Iran-Aussenminister am WEF: Auftritt gestrichen?

Sina Barnert
Sina Barnert

Prättigau,

Trotz der blutigen Niederschlagung von Protesten im Iran ist dessen Aussenminister Abbas Araghtschi ans WEF eingeladen. Das sorgt für Kritik und Empörung.

Abbas Araghtschi Iran WEF
Ist trotz blutiger Protest-Niederschlagung ans WEF eingeladen: Irans Aussenminister Abbas Araghtschi. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Am WEF nimmt heuer auch Irans Aussenminister Abbas Araghtschi teil.
  • Zudem sollte er an einer Podiumsdiskussion eine Bühne erhalten.
  • Das sorgte international für Empörung und Kritik.

Seit Ende Dezember kommt es im Iran zu landesweiten Protesten gegen das autoritäre Mullah-Regime.

Die Folge: Um die Proteste unter Kontrolle zu bekommen, stellte das Regime am 8. Januar das Internet ab. Und geht gewaltsam gegen die Demonstrierenden vor.

So hart, dass bereits Tausende Menschen ihr Leben verloren haben. Mehrere hunderttausend Menschen sollen zudem verletzt worden sein.

Podiumsdiskussion mit Irans Aussenminister?

Dennoch will das WEF in Davos einem Vertreter des Mullah-Regimes eine Plattform bieten. Irans Aussenminister Abbas Araghtschi ist nicht nur eingeladen.

Kurzfristig wurde gar eine Podiumsdiskussion mit ihm aufgegleist. Für 30 Minuten sollte sich Araghtschi am Dienstag kritischen Fragen stellen.

Gleichzeitig hätte ihm dies die Gelegenheit geboten, die blutige Niederschlagung des Protests zu rechtfertigen. Und auf einer Weltbühne Mullah-Propaganda zu verbreiten.

Ein Vorgehen, welches international für scharfe Kritik sorgte. So forderte laut dem US-Sender «Fox News» die Gruppe «United Against Nuclear Iran» vom WEF, keine Vertreter Irans zuzulassen.

WEF in der Kritik – Veranstaltung plötzlich verschwunden

Deren Präsident, Ex-US-Botschafter Mark Wallace, erklärte in einem Brief: «Die Einladung von Vertretern des iranischen Regimes ist zutiefst beleidigend und völlig unangebracht.»

Dies vor allem für ein Forum, dessen diesjähriges Thema «Ein Geist des Dialogs» laute. Denn: «Anstatt eines Dialogs bot die Islamische Republik diesen mutigen Iranern Kugeln an.»

Verfolgst du das Geschehen im Iran?

Das iranische Regime habe erst diesen Monat ein Massaker verübt, welches als «grösstes Massaker seiner Geschichte» gelten könne. Zudem sei Araghtschi ein Mitglied des iranischen Sicherheitsrates. Dieser habe den Befehl erteilt, Zivilistinnen und Zivilisten zu töten.

Kritik, die man offenbar bis nach Davos gehört hat. Denn: Auf dem Programm fehlt der Auftritt von Irans Aussenminister. Und auch die Veranstaltungs-Internetseite ist verschwunden.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #5167 (nicht angemeldet)

Armut und Hoffnungslosigkeit ist in Europa weit verbreitet? Da gibt es halt keine Demos mehr weil in der Freiheit ist ja jeder selber schuld wenn er Arm ist? :-))

User #4172 (nicht angemeldet)

Dann bitte auch Trump ausladen! Ein völkrrechtswidriger Angriff auf den Iran, die Zoll Erpressungen und der Griff nach Grönland hat mit "dem Geist des Dialogs" auch nicht gerade viel zu tun!

Weiterlesen

Iran
61 Interaktionen
Iran-Proteste
4 Interaktionen
Teheran
Iran Proteste Tote
Internet aus

MEHR WEF

sdf
317 Interaktionen
Am Montag gehts los
WEF
87 Interaktionen
Wegen WEF
john bolton WEF
113 Interaktionen
«Zuhören»
Anti-WEF-Demo Bern
471 Interaktionen
Anti-WEF-Demo

MEHR AUS GRAUBüNDEN

Vals GR
4 Interaktionen
Vals GR
Bivio GR
7 Interaktionen
Bivio GR
HC Davos
Sieg gegen Ajoie
Tujetsch Lawinenunfall
Tujetsch GR