Krieg

Iran-Krieg: Iran will Abgaben auf Tanker und Schiffe erheben

Simon Binz
Simon Binz, Keystone-SDA

USA,

Die Lage im Nahen Osten bleibt hoch angespannt. Nach Angriffen, Gegenschlägen und politischen Drohungen überschlagen sich im Iran-Krieg die Ereignisse.

Strasse von Hormus
Iran will laut Berichten künftig sogenannte «Sicherheitsabgaben» für das Passieren der Strasse von Hormus erheben. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Mojtaba Khamenei wird neuer oberster Führer des Irans inmitten des Krieges.
  • Luftangriffe der USA und Israels sowie iranische Gegenangriffe intensivieren die Gewalt.
  • Ölpreise steigen deutlich, belastet durch die regionale Instabilität.
  • Alle Neuigkeiten gibt es hier im Ticker von Nau.ch.

Seit nun mehr als einer Woche spitzt sich der Konflikt rund um den Iran immer weiter zu. Nach Angriffen, Gegenschlägen und scharfer Rhetorik wächst international die Sorge vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten. Mehrere Länder haben ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht, während Diplomaten gleichzeitig versuchen, eine Ausweitung des Konflikts zu verhindern.

Am Montag war auch der Ölpreis erstmals seit Jahren auf weit über 100 US-Dollar angestiegen. Jüngste Aussagen von Donald Trump, nach denen der Krieg schon bald zu Ende sein könnte, liessen den Preis anschliessend wieder deutlich sinken.

Droht im Iran-Krieg eine noch grössere Eskalation?

Zusätzlich verschärft ein politischer Umbruch in Teheran die Lage: Nach dem Tod von Ali Khamenei wurde sein Sohn Mojtaba Khamenei zum neuen obersten Führer ernannt. Bei einer Pressekonferenz wollte sich Trump nicht dazu äussern, ob der Chamenei-Sohn ebenfalls ein Ziel der US-Angriffe sein wird.

Revolutionsgarden: Wir entscheiden über Ende des Kriegs

03.15: Die iranischen Revolutionsgarden haben scharf auf Äusserungen von US-Präsident Donald Trump zu einem baldigen Ende des Iran-Kriegs reagiert. «Wir sind diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden», hiess es in einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Mitteilung. «Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Krieges liegen in den Händen der Islamischen Republik.»

Iran-Krieg
Die iranischen Revolutionsgarden haben scharf auf Äusserungen von US-Präsident Donald Trump zu einem baldigen Ende des Iran-Kriegs reagiert. - Keystone

Zuvor hatte Trump in Aussicht gestellt, dass der Krieg mit dem Iran deutlich schneller beendet werden könnte als zunächst erwartet. «Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe», zitierte ihn der US-Sender CBS News nach einem Telefoninterview. Der Krieg verlaufe «weit vor dem Zeitplan.»

Asiens Börsen nach Trump-Aussage zu Iran-Krieg im Aufwind

03.00: Asiens Börsen haben nach einer Aussage von US-Präsident Donald Trump zu einem möglichen Ende des Kriegs im Iran den Handelstag mit einem deutlichen Plus begonnen. Japans Leitindex Nikkei 225 legte zum Start um etwa drei Prozent zu.

Südkoreas Leitindex Kospi ging nach einem deutlichen Minus von 6 Prozent zum Vortagsschluss mit einem 5,5-Prozent-Plus in den Handelstag. In China zeigten der Hongkonger Index Hang Seng mit 1,3 Prozent und der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien in Festlandchina abbildet, zum Start mit 0,8 Prozent leicht nach oben.

Iran will Abgaben auf Tanker und Schiffe im Persischen Golf erheben

02.30: Der Iran arbeitet laut einer mit der Führung vertrauten Quelle an Plänen für «Sicherheitsabgaben» auf Öltanker und Handelsschiffe von Staaten, die mit den USA verbündet sind. Die Massnahmen sollen im Persischer Golf gelten. Das berichtet unter anderem «CNN».

Die Quelle des US-Nachrichtensenders erklärte zudem, die Strasse von Hormus sei aus iranischer Sicht «geschlossen», auch wenn Donald Trump das Gegenteil behaupte.

«Wir halten die Schraube des globalen Ölpreises in der Hand», sagte die Quelle. Die Energiepreise seien bereits instabil geworden, und der Iran werde weiter kämpfen, bis Trump eine Niederlage erkläre.

Türkei verbreitet iranisches Dementi zu Raketenbeschuss

02.05: Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat nach Angaben der Regierung in Ankara den Abschuss von zwei Raketen in Richtung Türkei dementiert. In einem Telefonat mit Staatschef Recep Tayyip Erdogan habe Peseschkian beteuert, die im türkischen Luftraum angefangenen Raketen seien nicht iranischen Ursprungs, teilte das türkische Präsidialamt mit. Der Vorfall werde untersucht.

Im Gespräch mit Peseschkian habe Erdogan sowohl die israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran als auch die iranischen Attacken auf mehrere Länder in der Region verurteilt, teilte das türkische Präsidialamt mit. Die iranischen Angriffe «auf die Bruderländer» nützten niemandem und müssten aufhören, forderte Erdogan.

Frau bei iranischem Angriff in Bahrain getötet

01.30: Bei einem iranischen Angriff auf das Staatsgebiet von Bahrain ist nach Angaben aus dem Golfstaat eine 29-jährige Frau ums Leben gekommen. Acht weitere Menschen seien bei der Attacke auf ein Wohnhaus in der Hauptstadt Manama verletzt worden, teilte das Innenministerium mit.

Erst in der Nacht auf Montag waren bei einem iranischen Drohnenangriff auf die südlich von Manama gelegene Insel Sitra 32 Menschen verletzt worden, darunter mehrere Kinder. Zudem griff das iranische Militär eine Wasserentsalzungsanlage an.

Drei Drohnen über der kurdischen Region in Irak abgeschossen

00.15: Drei mit Sprengstoff beladene Drohnen sind am Montag über Erbil im Norden des Irak abgeschossen worden. Das teilte der kurdische Anti-Terror-Dienst mit.

Zwei der Drohnen hätten das Konsulat der Vereinigte Arabische Emirate ins Visier genommen, eine weitere den Flughafen von Erbil nahe einer US-Militärbasis.

Trümmer einer Drohne seien in der Nähe des Konsulats niedergegangen. Verletzte habe es nach Angaben der Behörden jedoch nicht gegeben. Pro-iranische Milizen im Irak bekannten sich zu dem Angriff.

Trump sieht Kriegsziel gegen Iran «so gut wie erreicht»

00.01: US-Präsident Donald Trump hat am Montagabend in Florida erklärt, die USA hätten im Krieg gegen den Iran «grosse Fortschritte» gemacht und stünden kurz vor dem Erreichen ihrer Ziele. Der Konflikt könne möglicherweise bereits in den kommenden Tagen enden.

Trump sagte, das US-Militär habe seit Kriegsbeginn mehr als 5000 Ziele angegriffen und einen grossen Teil der iranischen militärischen Fähigkeiten zerstört. Entscheidend für den Erfolg sei, dass Teheran endgültig auf ein Atomwaffenprogramm verzichte. Gleichzeitig kündigte der Präsident an, bestimmte Öl-Sanktionen vorübergehend lockern zu wollen, um steigende Energiepreise zu dämpfen.

Iran-Krieg
Donald Trump informierte bei einer Pressekonferenz am Montagabend (Ortszeit) in Florida über den Iran-Krieg. - Keystone

Zudem bestätigte Trump ein Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Lage im Nahen Osten. Zur Ernennung von Mojtaba Khamenei zum neuen Obersten Führer des Iran äusserte er sich kritisch, liess jedoch offen, ob dieser ein mögliches militärisches Ziel sein könnte.

Heftige Explosion in Teheran

22.13: In der iranischen Hauptstadt Teheran ist eine besonders starke Explosion zu hören gewesen. Zur gleichen Zeit kurz nach Mitternacht Ortszeit seien auch Kampfjets über der Stadt zu hören gewesen, berichteten mehrere Journalisten der Nachrichtenagentur AFP. Die Explosion war demnach an mehreren Orten der Stadt zu spüren. Es war zunächst unklar, was getroffen wurde.

Kommentare

User #5053 (nicht angemeldet)

Hatte Iran auch einen Epstein?

Eidgenosse

Was hat Trump erreicht? Jetzt sitzt der Sohn an der Macht. Dafür sind etliche amerikanische Soldaten gefallen. Wie viele Zivilisten? Das Öl ist sehr teuer geworden. Was werden die weiteren Auswirkungen sein?

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