Donald Trump schickt Iran 15-Punkte-Plan für Ende

Simon Binz
Simon Binz, Keystone-SDA

USA,

Der Iran-Krieg läuft seit drei Wochen. Nun soll es offenbar eine Kriegs-Pause geben. Oder doch nicht? Das Neuste im Ticker.

Iran Krieg
Donald Trump sagte am Dienstag (Ortszeit) vor Journalisten im Weissen Haus: «Der Krieg ist gewonnen – die einzigen, die möchten, dass es weitergehen, sind die Fake News.» - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Am 28. Februar griffen Israel und die USA den Iran an und starteten den Krieg.
  • Der Iran schlägt grossflächig zurück und attackiert auch Ziele in den Golfstaaten.
  • Trump spricht nun von einer angeblichen Kriegs-Pause – der Iran widerspricht.
  • Im Ticker von Nau.ch verpasst du keine Entwicklung im Nahen Osten.

Der Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran hat sich in den vergangenen drei Wochen dramatisch zugespitzt: Zahlreiche Ziele im Iran wurden bombardiert, während Teheran mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, US-Stützpunkte und Infrastruktur in der Region reagiert. Zudem blockiert Iran die für den Ölhandel wichtige Strasse von Hormus, was zu starken Preisanstiegen und grossen Unsicherheiten führt.

Glaubst du Trump, dass die USA und Iran derzeit Gespräche führen?

Zuletzt sorgte eine überraschende Ankündigung aus Washington für Bewegung: Trump setzte geplante Angriffe auf iranische Energieanlagen für fünf Tage aus und sprach von «produktiven Gesprächen». Mittlerweile soll auch ein 15-Punkte-Plan nach Teheran geschickt worden sein. Gleichzeitig weist Iran solche Darstellungen entschieden zurück – es gebe keine direkten Verhandlungen mit den USA.

Israel: Keine Teilnahme an Iran-Gesprächen

04.15: Gemäss dem israelischen Botschafters bei den Vereinten Nationen ist das Land nicht an Gesprächen mit dem Iran beteiligt. Danny Danon sagte am Dienstag (Ortszeit) vor UN-Reportern, soweit er wisse, sei Israel nicht Teil der angeblich für später in dieser Woche in Pakistan geplanten Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran.

Er betonte auch: «Während wir hier sprechen, greifen Israel und die USA weiterhin militärische Ziele im Iran an, und wir werden das auch weiterhin tun». Die Angriffe hätten «viel erreicht», aber noch nicht alles, so Danon.

danny danon
Danny Danon ist der israelische Botschafter bei den UN. - keystone

Mit Blick auf mögliche Verhandlungen am Ende des Konflikts betonte er, Israel sei entschlossen sicherzustellen, dass der Iran weder über nukleare Fähigkeiten noch über ballistische Raketen verfügt.

Trump schickt 15-Punkte Plan: «Der Krieg ist gewonnen»

03.10: In einer Pressekonferenz im Weissen Haus hat Trump nachgedoppelt und gesagt, dass man bei den Gesprächen mit Iran gute Fortschritte erziele. Ausserdem betonte der US-Präsident, dass bei den Gesprächen auch Vizepräsident JD Vance und Aussenminsiter Marco Rubio beteiligt seien.

«Der Krieg ist gewonnen – die einzigen, die möchten, dass es weitergehen, sind die Fake News», sagte Trump. Zuvor berichtete die «New York Times», dass die USA dem Iran einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges übermittelt hätten.

USA schickt Iran 15-Punkte-Plan

Demnach fordert Washington unter anderem den Abbau der iranischen Nuklearkapazitäten, ein Ende der Uran-Anreicherung auf iranischem Boden, die Stilllegung von Natanz, Isfahan und Fordo sowie uneingeschränkten Zugang für die Internationale Atomenergiebehörde.

Zudem soll Teheran seine Unterstützung für Stellvertretergruppen in der Region einstellen, die Strasse von Hormus offen halten und sein Raketenprogramm später begrenzen.

Strasse von Hormus
Die Strasse von Hormus ist eine wichtige Handelsroute – seit dem Iran-Krieg haben kaum Tanker die Meerenge passiert. - keystone

Im Gegenzug stellen die USA laut dem Bericht die Aufhebung aller Sanktionen, Unterstützung für das zivile Atomprojekt in Bushehr sowie das Ende der «Snapback»-Gefahr in Aussicht. Der Iran dementiert derweil weiterhin Gespräche mit den USA.

Treibstofflager am Flughafen Kuwait nach Drohnenangriff in Brand

02.18: Am internationalen Flughafen von Kuwait ist bei einem Drohnenangriff ein Treibstofflager getroffen worden und in Brand geraten. Ersten Erkenntnissen zufolge halte sich der Schaden in Grenzen und es gebe keine Verletzten, teilte die Regierung auf der Plattform X mit. Notfallpläne und Feuerwehr seien sofort aktiviert worden, hiess es unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde. Alle relevanten Kräfte seien am Flughafen am Rande von Kuwait-Stadt im Einsatz.

Neue Angriffswelle auf Teheran

01.55: Die israelische Armee hat eine neue Angriffswelle gegen die iranische Hauptstadt Teheran gestartet. Die Angriffe visierten „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“ an, erklärte die israelische Armee am Mittwochmorgen bei Telegram. Zuvor hatte die Armee mehrmals neue Raketensalven des Iran auf Israel gemeldet.

255 verwundete US-Soldaten im Iran-Krieg

00.33: m Iran-Krieg sind bislang 290 US-Soldaten verletzt worden. Das teilte der Sprecher des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos des US-Militärs (Centcom), Tim Hawkins, mit.

Iran-Krieg
Im Iran-Krieg sind mittlerweile 13 US-Soldaten ums Leben gekommen. - Keystone

Von den Verwundeten seien 255 wieder in den Dienst zurückgekehrt, 35 blieben derzeit ausser Gefecht. Zehn Soldaten seien schwer verletzt worden. Seit der letzten Aktualisierung am 16. März ist die Gesamtzahl der Verwundeten um 90 gestiegen. Dreizehn US-Soldaten sind im Verlauf des Krieges im Kampfeinsatz gefallen.

Ölpreis fällt nach Trump-Aussagen wieder unter 100 Dollar

23.23: Die Ölpreise sind nach erneuten Ankündigungen von Verhandlungen mit dem Iran durch US-Präsident Donald Trump wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar gefallen. Während des Iran-Kriegs war der Preis bereits kurzzeitig fast auf 120 Dollar geklettert.

Trump hatte zuvor auf Fragen von Journalisten gesagt, die Iraner seien zu Verhandlungen bereit: «Wir sprechen tatsächlich mit den richtigen Leuten, und die wollen unbedingt einen Deal abschliessen.» Zuvor hatte der Iran diese Bereitschaft bestritten, nach den neuerlichen Trump-Aussagen gab es zunächst keinen offiziellen Kommentar aus Teheran.

Macron drängt Iran zu Verhandlungen und zur Deeskalation

23.11: Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat den iranischen Präsidenten Massoud Pezeshkian gesprochen und zu einer Verhandlungslösung im Krieg mit den USA und Israel aufgefordert. Er habe den Iran aufgefordert, «sich in gutem Glauben an Verhandlungen zu beteiligen, um einen Weg zur Deeskalation zu ebnen», teilte Macron auf der Plattform X mit.

Emmanuel Macron
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat seit Kriegsbeginn zum dritten Mal mit dem iranischen Präsidenten gesprochen. - keystone

Verhandlungen sollten einen Rahmen schaffen, «der es ermöglicht, den Erwartungen der internationalen Gemeinschaft hinsichtlich des iranischen Nuklear- und Raketenprogramms sowie seiner Aktivitäten zur Destabilisierung der Region gerecht zu werden».

Kommentare

User #3626 (nicht angemeldet)

1. ist die Führungsstruktur der iranischen Streitkräfte nun verteilt (Mosaik). Mit wie vielen wollt ihr den Plan absegnen? 2. Warum sollte der Iran (oder irgendwer) auch nur einem einzigen Wort der USA trauen? Sie steigen einseitig aus Abkommen aus (wie 2018 mit dem Iran). Und sie verwenden Friedensgespräche, um mit Angriffen zu überraschen. Man lockte 2020 Qasem Sulejmani an Friedensgespräche und ermordete ihn auf dem Weg dahin in der Nähe von Baghdad. Letztes Jahr war man inmitten von Friedensgesprächen, als sie den Iran überfielen. Und vor ein paar Wochen wieder. Laut dem Omanischen Unterhändler hatte der Iran sogar zugestimmt, komplett auf Anreicherung zu verzichten und das Material in die Obhut der USA zu geben! Stunden später griffen die USA und Israel den Iran an. Sorry, aber den Amis kann man kein Wort glauben. Warum soll man denen also Zeit geben, um mehr Munition und Soldaten herzukarren?

User #1559 (nicht angemeldet)

die frage ist ob die iraner den brief überhaupt erhalten (wollen)

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