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Jetzt sickern horrende Todeszahlen aus dem Iran durch

Nicola Wittwer
Nicola Wittwer

Iran,

Im Iran unterdrückt das Regime Proteste auf brutalste Art und Weise. Tausende Menschen sterben, viele weitere sind verletzt.

Iran
Im Iran ist seit dem 8. Januar das Internet abgestellt. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei den Protesten im Iran werden tausende Menschen getötet.
  • In einem Bericht ist von 16'500 Todesopfern die Rede.
  • Dem Aktivistennetzwerk Hrana zufolge wurde 24'669 Menschen festgenommen.

Seit Ende Dezember kommt es im Iran zu grossen Protesten, die sich auf das ganze Land ausgedehnt haben.

Das Mullah-Regime stellte am 8. Januar das Internet ab, was die Kommunikation deutlich erschwerte. Doch auch mithilfe von Elon Musks SpaceX-Satellitennetzwerk Starlink schaffen es einige Bilder und Videos aus dem Iran heraus.

Verfolgst du das Geschehen im Iran?

Sie zeigen eine massive Repression: Einige Protestierende werden auf offener Strasse von Sicherheitskräften erschossen, viele andere schwer verletzt, verfolgt und festgenommen. Improvisierte Leichenhallen sowie Spitäler sind überfüllt.

Wie viele Menschen bislang starben, ist unklar. Ein Bericht von «The Sunday Times» suggeriert aber: mindestens 16'500! Weitere 360'000 weitere Personen sollen verletzt worden sein.

Die iranisch-amerikanische Analystin Holly Dagres spricht auf X von rund 12'000 getöteten Menschen. Diese Zahl halte eine Botschaft in Teheran für passend, habe ihr ein Diplomat gesagt.

Irans Staat hat mittlerweile zugegeben, dass tausende Menschen ihr Leben verloren haben.

Rückgabe der Leichen nur gegen Konditionen

Die Human Rights Activist News Agency (Hrana) schrieb am Sonntagabend von 3919 bestätigten Todesfällen, darunter 3695 Protestierenden. 25 Tote seien Kinder unter 18 Jahren, bei 178 Todesopfern handle es sich um Militärangehörige oder Sicherheitskräfte. Zudem seien sicher 31 nicht-protestierende Zivilisten ums Leben gekommen.

8949 zusätzliche Todesfälle würden derzeit noch untersucht. In den letzten 22 Tagen habe es zudem 24'669 Menschen Festnahmen gegeben, schreibt Hrana weiter.

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Irans Oberster Führer Ali Chamenei hat zugegeben, dass tausende Menschen im Zuge der Proteste gestorben sind. - keystone

Einige Angehörige erhielten dem Aktivistennetzwerk zufolge die Leichen der Verstorbenen nicht und würden zum Schweigen gedrängt. Andere wiederum müssten für die Übergabe der Leichen schriftlich erklären, das Narrativ des Regimes zu akzeptieren.

«Blutige Niederschlagung eines Volksaufstandes»

Bei den Sicherheitskräften handle es sich um einen eingespielten Apparat aus Polizeieinheiten, Revolutionsgarden und Milizen, sagt Beat Gerber von Amnesty International zu SRF. Sie seien teilweise auch in Zivil unterwegs.

Dem Regime sei es «in den letzten Tagen offensichtlich gelungen, die Protestwelle zu brechen. Alles zeugt von einer blutigen Niederschlagung eines Volksaufstandes, der wirklich breite Schichten der Gesellschaft erreicht hat», sagt Gerber weiter.

7000 Augenverletzungen – in nur einer Klinik

Im Bericht von «The Sunday Times» erzählen Betroffene vom grausamen Vorgehen der Sicherheitskräfte: «Scharfschützen auf den Dächern schossen Leuten in den Hinterkopf. Wir gingen gerade, als plötzlich mehrere Leute neben uns blutüberströmt zu Boden fielen.»

Als sie versuchten, zu den Toten zu gehen, «um die Leichen wegzutragen, eröffneten sie das Feuer auf uns».

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In Berlin gingen am Sonntag Menschen für die Protestierenden im Iran auf die Strasse. - keystone

Weiteren Aussagen ist zu entnehmen, dass Menschen mit Schrot absichtlich in die Augen geschossen wurde. Allein die Noor-Klinik in Teheran habe 7000 Augenverletzungen dokumentiert.

Eine Person sagt: «Mein Bruder arbeitet in der Noor-Klinik. Er berichtete, dass allein in Teheran in einer einzigen Nacht über 800 Augen aufgrund von Schrotschüssen entfernt werden mussten. Mein Bruder sagte ausserdem, dass die Zahlen nach Gesprächen mit Ärzten in Krankenhäusern anderer Städte extrem hoch seien, möglicherweise seien landesweit mehr als 8000 Menschen durch Schrotbeschuss erblindet.»

Weiter seien in einigen Fällen Bluttransfusionen verhindert worden, berichtet die «Bild»-Zeitung.

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