Mossad-Chef warnte: Regimewechsel im Iran dürfte ein Jahr dauern

Simon Binz
Simon Binz

Israel,

Ein schneller Sturz des iranischen Regimes bleibt wohl Wunschdenken. Israels Mossad-Chef rechnete bereits vor Kriegsbeginn mit einem langwierigen Prozess.

Iran Krieg USA
Mossad-Chef David Barnea warnte laut Bericht bereits vor Kriegsbeginn, dass ein möglicher Regimewechsel im Iran kein kurzfristiges Szenario sei und voraussichtlich rund ein Jahr dauern könnte. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Regimewechsel im Iran gilt als möglich, aber nicht kurzfristig.
  • Israels Geheimdienstchef rechnete intern mit einem Prozess von etwa einem Jahr.
  • Die Erwartungen an einen schnellen Umsturz stehen zunehmend in der Kritik.

Ein Sturz des iranischen Regimes ist offenbar deutlich schwieriger als von manchen erhofft. Israels Geheimdienstchef David Barnea soll bereits vor Kriegsbeginn vor zu hohen Erwartungen gewarnt haben – und einen langen Prozess prognostiziert haben.

Wie die «Jerusalem Post» berichtet, rechnete der Mossad-Direktor in einer Einschätzung an das israelische Kabinett damit, dass ein möglicher Regimewechsel im Iran rund ein Jahr dauern könnte. Zwar habe es verschiedene Szenarien gegeben, darunter auch deutlich kürzere Zeiträume von mehreren Monaten. Die wahrscheinlichste Entwicklung sei jedoch ein längerfristiger Umbruch gewesen.

Wie realistisch ist ein Regimewechsel im Iran?

Die Einschätzung steht im Kontrast zu jüngsten Berichten, wonach Israel und die USA teils deutlich optimistischer von einem schnellen Zusammenbruch der Führung in Teheran ausgegangen sein sollen. Anonyme Quellen hatten Barnea zuletzt vorgeworfen, die Erfolgsaussichten überschätzt zu haben.

Mossad-Chef folgt Vorgaben von Netanjahu

Laut der Analyse von «JP» greift diese Kritik jedoch zu kurz und verzerre seine tatsächliche Position. Demnach habe der Mossad-Chef seine Prognosen stets vorsichtig und mit klaren Vorbehalten formuliert. Er habe nie behauptet, ein Regimewechsel sei unmittelbar oder unausweichlich, schreibt die Zeitung.

Vielmehr habe er darauf hingewiesen, dass militärischer Druck allenfalls die Voraussetzungen für einen politischen Umbruch schaffen könne – nicht aber den Sturz selbst garantiere.

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Mossad-Chef David Barnea (l.) bei einer Sicherheitsbesprechung mit Premier Benjamin Netanjahu und weiteren Militärverantwortlichen wenige Tage nach Kriegsbeginn. - Keystone

Berichte, wonach der Mossad bereits wenige Tage nach Kriegsbeginn Aufstände im Iran auslösen könne, seien zudem nur ein Teil einer komplexeren Lageeinschätzung gewesen. Barnea habe dabei immer auch Unsicherheiten betont, etwa hinsichtlich der tatsächlichen Mobilisierung der Opposition und der Dauer eines solchen Prozesses.

Zugleich wird deutlich, dass die strategische Linie nicht allein vom Geheimdienst bestimmt wurde. Laut dem Bericht erfolgten zentrale Einschätzungen und Präsentationen stets im Rahmen der Vorgaben von Premierminister Benjamin Netanjahu. Auch gegenüber den USA habe Barnea keine eigenständige Agenda verfolgt, sondern abgestimmte Positionen vertreten.

Läuft im Hintergrund ein politischer Machtkampf?

Im Hintergrund läuft offenbar auch ein politischer Machtkampf. Verschiedene anonyme Leaks könnten laut «Jerusalem Post» darauf abzielen, die Verantwortung für ausbleibende Fortschritte beim Regimewechsel neu zu verteilen – zwischen Regierung, Militär und Geheimdiensten.

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Israels Premier Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump haben gemeinsam den Iran angegriffen. - keystone

Klar ist: Selbst innerhalb der israelischen Sicherheitskreise gilt ein rascher Umsturz in Teheran derzeit als unwahrscheinlich. Stattdessen zeichnet sich ein langwieriger und unsicherer Prozess ab, dessen Ausgang offen bleibt.

Kommentare

User #2674 (nicht angemeldet)

Hat sich eigentlich schon mal einer von der SVP entschuldigt für das schäbige Verhalten ihrer vielen Trumpjünger?

User #3346 (nicht angemeldet)

Wir müssen unsere Freiheit am Hindukusch äh ich meine in der Strasse von Hormus verteidigen. Ging aber schon mal schief.

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