrieg 1990 nach der Besetzung Kuwaits durch Iraks Diktator Saddam Hussein arabische Nachbarländer wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate einen Grossteil der Kosten getragen hätten. Sie denke, Trump sei ziemlich interessiert daran, sie auch jetzt dazu aufzurufen, sagte Leavitt dazu.
Medien: US-Spezialeinheiten im Nahen Osten angekommen
22.41: Hunderte Mitglieder von Spezialeinheiten des US-Militärs sind Medienberichten zufolge im Nahen Osten angekommen. Darunter befinden sich auch Soldaten der Army Rangers, die als Speerspitze der Kommandotruppen des US-Heeres gelten, sowie der Navy Seals, einer Eliteeinheit der US-Marine, wie die «New York Times» und der Sender CBS News übereinstimmend berichten. Die US-Medien berufen sich dabei auf zwei US-Militärbeamte beziehungsweise mit dem Einsatz vertraute Quellen.
Sie schlössen sich Tausenden Marineinfanteristen und Fallschirmjägern des Heeres an, die ebenfalls in der Region angekommen seien – die militärischen Optionen von US-Präsident Donald Trump im Krieg mit dem Iran würden damit erweitert, hiess es. Die Soldaten könnten demnach etwa in Operationen zum Einsatz kommen, die auf die Öffnung der Strasse von Hormus abzielen, auf die Einnahme der für den iranischen Ölexport zentralen Insel Charg oder die Bergung von Irans hochangereichertem Uran.

Seit Tagen gibt es Berichte über eine mögliche Bodenoffensive des US-Militärs im Iran. Trump drängt Teheran öffentlich zu einer diplomatischen Lösung des von den USA und Israel begonnenen Krieges – spart aber gleichzeitig auch nicht mit Drohungen zu weiterer militärischer Eskalation.











